Ultra-Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung China baut als erste eine 1100-kV-Hochspannungsleitung

Redakteur: Sergio Caré

Während die Deutschen noch über den nötigen Ausbau des Südlinks streiten, damit der Windkraftstrom vom Norden zu den Industrieverbrauchern im Süden gelangt, bauen die Chinesen die erste Ultra-­Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitung, kurz UHGÜ. 3000 km soll die Leitung überwinden und dabei 12.000 Megawatt übertragen.

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1100 kV UHVDC (Ultra High Voltage DC transformer) von ABB - der lange, weisse Arm ist ein Isolator.
1100 kV UHVDC (Ultra High Voltage DC transformer) von ABB - der lange, weisse Arm ist ein Isolator.
(Bild: ABB)

Während die Deutschen noch über den nötigen Ausbau des Südlinks streiten, damit der Windkraftstrom vom Norden zu den Industrieverbrauchern im Süden gelangt, bauen die Chinesen die erste Ultra-­Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitung kurz UHGÜ.

Die Changji-Guquan-Verbindung wird Strom von der nordwestlichen Region Xinjiang in die Provinz Anhui im Osten Chinas übertragen. 3000 km soll die Leitung überwinden und dabei 12 000 Megawatt übertragen.

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Weltrekord und Effizienzsteigerung

UHGÜ ist eine Weiterentwicklung der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung-Technologie HGÜ. Sie dient der Energieübertragung über weite Entfer­nungen. Für die Chinesen ist diese 1100-kV-Leitung nicht die erste ÜHGU-­Anlage, die sie in Betrieb nehmen. Bereits 2010 hatte die State Grid Corporation of China (SGCC) beim Xiangjiaba-Shanghai-Projekt eine 800-kV-UHGÜ-­Verbindung in Betrieb genommen. Mit der 1100-kV stellen die SGCC und die beim Bau beteiligte ABB mit den höchsten jemals erreichten Gleichstromspannungspegeln einen neuen Rekord auf. Zum Lieferumfang gehören Konvertertransformatoren und Komponenten wie Durchführungen und Stufenschalter.

China baut trotz sinkender Nachfrage seine Energieversorgung weiter aus. «Einige grosse Lastzentren Chinas befinden sich in der östlichen Region des Landes, während ein erheblicher Teil der Energieressourcen im Westen und Nordwesten liegt», sagt Claudio Facchin, Leiter der ABB-Division Stromnetze. Die ausgedehnte Geografie und die gestiegene Nachfrage im letzten Jahrzehnt haben das Land veranlasst, seine Hochspannungskapazität auszubauen.

Die chinesische Staatsfirma SGCC fährt indessen einen aggressiven Expansionskurs. Sie ist an der Übernahme der Netztechnik-Sparte der ABB interessiert. -sc-

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