Vor anderthalb Jahren erfolgte der Spatenstich, am 17. und 19. März 2026 war es so weit: Mit einem Open Day feierte Star Micronics die offizielle Eröffnung seines 1400 Quadratmeter grossen European Solution Centers in Otelfingen. Im SMM-Interview sprechen die Projektverantwortlichen über diesen Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte des Unternehmens.
Mit der Eröffnung des European Solution Centers setzt die Star Micronics AG ein klares Bekenntnis zum Standort Schweiz (v.l.n.r.: Remo Kneringer, CEO (ad interim), und Ryan-John Allmann, Projektmanager).
(Bild: Nastassja Neumaier, VCG)
Welche Funktionen hat das European Solution Center?
Remo Kneringer, CEO (ad interim): Mit dem neuen European Solution Center legen wir den Grundstein, um noch näher an unseren Kunden zu sein und sie ganzheitlich zu begleiten. Wir können Technologien erlebbar machen, gemeinsam Lösungen entwickeln und neue Anwendungen schneller in die Praxis umsetzen. Zudem verfügen wir über mehr Lagermöglichkeiten und kürzere Lieferfristen. Dadurch ergeben sich nicht nur Chancen für unser Wachstum, sondern vor allem für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden.
Wesentlich ist auch die engere Verzahnung mit Japan. Das neue European Solution Center schafft die nötigen räumlichen und technischen Voraussetzungen, um den Technologietransfer zwischen Japan und der Schweiz effizienter zu gestalten. In der Schweiz gibt es Industrien, wie die Medizin- und Uhrentechnik, in denen wir über sehr tiefes Know-how verfügen. Dieses Know-how sowie die Erfahrungen, die wir in ganz Europa sammeln, fliessen direkt in die Produktentwicklung ein.
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Ryan-John Allmann, Projektmanager: Das European Solution Center ist Herz und Puls für die mehr als 20 europäischen Länder, die wir betreuen. Der Westschweizer und der Bulgare z.B. produzieren nicht exakt dasselbe. Dieses Know-how bündeln wir im European Solution Center und geben es an unsere Kunden, Partner und Mitarbeitenden in ganz Europa weiter. Bisher sind wir zu unseren Vertretungen und Kunden gegangen, um sie «auf Papier» zu schulen. Jetzt können wir sie praxisnah in unseren Schulungsräumlichkeiten schulen und so einen viel tieferen Schulungseffekt erreichen.
Karl Huber, Managing Director: Gleichzeitig ist der Bau ein klares Bekenntnis zum Standort Schweiz und eine Investition in die Zukunft. Wir wollten nicht nur für den heutigen Bedarf bauen. Bereits in der Planungsphase haben wir mögliche Erweiterungen berücksichtigt. So schaffen wir die Basis für Wachstum, neue Arbeitsplätze und zukünftige Entwicklungen.
Wie viele Personen sind aktuell im European Solution Center beschäftigt?
R.-J. Allmann: Derzeit haben wir rund 20 Arbeitsplätze. Perspektivisch besteht die Möglichkeit, diese Zahl auf 50 bis 65 zu erhöhen.
Worauf haben Sie bei dem Bauprojekt ausserdem Wert gelegt?
Kernkompetenz als Teil der Architektur: Das runde Fenster in der Fassade symbolisiert den Drehprozess und ist gleichzeitig eine Referenz an die japanische Flagge.
(Bild: Nastassja Neumaier, VCG)
R.-J. Allmann: Das Gebäude sollte unsere Technologie, unsere Kultur und unsere langfristige Vision widerspiegeln. Drehen ist der Kern unserer Technologie. Diese kreisförmige Bewegung wollten wir sichtbar machen. So entstand die Idee des runden Fensters in der Fassade – als Symbol für den Drehprozess und gleichzeitig als Referenz an die japanische Flagge. In Kombination mit der spiralförmigen Treppe, die an einen Metallspan erinnert, wird unsere Kernkompetenz Teil der Architektur.
Mit «Open Space»-Büros und deren Sichtverbindungen zwischen den Etagen wollten wir kurze Wege und schnelle Abstimmungen ermöglichen. Transparenz fördert Kommunikation: Man sieht sich, bleibt verbunden und fühlt sich als Teil eines Teams. Gerade zwischen den Abteilungen Engineering, Application und Spare Parts ist das enorm wertvoll.
Zu guter Letzt: Die Maler, Tiefbauer und Baumeister kommen aus der Region. Das Gebäude wurde nach Minergie-Standard besonders energieeffizient gebaut und mit Photovoltaik auf rund 80 Prozent der Dachfläche sowie E-Ladestationen ausgestattet. Auch das verwendete Material ist nachhaltig. So besteht der Boden beispielsweise aus recyceltem Material. Durch den Hallenkran reduzieren wir die körperliche Belastung. Moderne Heiz- und Kühlsysteme sorgen für konstant angenehme Temperaturen. Kurzum: Das European Solution Center ist ein zukunftsfähiger und verantwortungsvoller Standort.
Was spricht für die Schweiz als europäischen Standort?
K. Huber: In den letzten 30 Jahren konnten wir grosses internationales Vertrauen aufbauen. Unsere Kunden und Partner schätzen den Standort Schweiz aufgrund der gut ausgebauten Infrastruktur, der stabilen Regierung sowie unserer technischen und sprachlichen Kompetenzen.
Dass sich das japanische Mutterhaus für diese bedeutende Investition entschieden hat, ist im hohen Mass unseren Mitarbeitenden zu verdanken. Viele von ihnen feiern 20- oder sogar 30-jährige Jubiläen. Ihr Einsatz, ihr Know-how und ihr Engagement haben entscheidend zur Entwicklung beigetragen.
Welche Ziele verfolgen Sie in den nächsten fünf Jahren?
R. Kneringer: Marktanteile zurückgewinnen, neue Kunden gewinnen und neue Verkaufsgebiete erschliessen – und das in ganz Europa. Ein Beispiel sind die Länder des ehemaligen Ostblocks, wie Bulgarien und Rumänien. Die Türkei läuft schon sehr gut und ist nach wie vor ein Wachstumsmarkt. Vor ein paar Jahren haben wir ausserdem damit begonnen, uns in Nordafrika umzuschauen. Eines der führenden Länder dort ist Ägypten, wo wir bereits ein kleines Zentrum eröffnet haben.
Stand vom 30.10.2020
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Zudem möchten wir verstärkt als Generalunternehmer auftreten, um unseren Kunden ganzheitliche Lösungen aus einer Hand zu bieten. Dabei geht es um die gesamte Prozesskette: von der Zwischenlagerung für die Weiterverarbeitung über das Waschen bis hin zum Messen und Einfliessen von Korrekturen in die Maschine. Auch der Automatisierungsgrad wird in Zukunft wesentlich zunehmen.
Damit steigen auch die Anforderungen an unser technisches Personal. Mit den Schulungsmöglichkeiten im European Solution Center haben wir die Weichen für die Zukunft gestellt.
Über die Star Micronics AG
Die Star Micronics AG ist ein Tochterunternehmen des japanischen Konzerns Star Micronics Co. Ltd. und vertritt dessen Interessen in der Schweiz und Teilen Europas. Die Star Micronics AG in ihrer heutigen Form wurde 1991 durch die Übernahme der Firma Brown & Sharpe mit Sitz in Brüttisellen gegründet. Da bereits seit 1981 Star-Maschinen in der Schweiz verkauft wurden, konnte auf der bestehenden Marktpräsenz und den gewachsenen Kundenbeziehungen aufgebaut werden. Aufgrund des stetigen Wachstums und des damit einhergehenden Platzmangels in Brüttisellen erfolgte Ende 2001 der Umzug nach Otelfingen. Im Zuge dessen wurde auch die Tochterfirma Star Machine Tool France in der Haute-Savoie in Frankreich gegründet. Dies war ein wichtiger strategischer Schritt, um die Präsenz in Europa zu stärken und näher an den europäischen Kunden zu sein. Für die Star Micronics AG sind Kundennähe und Servicequalität zentrale Erfolgsfaktoren. Mit der Eröffnung eines zusätzlichen Service-Centers in Gerlafingen im Frühjahr 2016 und des European Solution Centers im März 2026 wurde ein klares und positives Signal für den Standort Schweiz gesetzt.