Dem plötzlichen
«Bus-Tod» vorbeugen

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Langzeitanalyse erlaubt vorbeugende Instandhaltung

Zur Feldbusanalyse wird der Inspektor (Hardwaremodul) einfach auf die Hutschiene aufgeschnappt, über eine 24-Volt- Spannung versorgt und über ein rückwirkungsfreies Anschlusskabel mit dem Profibus verbunden. Ohne Konfiguration oder anderen zusätzlichen Aufwand ist der Einbau ins zu überwachende Mastersystem einfach möglich. Die Analyse läuft und überwacht nun kontinuierlich den logischen Datenverkehr, zählt Fehler und speichert vorübergehend folgende Ereignisse: zerstörte Telegramme, Telegrammwiederholungen, Diagnosemeldungen des Slaves und sichtbare Veränderungen der Zykluszeiten.

Mit der Monitoring-Software «PROmanage» ist es nun von zentraler Stelle aus möglich, über eine Ethernet-Verbindung alle gemessenen Daten in verständlichen Diagrammen (Reports) darzustellen. Jederzeit ist die zuständige Instandhaltung somit über den Zustand des Systems informiert. Alle Messwerte werden mit einem Zeitstempel versehen und bis zu 365 Tage minutenaktuell in einer Datenbank gespeichert. Die Alarmierung der Instandhalter erfolgt bevor die logische Busqualität den sicheren Bereich verlässt. Die Möglichkeit der Integration über «OPC» in bestehende Visualisierungen und der Fernzugriff über «VPN» sind wichtige Bestandteile dieser Systemlösung zur permanenten Netzwerküberwachung.

Automatisierte Lösungen zur Zustandsüberwachung

Hierzu werden individuell für jede Anlage geeignete Schwellenwerte definiert. Die Software ermöglicht zudem die zentrale Verwaltung von Daten aus bis zu 100 Netzwerken. Dank Langzeit-Datenspeicherung kennt der Anwender nicht nur jederzeit den Zustand seiner Anlage, sondern kann kontinuierliche Verschlechterungen frühzeitig wahrnehmen und eingreifen, bevor es zum Ausfall kommt. Will man trotz Einsatz von weniger Personal unerwartete Ausfälle vermeiden, kommt man an automatisierten Lösungen zur permanenten Zustandsüberwachung des Feldbusses nicht vorbei.

Daneben bringt das langfristige Speichern von Qualitätsdaten der Netzwerke weitere Vorteile: In der Praxis werden Erkenntnisse zum Thema «Netzwerk-Verschleiss» gesammelt. Damit kann zum Beispiel auf die Zusammenhänge von Betriebsdauer, Umgebungsbedingungen und Alterung geschlossen werden. Diese Informationen sind langfristig nicht nur für Instandhalter, sondern auch für Anlagenplaner und Gerätehersteller interessant. Gerade wenn Anlagen über ihren geplanten Einsatzzeitraum hinaus betrieben werden, sind Langzeitanalysen wichtig, die eine kontinuierliche Verschlechterung der Anlage aufzeigen und so vorbeugende Instandhaltung ermöglichen

Zielgerichteten Einsatz von Messgeräten vorbereiten

Als Geschäftsführer für Marketing & Vertrieb bei der Indu-Sol GmbH ist Karl-Heinz Richter mit verschiedenen Anlagenbetreibern im regen Austausch und beobachtet hier ein Umdenken bei den Investitionen: «Ich habe mit verschiedenen Autobauern gesprochen und einen interessanten Trend entdeckt: Während früher ein neues Modell zugleich auch komplett neue Produktionslinie bedeutete, ist heute die Herangehensweise die, neue Modelle möglichst auf bestehenden Anlagen fertigen zu können. Das heisst aber auch, dass Anlagen, die ursprünglich für einen Einsatzzeitraum bis 2011 vorgesehen waren, jetzt auf einmal bis 2020 arbeiten sollen. Hier werden Frühwarnsysteme für den Feldbus und auch für das Ethernet, die also bereits vor dem Anlagenausfall warnen, immer wichtiger.»

Zustandsorientierte und somit vorbeugende Wartung sind heute mehr als Schlagwörter in der Instandhaltung. Das gilt auch für den Feldbus. Hierbei kann der Inspektor hilfreiche Dienste leisten. So ist es mit seiner Hilfe möglich, an beliebigen Stellen des Netzwerks eine Kurzzeitanalyse durchzuführen. Die dabei gewonnenen Ergebnisse ermöglichen dann den zielgerichteten, ereignisbezogenen Einsatz weiterer Messgeräte. Karl-Heinz Richter ergänzt hierzu: «Es ist bei der Businspektion nämlich oft das wesentliche Problem, dass wir gar nicht wissen, wo wir ansetzen müssen. Ist es ein ?Kopf?- oder ein ?Rumpfproblem?, also ist der Fehler wirklich im Bus, in der Busanschaltung oder ist erin der I/O Erweiterung der einzelnen Feldbus-module zu suchen?»

Mit den in der Kurzzeit-Analyse gewonnenen Informationen und den zusätzlichen Ergebnissen der sehr gezielten Messungen wird dann klar, wo z.B. einzelne Busleitungen ausgetauscht werden müssen, Abschlusswiderstände fehlen oder aber ob der Einbau, eine Reparatur oder der Austausch einzelner Module nötig wird.

Autoren

Karl-Heinz Richter, Geschäftsführer für Marketing & Vertrieb Indu-Sol GmbH und

Nora Crocoll, Redaktionsbüro Stutensee

Information

Indu-Sol GmbH

Blumenstrasse 3

D-04626 Schmölln

Tel. +49 34491 5818 0

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