Unter diesem Motto konnte die Hermle AG die traditionelle Hausausstellung wieder als vollen Erfolg verbuchen.
Hermle Hausausstellung 2024: Volle Gänge mit 2 550 Besuchern an vier Messetagen.
(Bild: Hermle)
Mit über 1100 Firmen und 2550 Besuchern, darunter 750 internationale Gäste, schloss am 19. April 2024 um 17 Uhr die diesjährige Hausausstellung von Hermle nach vier Tagen ihre Pforten. Besucher aus über 30 Ländern – darunter grosse Delegationen aus Tschechien, Schweiz, Italien, Frankreich, USA, Türkei, Mexiko, Thailand, Malaysia, China, Indien und Taiwan und vielen anderen Ländern – konnten an den vier Messetagen umfassend beraten werden.
Highlights der Hausausstellung waren die Vorstellung der neuen Generation-2-Modelle, die umfangreichen Automationslösungen und vor allen Dingen auch die zahlreichen Bearbeitungen mit den darin integrierten Technologielösungen.
Mit den ersten drei Modellen der neuen Generation 2 startet Hermle seine umfassende Produkterneuerung. Mit der C 650, der C 32 und der C 42 wurden drei Modelle ausgewählt, welche von ihrer Baugrösse und Arbeitsraumgrösse dem mittleren Bearbeitungssegment zuzuordnen sind. In einem festgeschriebenen Entwicklungsprozess werden in den nächsten eineinhalb Jahren alle Maschinenmodelle auf die «GEN2»-Architektur umgesetzt.
Optisch wurden bei den «GEN2»-Modellen lediglich die beiden Frontscheiben und die Maschinenbeschriftung leicht modifiziert und in diesem Zug auch gleich für alle Modelle vereinheitlicht.
Die Mechanik, aus welcher die Präzision und die Langzeitgenauigkeit der Hermle-Produkte im Wesentlichen resultiert, wurde bei diesem Change-Prozess nicht verändert. Somit bleiben die wichtigsten Werte der Maschine auf bereits sehr hohem Niveau und zeigen die Dominanz im Bereich der 5-Achsen-Technologie klar auf.
Die «GEN2» ist die konsequente Ausrichtung in eine neue Maschinengeneration der Zukunft. Zahlreiche Soft- und Hardwarekomponenten wurden auf neueste Technologie ausgelegt. So wurde die gesamte elektrische Architektur neu designed, sodass die Maschinen zukünftig über ProfiNet als Kommunikationsbus verfügen und eine Vielzahl von Sensoren auf IO-Link (internationaler Standard) umgestellt sind. Zusätzlich wurde bei Maschinen mit Heidenhain-Steuerung der gesamte Antriebsverbund überarbeitet und mit Umrichtern neuester Generation versehen. Das sind alles Komponenten, um die Maschinen noch leistungsfähiger zu machen. Die gesamte Plattform bietet neue Technologien und Funktionen, wie modernste Schnittstellentechnik und Auswerte-/Diagnosemöglichkeiten für eine optimierte Service-Analyse im Fehlerfall.
Die Energieeffizienz der gesamten Maschine (Kühlgeräte von Schaltschrank und Spindel) in Kombination mit den Hochdruckanlagen wurde nochmals gesteigert. Eine Vielzahl der Nebenaggregate sind künftig auf frequenzgeregelte Antriebe umgestellt, sodass eine bedarfsgerechte und damit energiesparsamere Regelung ermöglicht wird. Neben den monetären Vorteilen für unsere Kunden wird so auch ein echter Beitrag zum Klimaschutz möglich.
Das gesamte KSS-Management wurde komplett modifiziert. Diese Optimierung ermöglicht eine bessere Filtrierung des Kühlschmierstoffs und trägt damit zu dessen Sauberkeit und Langlebigkeit bei.
Die Maschinen der «GEN2» werden künftig mit den beiden Steuerungen Heidenhain TNC7 und Siemens Sinumerik ONE wählbar sein.
Kompaktes Zusatzmagazin ZM 30
Ebenfalls mit der Einführung der «GEN2»-Modelle steht ein neues, sehr kompaktes Zusatzmagazin zur Verfügung. Das Zusatzmagazin ZM 30 für die Maschinenmodelle C 650, C 32 und C 42 (nur für «GEN2») erhöht die Werkzeuganzahl im Magazin um weitere 30 Werkzeuge und das bei einem reduzierten Platzbedarf gegenüber aktuellen Zusatzmagazinen von fast 50 Prozent.
Das Zusatzmagazin wird einfach an die bestehende Werkzeugbeladestelle auf der Rückseite der Maschinen adaptiert. Es fügt sich harmonisch in die Maschinenverkleidung ein, sodass auch die Servicezugänglichkeit, trotz der geringen Baugrösse, vollumfänglich gewährleistet wird. Auch die Inbetriebnahme gestaltet sich einfach und unkompliziert. Wie bei allen Zusatzmagazinen von Hermle kann das Zusatzmagazin mit einer Bedienstelle (Touch-Bildschirm) und auch einem Werkzeug-Identifikationstool ausgestattet werden.
Die komfortable Hermle-eigene Werkzeugverwaltung wird über die Bedienstelle am Zusatzmagazin und/oder über die Steuerung aufgerufen und bedient.
Umfangreiche Automationslösungen
Der Bereich Automation, der bei Hermle seit Jahren einen immer grösseren Stellenwert einnimmt – zwischenzeitlich werden über 50 Prozent der Hermle-Produkte mit Automationslösungen ausgestattet –, konnte mit mehreren Robotersystemen anschaulich die Leistungsfähigkeit aufzeigen. Es wurden nicht nur umfangreiche Speicherlösungen präsentiert, sondern auch zahlreiche Lösungen für das Greifen und Spannen der Werkstücke. So können in den vorgestellten Anlagen nicht nur die Hybridgreifer gewechselt werden, sondern auch die Backen der Spannmittel, was für eine hohe Flexibilität in der Teilebearbeitung sorgt.
Stand vom 30.10.2020
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Technologielösungen für die wirtschaftliche Fertigung
Auch in diesem Jahr lag der Fokus wieder auf den Bauteilen, die die unterschiedlichsten Branchen repräsentierten und gespickt mit Technologielösungen aufwarteten. So wurden an einem Bauteil unterschiedlichste Technologien wie Wälzschälen, Schleifen/Abrichten, Konturstossen, Rückwärtssenken, Diamant-Glätten, Synchronfasen, Interpolationsdrehen, Ultraschall- und Temperaturtaster ACM und Prozessoptimierung integriert und bearbeitet. Der eigens für solche Technologien eingerichtete und von der Hermle-Anwendungstechnik betreute Messestand fand reges Interesse. Gilt es doch, gerade neue Technologien und bestehende Prozesse zu integrieren.
Aber auch die von Hermle bekannten Showteile kamen nicht zu kurz. Eine Weltkugel mit einem Durchmesser von 800 mm in zwei Hälften wurde fräsend und drehend hergestellt. Eine Spätzlepresse aus Edelstahl/Aluminium-Kombination sorgte ebenfalls für grosses Interesse. Strukturteile für die Luft- und Raumfahrtindustrie, zahlreiche Gesenke für den Werkzeug- und Formenbau, Motorenteile für den Maschinenbau oder auch Implantate für die Medizintechnik rundeten das Teilespektrum ab.
Sonderschau und mehr
In der Sonderschau mit über 40 Ausstellern fanden die Besucher die Möglichkeit, sich über die Bereiche Spanntechnik, CAD/CAM, Hard- und Software rund um die Hermle-Bearbeitungszentren zu informieren. Auch die Serviceabteilung, der Bereich der additiven Fertigung und die Anwenderschule konnten den Besuchern anschaulich das Leistungsspektrum der verschiedenen Bereiche aufzeigen. (neu)
Geschäftsjahr 2023
Hermle mit neuen Höchstwerten
Ausgehend von einem grossen Auftragsbestand aus dem Vorjahr und einer zu Anfang des Berichtsjahres noch anhaltend guten Nachfrage stieg der Konzernumsatz der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG 2023 um 12,3 Prozent auf 532,3 Mio. Euro (Vj. 474,1 Mio. Euro). Im Inland erhöhte sich das Geschäftsvolumen um 18,5 Prozent auf 203,3 Mio. Euro (Vj. 171,5 Mio. Euro) und im Ausland um 8,7 Prozent auf 329,0 Mio. Euro (Vj. 302,6 Mio. Euro). Das entspricht einer Exportquote von 61,8 Prozent (Vj. 63,8 Prozent). Besonders dynamisch entwickelten sich die Erlöse mit automatisierten Produktionssystemen, die mit Hermle-eigenen Digitalisierungsbausteinen ausgestattet sind.
Die Strategie des Unternehmens, das Portfolio kontinuierlich um Automatisierungskomponenten zu erweitern, hat sich also bewährt. Hermle konnte seine Marktstellung als Technologieführer bei 5-Achs-Bearbeitungszentren festigen und im Bereich Automationslösungen ausbauen, obwohl sich die Stimmung in der Industrie im Jahresverlauf zunehmend eintrübte. Die daraus resultierende Investitionszurückhaltung machte sich bei Hermle erst ab dem zweiten Quartal 2023 und damit später als erwartet bemerkbar. Im Gesamtjahr ging der Auftragseingang konzernweit um 7,4 Prozent auf 494,8 Mio. Euro zurück (Vj. 534,1). Davon entfielen 182,0 Mio. Euro auf das Inland (Vj. 200,2 Mio. Euro) und 312,8 Mio. Euro auf das Ausland (Vj. 333,9 Mio. Euro). Der Auftragsbestand lag Ende Dezember bei 130,5 Mio. Euro (Vj. 168,0 Mio. Euro).
Durch die insgesamt gute Kapazitätsauslastung sowie einen verbesserten Produkt-/Ländermix steigerte Hermle das Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr überproportional zum Umsatz. Zugute kam dem Unternehmen ausserdem, dass sich die Preise für Zulieferteile und Energie nicht mehr ganz so dynamisch entwickelten und die Teuerungen teilweise weitergegeben werden konnten. Das Betriebsergebnis (EBIT) nahm im Konzern um 16,3 Prozent auf 115,8 Mio. Euro (Vj. 99,6 Mio. Euro) zu. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhöhte sich von 99,7 Mio. Euro auf 118,4 Mio. Euro, sodass sich die Bruttoumsatzmarge von 21,0 Prozent auf 22,2 Prozent verbesserte. Nach Steuern wurde ein Jahresüberschuss von 87,6 Mio. Euro ausgewiesen, das waren 22 Prozent mehr als im Vorjahr (Vj. 71,8 Mio. Euro).
Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte steigerte Hermle 2023 konzernweit auf 33,2 Mio. Euro (Vj. 10,4 Mio. Euro). Sie betrafen vor allem den Ausbau des Produktionsstandortes Zimmern ob Rottweil (D). Dort errichtet das Unternehmen eine zweite Grossteileproduktion und erweitert die Kapazitäten für die Mineralgussfertigung sowie die Lagerflächen. Auch eine Photovoltaikanlage wird installiert, mit der Hermle den Strombedarf des Standorts an Tagen mit ausreichend Sonnenschein künftig CO2-neutral und unabhängig vom öffentlichen Netz decken kann.
In den ersten Monaten 2024 zeichnete sich vor allem im Inland eine schwache Nachfrage ab, die bei Hermle durch verschiedene Grossprojekte etwas abgefedert wurde. Die künftige Entwicklung lässt sich schwer einschätzen, dürfte sich aufgrund des aktuell schwierigen konjunkturellen Umfelds aber zunächst weiter eintrüben. In Deutschland und Europa hemmen die unsichere politische Situation, steigende und sprunghafte Überregulierung sowie hohe Energie- und Finanzierungskosten die Investitionsbereitschaft. In vielen Auslandsmärkten ist ebenfalls mit einer verhaltenen Dynamik zu rechnen. Zudem behindert die langsame Bearbeitung von Ausfuhrgenehmigungen das Geschäft.
Derzeit geht Hermle davon aus, dass der Konzernumsatz im Gesamtjahr 2024 auch im besten Fall nicht das Niveau des Jahres 2023 erreichen wird und im ungünstigen Szenario um etwa 20 Prozent abnehmen kann. Das Betriebsergebnis dürfte sich hierzu in jedem Fall spürbar unterproportional entwickeln und um etwa 10 Prozent bis 20 Prozent stärker zurückgehen als der Umsatz. Ursächlich dafür sind neben der niedrigeren Auslastung vor allem absehbar weiter steigende Personalkosten, regulatorische Aufwendungen und Energiepreise, die im aktuellen Marktumfeld nicht in ausreichendem Masse weitergegeben werden können.
Mittelfristig rechnet Hermle insbesondere im Bereich Automation mit einem grossen Bedarf der Industrie, um dem Fachkräftemangel zu begegnen sowie Effizienz, Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft zu steigern. Mit seinem hochwertigen Angebot an individuellen Automations-Komplettlösungen aus einer Hand gekoppelt mit intuitiv bedienbarer Software sieht sich das Unternehmen daher für die Zukunft gut aufgestellt.