Auf komplexe Fragestellungen innovative Lösungen finden, dabei hilft die agile Innovationsmethode Design Thinking. Sie stellt den Kundennutzen in der Vordergrund - auch etwas für den Maschinenbau?
Innovation mit Design Thinking - die agile Innovationsmethode wird auch in der Industrie eingesetzt.
Unternehmen, Forschungsteams und Entwickler aus dem Maschinenbau werden häufig mit komplexen Fragestellungen konfrontiert. Ein dynamischer Kontext und viele unbekannte Variablen sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Mit der agilen Innovationsmethode Design Thinking können diese Fragestellungen agil angegangen und gelöst werden. Im Vordergrund steht dabei schon bei der Entwicklung und Forschung der Nutzen für den Kunden oder Anwender. Die Methode unterscheidet sich in ihrer strikten Kundenorientierung deutlich von anderen Ansätzen.
Kundenorientierung, Agilität und Interdisziplinarität - die zentralen Merkmale des Design Thinking
Das Design Thinking stammt ursprünglich aus dem Umfeld von Designern, die problemlösungsorientierte Prozesse verstehen und entwickeln wollten - daher der Name. Über das Silicon Valley kam die Methode in den Jahren nach 2007 über den grossen Teich. Heute wird sie von zahlreichen bekannten Unternehmen wie SAP, Lufthansa oder IBM genutzt - sei es bei singulären Fragestellungen, sei es ganzheitlich als umfassend implementierte Methode und Denkweise. Zu den wesentlichen Merkmalen der vielseitig anwendbaren Innovationsmethode gehören die Aspekte Kundenorientierung, Agilität und Interdisziplinarität. Der Kern ist folgender: Fachleute aus verschiedenen Disziplinen arbeiten agil miteinander an der Lösung eines identifizierten Problems - etwa bei der innovativen Produktentwicklung im Maschinenbau.
Systematische Optimierung eines Produkts wird möglich
Feedbackschleifen bzw. iterative Schleifen (iterativ = schrittweise) ermöglichen beim Design Thinking eine systematische Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Anwendung im Maschinenbau ist das Vorhandensein eines kreativen, offenen Umfelds sowie von Experten verschiedener Disziplinen. Unternehmen, die über beides verfügen, haben gute Chancen, von der Methode zu profitieren - bei der Prototypenentwicklung und bei der Weiterentwicklung bestehender Prozesse oder Komponenten unter dem Aspekt des Anwendernutzens.
Im Maschinenbau ist Umdenken erforderlich
Eine weitere Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung des Design Thinking im Maschinenbau ist die Bereitschaft zum Mitdenken und Umdenken. Stand bislang bei der Entwicklung von Produkten der Gedanke der technologischen Machbarkeit im Vordergrund, so steht nach der Implementierung der Methode der direkte Kundenwunsch im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Aufgabenstellung selbst erfährt dadurch eine fundamentale Wende. Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch die hierarchieübergreifende Zusammenarbeit verschiedener Experten - etwa Digitalisierungsfachleuten und Produktdesignern - können Probleme schneller identifiziert sowie mithilfe von Feedbackschleifen schrittweise gelöst werden. Bei den Feedbackschleifen greift man im Übrigen je nach Aufgabenstellung auf verschiedene Mittel zurück. Auch externe Methoden wie Befragungen oder Fokusgruppen-Interviews kommen zum Einsatz. Vom Anwender gewünschte Eigenschaften - die andernfalls unter den Tisch zu fallen drohen -- können dadurch bereits frühzeitig im Entwicklungs- und Umsetzungsprozess berücksichtigt werden.
Die sechs Schritte des Design Thinking
Das Design Thinking setzt sich aus sechs Phasen oder Schritten zusammen. Es handelt sich keinesfalls um eine eindimensionale Methode, sondern vielmehr um einen mehrteiligen, variabel zu handhabenden Prozess. Die sechs Schritte ergeben in ihrer Gesamtheit einen intuitiven Prozess, der ungeachtet aller Variabilität ausreichend Struktur und Festigkeit für ein zielgerichtetes, sicheres Vorgehen besitzt. Die sechs Schritte sind:
Verstehen: Herbei werden alle Beteiligten auf einen einheitlichen Stand gebracht. Man einigt sich auf eine gemeinsame Sprache (wörtlich sowie im übertragenen Sinn) und definiert das Problem in seinen Grundzügen.
Beobachten: Durch Beobachtung und direkte Interaktion mit dem Kunden rücken die Bedürfnisse des Anwenders in den Mittelpunkt.
Definition des Standpunkts. Hier geht es darum, auf der Grundlage der gesammelten Informationen einen Rahmen zur Lösung des Problems zu entwickeln.
Ideenfindung: Im Team werden Ideen zusammengetragen, bewertet und anschliessend nach Priorität geordnet.
Prototyping: Auf der Basis der in den Schritten 1 bis 4 gewonnenen Daten entsteht ein Prototyp. Dieser muss nicht perfekt sein, sollte jedoch präsentabel sein.
Testen: In der letzten Phase wird der Kunde oder Anwender mit dem Prototyp konfrontiert und dazu befragt. Die hierbei erlangten Erkenntnisse fliessen anschliessend in die Weiterentwicklung mit ein. Je nach Feedback des Tests geht es zurück zu Schritt 1, 2, 3, 4 oder 5 - so lange, bis das Produkt oder die Dienstleistung tatsächlich markttauglich ist.
Das Design Thinking dient im Maschinenbau typischerweise entweder der grundlegenden Erweiterung des Produktportfolios oder der Verbesserung bestehender Produkte. So lassen sich etwa Komponenten in der Automatisierungsindustrie mittels der agilen Innovationsmethode entwickeln und zur Marktreife bringen. Weitere bekannte Praxisbeispiele sind neue Geschäftsmodelle aus den Bereichen Industrie 4.0 und Digitalisierung im Maschinenbau. Auch Entwicklungen / Dienstleistungen und Produkte wie Airbnb, eine innovative Kinderzahnbürste, der Babyínkubator Embrace und ein Schulungskonfigurator für die Belegschaft von Audi gehen auf das Design Thinking zurück.
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Stand vom 30.10.2020
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