Mit «Machining Transformation» (MX), basierend auf den vier Säulen Prozessintegration, Automation, «Digitale Transformation» (DX) und «Grüne Transformation» (GX), setzt DMG Mori Massstäbe für die Fertigung der Zukunft. Im exklusiven SMM-Interview mit Irene Bader, Member of the Board Global Corporate Communication & Chief Marketing Officer der DMG Mori Company Limited, zeigt sich, dass für den Erfolg der Machining Transformation letztlich eines entscheidend ist: die «Human Transformation» (HX).
Irene Bader, Member of the Board Global Corporate Communication & Chief Marketing Officer der DMG Mori Company Limited, in der rund 9 000 m² grossen «DMG Mori City» auf der EMO 2023 in Hannover, wo die «Machining Transformation» erstmalig präsentiert wurde.
(Bild: DMG Mori)
SMM: Bei der «Machining Transformation» von DMG Mori stehen MX, DX und GX für «Machining», «Digitale» und «Grüne Transformation». Was versteht man darunter? Und wie greifen diese drei Transformationen ineinander?
Irene Bader: Unser Fokusthema ist die «Machining Transformation» (MX). Sie basiert auf den vier Säulen Prozessintegration, Automation, «Digitale Transformation» (DX) und «Grüne Transformation» (GX). Dabei handelt es sich aber nicht um separate Transformationen, sondern um einen ganzheitlichen Transformationsprozess, denn all diese Säulen bauen aufeinander auf.
Wir reden von «Machining Transformation», weil wir ganzheitlich die Produktivität der Maschine steigern. Zum Beispiel durch Automation oder durch die Prozessintegration zweier oder mehrerer Technologien in einer Maschine. Das mag zunächst nicht neu klingen – immerhin vereinen wir Technologien wie das 5-Achs-Simultanfräsen und das Drehen schon seit Jahrzehnten in einem Arbeitsraum – wir sehen hier aber noch ein Riesenpotenzial. Heute integrieren wir bereits weitere Technologien wie das Schleifen, das Verzahnungsfräsen, die Ultrasonic-Bearbeitung und die additive Fertigung mittels Pulverdüse.
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Decken wir mehrere Technologien in einer Maschine ab, benötigt der Kunde weniger Aufstellfläche, weniger Transporte und weniger Strom. All das trägt wiederum der Säule «Grüne Transformation» Rechnung.
Um bei der «Grünen Transformation» zu bleiben: Wie stehen ökonomische und ökologische Interessen zueinander? Wie stark beeinflussen ökologische Faktoren die Kaufentscheidung der Kunden?
I. Bader: Immer stärker. Vor allem für unsere kleinen und mittelständischen Kunden wird dieses Thema immer wichtiger. Nicht zuletzt, weil sich mit einem nachhaltigeren Prozess Kosten einsparen lassen. Aber auch, weil es bei der Kaufentscheidung ihrer eigenen Kunden eine immer entscheidendere Rolle spielt, wie nachhaltig die Produktion ist – Stichwort Lieferketten.
Um also auf deine Frage zurückzukommen: ökonomische und ökologische Interessen stehen nicht im Gegensatz zueinander – ganz im Gegenteil. Ökologische Faktoren sind mittlerweile ein selbstverständlicher Teil von Verkaufsgesprächen und beeinflussen die Kaufentscheidung zu einem grossen Teil. Da geht es nicht um ein modernes Image, sondern um ein Standbein für die Zukunft der Industrie. Neben den bereits erwähnten Kostengründen ist das eine grundlegende Überzeugung, die mittlerweile viele Unternehmen teilen.
Eine Branche, die sich momentan in der Transformation befindet, ist die Automobilindustrie. Der Wandel vom Verbrenner zum Elektromotor bringt neue Anforderungen an die Fertigung mit sich. Wie ist DMG Mori hier aufgestellt?
I. Bader: Im Vergleich zu Europa ist das Thema Elektromobilität in Japan schon viel länger präsent. Mit diesem Trend kamen auch die ersten Stimmen, die den Untergang der Maschinenbaubranche prophezeiten. Deswegen haben wir bereits vor etwa acht Jahren eine Gegenüberstellung gemacht und visualisiert, welche Teile für Verbrenner und welche Teile für Elektromotoren auf unseren Maschinen gefertigt werden. Die interessante Feststellung dabei war, dass der Unterschied gar nicht so gross ist. Auch für die Elektromobilität braucht es Werkzeugmaschinen. Wir konnten dadurch beruhigt festhalten: der Werkzeugmaschinenbau stirbt nicht, wenn sich die Automobilbranche ändert.
Wie steht es um die anderen Branchen?
I. Bader: Eine Branche, die für uns immer wichtiger wird, ist die Medizinbranche. Das bedeutet nicht, dass die anderen Branchen an Wichtigkeit verlieren, wir stellen einfach fest, dass die Medizinbranche derzeit förmlich boomt. Ein Grund dafür ist, dass die Gesellschaft immer älter wird und die Achtsamkeit in Bezug auf die Gesundheit zunimmt. Es werden mehr medizinische Geräte und sogenannte «Human Spare Parts» benötigt – zum Beispiel künstliche Hüftgelenke aus Titan. Hier kommen dann unsere Maschinen ins Spiel.
Und womit wir bei einem Thema wären, welches sich die Schweizer Fertigungsindustrie auf die Fahne schreibt …
I. Bader: Hochpräzision!
Genau. Welche Entwicklungen sind auf dem Schweizer Markt zu beobachten?
I. Bader: Hochpräzise Maschinen sind zwar die Basis, wir sehen aber auch, dass gerade in der Schweiz die Themen Prozessintegration und Automation eine immer grössere Rolle spielen. Hier steigt die Nachfrage aus der Schweiz deutlich. Was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass neben dem allgemeinen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften auch die Lohnkosten in der Schweiz hoch sind.
Prozessintegration bedeutet in einfachen Worten: die Komplexität der Prozesse rund um die Werkzeugmaschine zu verringern. In Hinblick auf den Fachkräftemangel wird das ein ganz wichtiges Thema für die Zukunft der Fertigung sein – nicht nur in der Schweiz. Wir müssen die vorhandenen Fachkräfte so effektiv wie möglich einsetzen und zusätzlich durch Automatisierung entlasten.
Der Fachkräftemangel stellt die Branche in der Tat vor grosse Herausforderungen. Wie begegnet DMG Mori diesem Thema?
I. Bader: Neben der erwähnten Prozessintegration und Automation setzen wir als Unternehmen alles daran, junge Menschen für den Werkzeugmaschinenbau zu begeistern. Sie sind unsere Zukunft und die Entscheidungsträger von morgen. Idealerweise können wir die Begeisterung bereits im Kindes- oder Jugendalter wecken. Dafür gehen wir beispielsweise an Schulen oder organisieren sogenannte «School Days» und zeigen auf, dass die Werkzeugmaschine bei nahezu allen Dingen unseres täglichen Lebens eine entscheidende Rolle spielt. Die Kinder und Jugendlichen staunen dann oft, dass es ohne diese Maschinen keine Züge oder Autos, keine Zahnbürsten und keine Uhren gäbe. Und obwohl es sich um eine Kernindustrie handelt, staunen auch Erwachsene nicht selten. Das zeigt mir, dass wir unsere Branche noch viel bekannter machen müssen.
Stand vom 30.10.2020
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Wir versuchen zudem im Gespräch mit Jugendlichen zu verstehen, was sie davon abhält, in die Fertigungsindustrie einzusteigen, um diese Hemmschwellen gemeinsam zu überwinden. In diesem Zusammenhang spielt das Thema Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle. Als Werkzeugmaschinenhersteller sind wir uns der enormen Verantwortung gegenüber der nächsten Generation bewusst. Gleichzeitig haben wir einen grossen Hebel, schliesslich bewegen wir uns in einer Schlüsselindustrie. Dahingehend müssen wir das Bewusstsein der jungen Generation, bei der Nachhaltigkeit einen hohen Wert hat, stärken: sie haben in der Fertigungsindustrie die Möglichkeit, entscheidende Lösungen für eine nachhaltigere Zukunft voranzutreiben und damit echte Massstäbe zu setzen. Wir freuen uns, engagierten Menschen diese Möglichkeit geben zu können.
Nicht zuletzt können wir auch dem Fachkräftemangel – wie allen Herausforderungen unserer Zeit – nur als Ökosystem begegnen. Deswegen engagieren wir uns beispielsweise stark für die Jugendförderungsprogramme des VDW oder bei den Berufsmeisterschaften «World Skills».
Bei welchen Herausforderungen setzt DMG Mori ausserdem auf Partnerschaften?
I. Bader: Wir müssen immer in Netzwerken denken. Ein Tunnelblick auf das eigene Unternehmen funktioniert nicht mehr. Lösungen lassen sich schneller entwickeln, wenn man Kooperationen eingeht. Deswegen arbeiten wir bei der Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb mit vielen starken Partnern zusammen.
Zum Beispiel?
I. Bader: Zum Beispiel beim Thema «Digital Twin». Eine Lösung, die eindrucksvoll zeigt, wie die DX-Säule sowohl die Produktivität und Effizienz (MX) als auch die Nachhaltigkeit (GX) positiv beeinflusst. Dabei arbeiten wir unter anderem mit Siemens zusammen.
Der Einsatz eines Digital Twins in der Produktionsplanung ermöglicht eine «First time right»-Produktion an der realen Maschine, da die Bearbeitung bereits im Vorfeld beim Testen am digitalen Zwilling optimiert werden kann. Das ermöglicht einen bis zu 40 Prozent schnelleren Produktionshochlauf und reduziert so den Energieverbrauch der realen Maschine erheblich. Ausserdem hilft der digitale Zwilling, Programmierfehler zu vermeiden, die Ausschuss und Schäden an der realen Maschine verursachen.
DMG Mori Partner Awards 2024
Anlässlich der traditionellen Hausausstellung in Pfronten lud DMG Mori zum Jahresauftakt Partner und Lieferanten zum «Partner Summit» ein. Als besondere Anerkennung für herausragende Leistungen wurden sieben DMG Mori Partner Awards überreicht – namentlich an: Algra S.p.A., Daikin Industries, Ltd., Dr. Johannes Heidenhain GmbH, Fuchs SE, Industria Co. Ltd., Seifert Systems Ltd. und SMC Corporation.
Dr.-Ing. Masahiko Mori: «DMG Mori treibt mit der ‹MX – Machining Transformation›-Strategie gezielt Innovationen und Technologien im Werkzeugmaschinenbau voran. Wir entwickeln uns ständig weiter. Unsere Partner haben den Mut, uns auf diesem herausfordernden Weg zu begleiten, gemeinsam neue Ideen zu entwickeln und bestehende Prozesse zu optimieren.»
Alfred Geissler: «Unsere Lieferanten und Partner tragen mit ihren Produkten und Ideen entscheidend zum Erfolg von DMG Mori bei. Mit unseren DMG Mori Partner Awards bedanken wir uns für die herausragende Zusammenarbeit – für die hohe Qualität, Verlässlichkeit und starke Innovationskraft.»
Vor allem im Bereich der Ausbildung ist die Beanspruchung der Maschinen oft hoch.
I. Bader: Absolut. Deswegen setzen wir Digital-Twin-Lösungen bereits in der Ausbildung ein. Auch weil der Umgang damit zum Skillset der Zukunft gehört.
Aber auch in der Weiterbildung sehe ich ein enormes Potenzial für den Einsatz dieser Lösungen. So kann beispielsweise die Zeit zwischen der Bestellung und der Auslieferung einer neuen Maschine bereits für die Schulung der Mitarbeitenden genutzt werden, indem sie sich mit dem Digital Twin der Maschine vertraut machen und erste Anwendungen testen. Mit Inbetriebnahme der Maschine kann dann im Idealfall umgehend und «first time right» produziert werden.
Wo bleibt der menschliche Kontakt in dieser «digitalen Transformation»?
I. Bader: Die Digitalisierung ist ein wichtiges Tool für die Prozessintegration und die Basis für die Automatisierung der Werkzeugmaschine. Sie ersetzt aber nicht den menschlichen Kontakt. Werkzeugmaschinen sind hochkomplex – es wird nach wie vor den Menschen brauchen, der die Maschine erklärt, der sie wartet und der für Rückfragen zur Verfügung steht. Davon bin ich überzeugt.
Das sehen wir übrigens auch im Verkaufsgespräch. Die Kunden kommen heutzutage zwar viel informierter in ein solches Gespräch, da sie auf nahezu unbegrenzte, digitale Informationsquellen zugreifen können, am Ende des Tages entscheidet aber die menschliche Beratungskompetenz, ob und in welche Lösung investiert wird. Das kann ein Tipp des Maschinenbedieners sein, ein Besuch bei einem anderen Hersteller oder das Gespräch mit unserem Team – bei der Kaufentscheidung kommt es auf die menschliche Komponente an.
Sie macht auch den Erfolg unseres Unternehmens aus. Als global aufgestelltes Unternehmen verfügen wir über ein grosses Portfolio an Werken und R&D-Standorten. Die unterschiedlichen Blickwinkel aus den verschiedenen Kulturen sind meines Erachtens einer unserer grössten Vorteile. Unser Team in Japan hat zum Beispiel besonders die kleinsten Details im Blick, das Team in Europa fokussiert dagegen zunächst das grosse Ganze, und genau das macht es dann aus – von den unterschiedlichen Blickwinkeln auf ein Thema lebt unsere «Global One Company».
Wie bekommt DMG Mori diese unterschiedlichen Blickwinkel unter einen Hut?
I. Bader: Die Grundlage dafür ist ein kulturelles Verständnis füreinander. Dieses müssen wir als dynamisches Unternehmen aktiv fördern. Im digitalen Zeitalter ist dabei die Kraft der persönlichen Begegnung nicht zu unterschätzen. Unsere Entwicklungsteams aus Japan, Deutschland und den USA kommen beispielsweise einmal im Jahr zu einer «Product Development»-Konferenz zusammen und arbeiten in interkulturellen Workshops an bestimmten Themen. Der Austausch, der dort stattfindet, ist elementar für das gegenseitige Verständnis, und die Lösungen, die dabei entstehen, sind nicht Maschinen für einen bestimmten Markt, sondern Maschinen für die Welt.
Bleiben wir beim Thema Diversität. Stichwort: Frauen in der Industrie. Als erste Frau im Vorstand der DMG Mori Co., LTD bist du der lebende Beweis dafür, dass Frauen keine Grenzen gesetzt sind, und dennoch sind sie in der Industrie unterrepräsentiert. Wie gelingt es, mehr Frauen für die Industrie zu begeistern?
I. Bader: Diese Frage ist eine Herzensangelegenheit für mich. Ich bin seit meinem Berufseinstieg in der Maschinenbaubranche tätig, angefangen mit meinem ersten Studium, wo ich bei einem österreichischen DMG-Händler in der Auftragsabwicklung gearbeitet habe, bis heute im Vorstand der DMG Mori Co., LTD. Lange habe ich mich mit dem Thema «Frauen in der Industrie» nicht bewusst beschäftigt, erst als jemand zu mir sagte: «Bei dir ist die gläserne Decke aus Panzerglas», änderte sich das.
Als ich dann 2005 zu – damals noch – Mori Seiki wechselte, wunderte es mich, dass Frauen in Japan mit der Eheschliessung aufhörten, zu arbeiten. Ich habe versucht, diesen kulturellen Aspekt zu verstehen, und angefangen, mich für Rahmenbedingungen einzusetzen, die es den Frauen ermöglichen, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Denn Frauen sind für den Arbeitsmarkt besonders wichtig, vor allem in schnell alternden Gesellschaften wie Japan. Dort hat die Regierung zwar schon lange die Möglichkeit geschaffen, dass auch Männer in Elternzeit gehen können, sie tun es aber noch zu selten. Dafür braucht es «Role Models». Wir als Unternehmen müssen also auf der einen Seite Frauen sichtbarer machen und auf der anderen Seite die Väter aktiv ermutigen, sich Elternzeit zu nehmen, um die klassischen Rollenbilder aufzubrechen. Grundsätzlich gilt: Wer beruflich am Ball bleiben möchte, soll auch die Möglichkeit dazu bekommen. Dazu gehören beispielsweise flexible Arbeitsmodelle.
Ein grossartiges Beispiel für die Förderung der berufstätigen Frauen in Japan ist die Nara Women’s University. Seit 2022 haben wir eine Partnerschaft mit dieser Universität. Wir unterstützen zum Beispiel den Studiengang Ingenieurwissenschaften, in dem angehende Ingenieurinnen in unserem Produktentwicklungszentrum in Nara an unseren Maschinen forschen können. Darüber hinaus bieten wir Studentinnen – auch anderer Fakultäten – die Möglichkeit, bei uns durch Praktika oder Nebenjobs erste Schritte in unserer Branche zu machen. Mit diesen Initiativen machen wir sowohl die Branche für die Frauen als auch die Frauen für die Branche sichtbar. Je grösser die Sichtbarkeit, desto mehr Frauen werden wir für die Industrie gewinnen können.
Unser Ziel ist es, den Frauenanteil in den Führungsebenen zu erhöhen. Da haben wir schon viel erreicht. Auch in der Entwicklung haben wir tolle Kolleginnen. In Japan wurden unsere Lasertec-DED-Maschinen für die additive Fertigung beispielsweise von einer Ingenieurin entwickelt. Ich sage nicht, dass Frauen alles besser können, Männer aber auch nicht. Der Mix macht den Erfolg aus.