Datenbank oder Register sind nicht zentral auf einem Server gespeichert, sondern dezentral auf einer Vielzahl von Computern. Alle Teilnehmer besitzen die gleichen Zugriffs- und Nutzerrechte. Sie prüfen die verfügbaren Daten auf ihren Wahrheitsgehalt.
"Blockchain gehört keinem zentralen Verwalter, das System ist kaum zu hacken oder zu manipulieren", so Reisberger. Darin liegt für den IT-Experten ein wesentlicher Vorteil von Blockchain, auch als Distributed-Ledger-Technologie bezeichnet (DLT). Der Schutz gerät lediglich dann in Gefahr, wenn Angreifer mehr als die Hälfte des Systems kontrollieren.
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Weiterbildung zu Blockchain und KI
„Blockchain und Künstliche Intelligenz sind nicht die Kür, sondern werden zum Pflichtprogramm für die deutsche Wirtschaft“, sagt Anja Olsok, Geschäftsführerin der Bitkom Servicegesellschaft mbH. „Allerdings fehlt es in vielen Unternehmen an ausgebildeten Experten, die in der Lage sind, die neuen Technologien erfolgreich in die Geschäftsprozesse zu integrieren.“
Die Bitkom Akademie reagiert auf den Bedarf der Unternehmen und bietet 2018 neue Weiterbildungen zu diesen Trend-Technologien an. Im Rahmen des Zertifikatslehrgangs „Blockchain implementieren – Technologie & Anwendung von Blockchain im Unternehmen“ können sich Fach- und Führungskräfte intensiv zur Anwendung von Blockchain weiterbilden. Für Interessenten, die sich einen ersten Überblick über das Thema verschaffen wollen, bietet die Bitkom Akademie ausserdem sieben kostenfreie Online-Seminare an.
„Eine weitere Ausbildung zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz folgt im ersten Quartal 2018“, verspricht Olsok. „Darüber hinaus bilden wir auch wieder Data Scientists aus.“ Ergänzt wird das neue Seminarprogramm durch Spezialthemen wie User Experience und UX/UI Design sowie die Schwerpunkte IT-Sicherheit und Datenschutz.
Auch in der Schweiz werden Ausbildungsprogramme zum Thema angeboten. So bietet zum Beispiel die Hochschule Luzern ein CAS Blockchain an. Weiter Informationen finden Sie unter : https://www.hslu.ch.
Blockchain vereinfacht Prozesse
Inzwischen reduziert sich Blockchain keineswegs mehr auf Kryptowährungen und den Finanzsektor. Auch Transaktionen von Gesundheitsdaten oder Immobilienverträgen sind über Blockchain abwickelbar. Dabei handelt es sich um sogenannte Smart Contracts: Die Verträge liegen nicht mehr in Papierform vor, sondern sind in Computerprotokolle eingebettet. Diese überprüfen oder unterstützen die technische Verhandlung oder Abwicklung eines Vertrags. Behörden, Notare, Anwälte und Prüfungsgesellschaften werden nicht mehr benötigt, um solche Dokumente zu validieren.
Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens Frost & Sullivan wird die Konvergenz von Blockchain mit innovativen Technologien wie mHealth und dem Internet der medizinischen Dinge neue Möglichkeiten zur Entwicklung einer digitalen Gesundheitsökonomie eröffnen. „Neue, vernetzte, medizinische Geräte und die Notwendigkeit, Daten vor Datenschutzverletzungen zu schützen, machen die Blockchain-Technologie mit ihrer umfassenden Sicherheitsinfrastruktur zur offensichtlichen Lösung für aufkommende digitale Abläufe und fortschrittliche Interoperabilität im Gesundheitswesen.", erläutert Kamaljit Behera, Transformational Health Industry Analyst von Frost & Sullivan. "Sie sorgt durch eine einzigartige Übereinstimmung der verteilten Netzwerke, die Verschlüsselungstechniken zur Minimierung von Cyberattacken einsetzt, für eine zusätzliche Sicherheitsschicht."
Wegbereiterin einer digitalen Gesundheitsökonomie
Auch wenn Blockchain nicht das Allheilmittel für die Herausforderungen der Gesundheitsbranche darstelle - durch die Optimierung der derzeitigen Arbeitsprozesse hat sie aber das Potenzial, in den nächsten fünf bis zehn Jahren Milliarden Dollar einzusparen und einige hochpreisige Gatekeeper durch Disintermediation zu ersetzen, ist F&S-Analyst Behera überzeugt.
Guardtime: Die urheberrechtlich geschützte Plattform KSI (Keyless Signature Infrastructure) verspricht 100prozentige Genauigkeit bei abgerufenen Patientenakten. 2016 kooperierte Guardtime mit der eHealth-Stiftung, um die Gesundheitsdaten einer Million estnischer Bürgern zu sichern.
PokitDok Inc: Das Unternehmen offeriert eine Software-Entwicklungsplattform mit einer Reihe Endpunkten einer Anwendungsprogramm-Schnittstelle (API), die Eignungsprüfungen, Forderungen, direkte Terminvereinbarung, Zahlungsoptimierung, Patientenidentitätsmanagement, Arzneimittelumsätze und andere Geschäftsabläufe erleichtert. Das Unternehmen arbeitet mit Intel und anderen digitalen Gesundheitsfirmen zusammen.
Gem Health: Die Unternehmensplattform GemOS von Gem Health und Partnerschaften des Unternehmens mit Medizintechnikunternehmen wie Philips und Capital One beschleunigt Blockchain-Lösungen für das IoMT und RCM Use Cases.
Patientory: Das IT-Unternehmen hat eine Blockchain-basierte, verteilte Computing- und SaaS-Plattform für medizinische Datenspeicherung entwickwlt und arbeitet mit Kaiser Permanente (U.S.) an der Speicherung von Patientendaten.
iSolve LLC: Die Blockchain-Plattorm ADLT unterstützt Unternehmen in der Life-Science-Branche beim Drug Development Lifecycle durch die Schaffung eines intelligenten Marktplatzes für Ausschreibungen, das Tracking und die Kooperation/Kollaboration von Unternehmen, Technologietransfer-Einrichtungen, Investoren und Dienstleistungsanbieter.
„Die Gesundheitsbranche muss Blockchain-Konsortien einrichten, um Partnerschaften zu ermöglichen und Standards für die zukünftige, grossflächige Einführung von Anwendungsfällen im Gesundheitswesen zu schaffen”, erläutert F&S-Experte Behera. „Ein auf Blockchain basierendes System trägt zu Innovationen in der medizinischen Forschung bei und bringt neuartige Gesundheitskonzepten wie die Präzisionsmedizin oder das bevölkerungsbezogene Gesundheitsmanagement voran.”
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Stand vom 30.10.2020
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