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Wire präsentiert sich stabil
Mit mehr als 1130 Ausstellern aus 49 Ländern verbucht die Wire aktuell ebenso viele Anmeldungen wie vor zwei Jahren. Allerdings wird hier ein leichter Flächenrückgang verzeichnet, der auf die Standgrössenreduzierung einzelner Aussteller zurückzuführen ist.
Die Wire präsentiert wiederum Maschinen und Anlagen zur Drahtherstellung und Veredelung, Werkzeuge und Hilfsmaterialien zur Verfahrenstechnik sowie Werkstoffe und Spezialdrähte. Ausserdem werden Neuigkeiten aus den Bereichen Kabel-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik sowie Prüftechnik vorgestellt. Spezialgebiete wie Logistik, Fördersysteme und Verpackungen ergänzen das Angebot
Unvermindert hohe Internationalität beider Messen
Die letzte Doppelmesse im Jahre 2008 zählte insgesamt 2161 ausstellende Unternehmen, 1130 Firmen aus 50 Ländern auf der Wire und 1028 aus 47 Ländern auf der Tube. Um die 70% aller Aussteller stammten von ausserhalb Deutschlands, das Messeduo zählt damit wohl zu den internationalsten Messen in Deutschland überhaupt. Auch die Schweiz war mit zusammen 64 ausstellenden Unternehmen, 27 Firmen auf der Tube und 37 auf der Wire, sehr gut vertreten.
Die traditionell hohe Internationalität wird sich möglicherweise auf der kommenden Messe noch steigern. So wird beispielsweise die erstmalige Messebeteiligung eines Aluminiumherstellers aus Mexiko vermeldet. Ausserdem kommen zum ersten Mal Firmen aus Ägypten, Estland, Kolumbien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Sehr hoch ist erfahrungsgemäss auch der Anteil internationaler Messebesucher. Insgesamt gegen 78000 Besucher aus 90 Nationen reisten zur Rekordveranstaltung 2008 nach Düsseldorf. Zur Wire kamen 42500 Besucher, rund 59% davon von ausserhalb Deutschlands. Die Tube wurde von insgesamt 35300 Personen besucht, der Anteil ausländischer Besucher lag bei 53%. Die Schweiz rangierte bei beiden Messen immerhin an achter Stelle. Ähnlich hohe Zahlen erwartet die Messeleitung auch für 2010.
Neue Rohrwerkstoffe für Grossrohre
Seit mehreren Jahren konnten speziell die Hersteller von grossen Stahlrohren hohe Zuwachsraten verbuchen. Dazu haben im Wesentlichen zwei Entwicklungen beigetragen: zum einen die enorme industrielle Entwicklung in China, zum anderen der stark zunehmende Energiebedarf.
Speziell bei allen Energierohren (Ölfeld-, Leitungs- und Kesselrohre) ist dabei eine Tendenz zu noch höherfesten legierten Werkstoffen zu beobachten. So beispielsweise auch bem Weltmarktführer bei Pipeline-Rohre, der Europipe GmbH. Deren Grossrohre werden von den Pipeline-Herstellern, die ihre Leitungen zunehmend unter härteren Umgebungsbedingungen und höheren Drücken (bis 100 bar) betreiben müssen, verstärkt in hochfesten Stahlgüten wie X80 (Mindeststreckgrenze 552 MPa) oder X100 (Mindeststreckgrenze 690 MPa) und noch darüber hinaus gefordert. Ausserdem geht der Trend im Grossrohrsektor aus den erwähnten Gründen hin zu höheren Wanddicken (bis zu über 30 mm) und hoher Tieftemperaturbeständigkeit.
Auch die Kabelindustrie steht vor neuen Herausforderungen
Entwicklungen, wie beispielsweise in der Automobilindustrie, stellen die Kabelindustrie laufend vor neue Herausforderungen. Die Entstehung neuer Antriebssysteme, wie Hybrid- oder Elektroantrieb, aber auch die Notwendigkeit, aus ökologisch-ökonomischen Gründen das Fahrzeuggewicht zu reduzieren, zwingen unter anderem dazu, die bisherigen Kupferkabel-Bordnetze durch solche mit spezifisch leichteren Leitungen zu ersetzen.
So arbeiten verschiedene Kabelhersteller daran, Kupferleiter durch Aluminium- oder Verbunddrähte zu ersetzen, beispielsweise durch kupferbeschichteten Aluminiumdraht (Copper-Clad Aluminum Wire, CCAW) oder kupferbeschichteten Stahldraht (Copper-Clad Steel Wire, CCSW). Diese Bimetalldrähte haben den Vorteil, dass sie bestimmte Eigenschaften der Ausgangswerkstoffe miteinander kombinieren, so beispielsweise hohe elektrische Leitfähigkeit, hohe mechanische Festigkeit und relativ niedriges Gewicht. Sie erfordern aber auch modifizierte Produktionstechnologien. Die Wire wird darum unter anderem auch über aktuelle und künftige Fertigungskonzepte informieren.
Autor
Hermann A. Jörg
Redaktor SMM
