Maschinenbau erstmals wichtigster Kunde Deutsche Werkzeugmaschinenhersteller stellen sich breiter auf

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Das Ergebnis der aktuellen Kundenstrukturerhebung des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) unter seinen Mitgliedern zeigt eine Diversifizierung der Abnehmerbranchen der deutschen Werkzeugmaschinenhersteller.

Franz-Xaver Bernhard, Vorsitzender des VDW: «Die grosse Vielfalt der Abnehmerindustrien zeigt, dass die Werkzeugmaschinenindustrie ihre Rolle als Enabler ausfüllt und wachsenden Zukunftsbranchen einen grossen Mehrwert bieten kann.»(Bild:  VDW)
Franz-Xaver Bernhard, Vorsitzender des VDW: «Die grosse Vielfalt der Abnehmerindustrien zeigt, dass die Werkzeugmaschinenindustrie ihre Rolle als Enabler ausfüllt und wachsenden Zukunftsbranchen einen grossen Mehrwert bieten kann.»
(Bild: VDW)

Laut VDW lieferte die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie im vergangenen Jahr rund 27 Prozent ihrer Produktion in die Automobil- und Zulieferindustrie. Das ist ein Rückgang von rund 16 Prozentpunkten in nur vier Jahren. «Die Automobilindustrie bleibt eine der wichtigste Abnehmerbranche für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie», sagt Franz-Xaver Bernhard, der Vorsitzende des VDW. «In dem Ergebnis schlagen sich jedoch zwei Entwicklungen nieder. Zum einen investiert sie aufgrund der Transformation zum Elektroantrieb deutlich weniger in die Zerspanung. Zum anderen diversifizieren auch die Werkzeugmaschinenhersteller ihr Abnehmerportfolio.» Tatsächlich habe sich der Anteil der OEMs seit 2019 auf 10 Prozent mehr als halbiert, während der Anteil der Zulieferer lediglich von 19,9 auf 17,2 Prozent gesunken ist.

Etliche Werkzeugmaschinenhersteller haben sich frühzeitig auf die Transformation eingestellt und bedienen auch den Markt für Elektromobilität. Wolfram Weber, Mitglied der Geschäftsleitung der Firma Grob in Mindelheim und Vorsitzender des VDW-Wirtschaftsausschusses, sagt stellvertretend: «Wir haben frühzeitig auf den Wandel hin zum Elektromotor reagiert und sind bereits 2016 in das Geschäftsfeld eingestiegen. Heute bieten wir umfassende Lösungen für Antriebs- und Energiespeichersysteme an, was sich in unseren Geschäftszahlen zeigt: Da auch die Zerspanungssysteme zum grossen Teil Werkstücke für die E-Mobilität produzieren, macht dieser Bereich rund 60 Prozent unserer Leistung von rund 1,8 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2023/24 aus.»

Bildergalerie

Wichtigster Abnehmer von Werkzeugmaschinen mit einem Anteil von rund 30 Prozent war 2023 erstmals der Maschinenbau mit seinen vielfältigen Teilbranchen. Sein Anteil hat seit 2019 um 6 Prozentpunkte zugelegt. Zu den wichtigsten Teilbranchen gehören der Werkzeug- und Formenbau, die Werkzeugmaschinenindustrie selbst, Landmaschinen sowie Komponenten wie Hydraulik und Pneumatik oder die Antriebstechnik.

Dieser Wandel steht exemplarisch für die notwendige Diversifizierung und Innovation im Maschinenbau, um den Herausforderungen einer sich verändernden Industrielandschaft erfolgreich zu begegnen. Einer, der den Lieferanteil der Automobilindustrie drastisch gesenkt hat, ist Dr. Thorsten Schmidt, CEO der Heller Gruppe in Nürtingen. Er sagt: «Während 2017 noch 80 Prozent unseres Umsatzes aus dem Geschäft mit der Automobilindustrie stammten, sank dieser Anteil bis 2022 auf 50 Prozent. Im vergangenen Jahr entfielen im Auftragseingang nur noch 6 Prozent auf den Verbrennungsmotor. Die Bereiche Lkw und Landwirtschaft sind für uns allerdings weiterhin von zentraler Bedeutung. Wir fertigen mittlerweile Fräs-Dreh-Zentren sowie 4- und 5-Achs-Bearbeitungszentren für den Werkzeug- und Formenbau, die Luft- und Raumfahrtindustrie, den allgemeinen Maschinenbau und viele weitere Branchen.»

Im Ranking der wichtigsten Abnehmerindustrien nach Maschinenbau und Automobilindustrie folgen die Hersteller von Metallerzeugnissen, die Luft- und Raumfahrt, die Elektrotechnik/Elektronik sowie die Metallerzeugung und -bearbeitung. Weitere bedeutende Abnehmerindustrien sind die Feinmechanik, der Schienenfahrzeugbau, die Energietechnik und die Medizintechnik. Sie alle haben in ihrem Anteil zugelegt. Hierin spiegeln sich Trends wie Digitalisierung, Energiewende und Klimaschutz, Modernisierung der Infrastruktur sowie eine älter werdende Gesellschaft wider.

Fazit Bernhard: «Die grosse Vielfalt der Abnehmerindustrien zeigt, dass die Werkzeugmaschinenindustrie ihre Rolle als Enabler ausfüllt und wachsenden Zukunftsbranchen einen grossen Mehrwert bieten kann.»

Hintergrund

Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie gehört zu den fünf grössten Fachzweigen im Maschinenbau. Sie liefert Produktionstechnologie für die Metallbearbeitung in alle Industriezweige und trägt massgeblich zu Innovation und Produktivitätsfortschritt in der Industrie bei. Durch ihre absolute Schlüsselstellung für die industrielle Produktion ist ihre Entwicklung ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Dynamik der gesamten Industrie. 2023 produzierte die Branche mit durchschnittlich rd. 65.200 Beschäftigten (Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern) Maschinen und Dienstleistungen im Wert von rund 15,4 Mrd. Euro.

(neu)

(ID:50113336)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung