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Hohe Systemanforderungen für Schleifen und Erodieren
Die Aufgabenstellung des CAD/CAM-Systems in der Abteilung Funkenerosion und Werkzeugbau von Victorinox ist vor allem das Einlesen von 3D-Daten, um damit Bearbeitungskonturen erstellen zu können. Besondere Systemanforderungen sind das Einlesen der CAD-Daten und die fehlerfreie Ausgabe von Bearbeitungsprogrammen für das Schleifen, Senk- und Drahterodieren. Hier werden die Werkzeuge für die rund 800 Maschinen zu rund 99 Prozent in eigener Produktion hergestellt: Stanz-, Zieh-, Schleif- und Formwerkzeuge, aber auch Werkzeuge für den Spritzguss der Kunststoff-Griffschalen oder der neuen Parfüm-Schutzbehältnisse. Bruno Spiess: «Wir sind eine erosionslastige Firma und haben unseren Maschinenpark entsprechend angeschafft, daher müssen wir diesen auch dafür ausrüsten. Zwei Drahterodiermaschinen sind mit Roboter ausgerüstet und drei Senkerodierzentren mit jeweils 30 bis 40 Plätzen und 150 Elektrodenplätzen - also dreischichtig.» Der hohe Automatisierungsgrad trägt massgeblich zur Rendite bei, und deshalb sollen die Maschinen autark laufen können.
Kompatibilität im reibungslosen Prozess
Die Zielsetzung der Abteilung ist vor allem Unabhängigkeit und Flexibilität, um selbständig Werkzeuge und Formen erstellen zu können. Bruno Spiess erklärt es genauer: «Es gibt nichts Traurigeres, als im technischen Büro nach einem neuen Programm zu fragen und dann zu erfahren, dass keine Zeit vorhanden sei, da Neuentwicklungen auf dem Programm stünden. Wir müssen es selbst in die Hand nehmen können. Und das haben wir nun mit dem PEPS-System erreicht.»
Die CAD-Daten werden direkt aus Unigraphics übernommen und als Solid-Volumenmodell eingelesen. Die NC-Daten werden hier von den Modulen «3D-Draht-erodieren» beziehungsweise «Solid-Electrode» aus PEPS für folgende Maschinen erstellt:
- vier Agie-Drahterodiermaschinen: Agie Progress 2, Agie Progress 3, Agie Excellence 3 (mit Roboter) und eine Agie Evolution 2 (mit Roboter),
- vier Senkerodier-Maschinen: Roboform 2400, Roboform 2000, Roboform 350S (alle jeweils mit Roboter) sowie eine Roboform 400,
- eine Hauser-600-Koordinatenschleifmaschine.
Die sechs CAD/CAM-Arbeitsplätze laufen unter dem Betriebssystem MS Windows XP und sind über Ethernet DNC 3D vernetzt. Das PEPS-System ist mit einer ganzen Palette von CAD-Schnittstellen kompatibel, was einen komfortablen Datenaustausch und einen reibungslosen Prozessablauf ermöglicht. Auch das flexible Zweischicht-Modell profitiert von einem flexiblen, jederzeit anpassbaren System und unterstützt auch die hohe Fertigungstiefe in optimaler Weise.
Unabhängige Datenverwaltung
Die Anwendungsbereiche in der Abteilung Funkenerosion sind unter anderem das Schleifen, Senkerodieren, Drahterodieren sowie die Eigenherstellung von Elektroden, Formen und Werkzeugen. Besonders die Vielseitigkeit des Programms ist in der täglichen Anwendung von grosser Bedeutung. Wichtig ist auch eine unabhängige, eigenständige Datenverwaltung, die Produktionsprozesse ohne Rückfragen mit der Konstruktion erlaubt. Die optional erhältliche Camman 4.1-NC-Programmverwaltung von PEPS beinhaltet die NC-Programm- und Elektrodenverwaltung sowie einen 3D-VDM-Viewer inklusive Open-GL-Funktionalität.
Zeitersparnis und Prozesssicherheit
Seit der Einführung des neuen Systems hat die Abteilung Funkenerosion eine deutliche Zeitersparnis in der individuellen Produktion von rund 20 bis 30 Prozent erreicht. Der Eigenbedarf an grossen und komplexen Werkstücken für die nachfolgende Produktion ist zeitlich nie genau definier- und vorhersehbar. Die Termine der bestellten Werkzeuge ergeben die Produktionsreihenfolge und die Elektroden müssen in der Werkstatt jederzeit verfügbar sein. Dies macht es zur besonderen Herausforderung für Bruno Spiess und sein Team, zeitnah jeden Auftrag innert kürzester Zeit ohne Unterbrüche oder Nachfragen in höchster Präzision zu fertigen. Dieser Mehrwert macht sich bezahlt in zufriedenen Mitarbeitern und hoher Effizienz für eine konkurrenzfähige Produktion.
Anpassungsfähigkeit und technischer Support
Fachkundiges Personal in greifbarer Nähe für die technische Unterstützung bei Fragen oder Fehlfunktionen ist ein weiteres, wichtiges Thema. Mit PEPS setzt Bruno Spiess vor allem E-Mails ein, die dann spätestens nach ein bis zwei Stunden vom Support bei Camtek fachkundig beantwortet werden. Dies spart offensichtlich viel Zeit.
Eine sofortige Anpassung an andere Systeme ist auch eine wichtige Voraussetzung. Wenn die Programm-Version im technischen Büro oder der CAD-Anbieter wechselt, ist es von Vorteil, dass die Daten mit einem Update ohne Rückfragen mit der Konstruktion eingelesen werden können. Auf Basis der Konstruktionsdaten müssen die NC-Daten umgehend ausgelesen werden können, damit die entsprechenden, oftmals sehr komplexen Teile beziehungsweise Werkzeuge umgehend begonnen werden können.
Hohe Flexibilität
Gusti Rickenbach, Abteilungsleiter Werkzeugmacherei, erläutert die momentane Situation bei Victorinox: «Wenn es sein muss, können wir innerhalb von rund zehn Minuten mit den fertigen Daten und den Messwerten auf der Maschine sein. Dazu müssen natürlich die Maschinen flexibel sein, einen neuen Job dazwischenzuschieben, und auch die Software. Und die neuen Maschinen von Agie Charmilles und das PEPS von Camtek erfüllen diese Kriterien. Da wir sehr eng mit der Produktion verkettet sind, ist es eminent wichtig, dass wir mit kürzestem Unterbruch schnell und flexibel reagieren können.» Zufrieden fasst auch Bruno Spiess den Nutzen des PEPS-Systems für Victorinox und seine Abteilung zusammen: «Durch das PEPS-System haben wir einen grossen Zeitgewinn erreicht, wobei die Maschinen erst noch länger laufen können.»
AutorDipl.-Ing. Markus Frutig
InformationCamtek GmbHWerkstrasse 24D-71384 Weinstadt-EndersbachTel. +49 7151 9792-02Fax +49 7151 9792-05camtek@peps.de www.peps.deAnwenderVictorinox AGSchmiedgasse 576438 Ibach-Schwyzwww.victorinox.chMaschinenherstellerAgie Charmilles Sales Ltd.Via dei Pioppi 26601 Losonewww.gfac.com
