Dynamischer Jungunternehmer
>> Bruno Vogelsang gehört zu den erfolgreichsten Jungunternehmern der Schweiz. Sein Erfolg basiert einerseits darauf, dass er sich in einer dynamischen Branche bewegt, die sich in Bezug auf die Kundenanforderungen relativ rasant weiterentwickelt. Zudem ist er aktiv zu Gunsten von gleich drei SWISSMECHANIC-Organisationen.
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Swissmechanic: Sie gehören zu den erfolgreichsten Jungunternehmern in der Schweiz. Sie haben innert kurzer Zeit drei Unternehmen übernommen und diese zu erfolgreichen und marktfähigen Firmen Ihrer Holding aufgebaut. Woher kommt dieser Erfolg?
Bruno Vogelsang: Unser Erfolg basiert einerseits darauf, dass wir uns in einer dynamischen Branche befinden, welche sich technologisch und in Bezug auf die Kundenanforderungen relativ rasant weiterentwickelt. Wir stellen uns in der Strategie diesem Tempo und nehmen täglich diese Herausforderungen an. Andererseits kann ich auf ein starkes Team zählen und auf Mitarbeitende, die Verantwortung zu übernehmen wissen. Ausserdem habe ich auch «Glück» gehabt, meistens richtige Entscheide getroffen zu haben.
SM: Kürzlich war in einer Zeitung zu lesen, Ihr Ziel sei die Führungsrolle in der Metallbranche, speziell in der Blechverarbeitung. Wieviel ist an dieser Aussage?
B.V.: Momentan gehören wir zu den ganz wenigen Betrieben, die eine sehr breite Prozessvielfalt in der Metallverarbeitung anbieten. Ich kenne persönlich keinen zweiten Betrieb, der so viele verschiedene Prozesse unter einem Dach vereint. Ein Ziel, das wir verfolgen, ist, dass wir die Vergabe von Zwischenprozessen möglichst vermeiden können. Dies garantiert uns eine grosse Unabhängigkeit, wovon auch unsere Kunden profitieren. Ausserdem ist es vorteilhaft, dass Lieferfristen und Qualität unseres Leistungsangebotes einheitlich sichergestellt werden.
SM: Bruno Vogelsang, Sie sind in drei verschiedenen SWISSMECHANIC-Organisationen engagiert: So sind Sie Mitglied der Sektion Schwyz und gehören den Branchenorganisationen des Forum Blech sowie des Wasserstrahl- und Laserstrahl-Verbandes an. Zusätzlich sind Sie noch Mitglied in der Wirtschaftskommission der SWISSMECHANIC-Dachorganisation. Welches ist Ihre Motivation, im Verband derart aktiv mitzumachen?
B.V.: Ich denke, wir haben als Arbeitgeber verschiedene Verantwortungen. Einerseits müssen wir beachten, dass sich unsere Berufsbilder positiv entwickeln und sich attraktiv gestalten. Andererseits haben wir die Verantwortung, unsere Interessen zu deponieren und dafür zu sorgen, dass sie breit abgestützt von einer Mehrheit der Mitglieder getragen werden. Das sind die Motivationen, die ich habe, um in diesen Gremien von SWISSMECHANIC als Mitglied mitzuwirken.
SM: SWISSMECHANIC ist der Verband der KMU in der MEM-Branche. Trotz unserer Grösse und der volkswirtschaftlichen Bedeutung und einem Umsatz von über 20 Milliarden Franken spricht man wenig über SWISSMECHANIC. Vielmehr steht der Verband Swissmem vielfach an erster Stelle. Woran liegt das oder was machen wir falsch? Inwiefern müssten wir uns verbessern?
B.V.: Es gibt hier ein grundsätzliches Problem. Primär spricht man von den grossen Firmen, den Global Players. Zugleich spricht man von der «Too-big-to-fail-Problematik» und nicht von den rund 98 % der kleinen – und mittleren – Unternehmen. Sie besetzen die öffentliche Wahrnehmung. Das ist auch ein Grund, wieso der Verband wie SWISSMECHANIC attraktive Unternehmen als Mitglieder braucht, die die Bedeutung der kleineren Unternehmen in den Vordergrund rücken. Man sollte zukünftig mehr von den kleineren Betrieben sprechen als über die Grossen, die an sich nicht den Durchschnitt unserer Schweizer Wirtschaft widerspiegeln.
SM: SWISSMECHANIC kennt eine matrixartige Organisationsstruktur. Einerseits vertikal über die regionalen bzw. kantonalen Sektionen organisiert und anderseits die Branchenorganisationen, die landesweit aufgestellt sind. Swissmem hingegen kennt eine zentralistische Organisationsstruktur? Was kann uns schlagkräftiger machen?
B.V.: Ich könnte mir eine Konzentration der Kräfte durchaus vorstellen, mit dem Ziel, den Bekanntheitsgrad, die Wirkung und die Wahrnehmung zu erhöhen. Ich denke, dass Schritte in diese Richtung dem Verband SWISSMECHANIC dienlich wären, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Dazu gehört auch die Stärkung des kommunikativen Auftritts gegenüber den eigenen Mitgliedern und den Nicht-Mitgliedern. Ein verstärkter aktiver Auftritt des Verbandes gegenüber Behörden und Politik sowie bei anderen Verbänden wäre nur vorteilhaft. Auch die Presse muss SWISSMECHANIC vermehrt als kompetenten Ansprechpartner wahrnehmen. Es muss SWISSMECHANIC gelingen, ein ähnliches Bild zu vermitteln, wie es die Swissmem macht. Ein anderer Punkt ist, dass die Swissmem mehrheitlich grosse Mitglieder auf sich vereint. Da die Grossen bereits präsent sind, ist Swissmem schon naturgemäss wesentlich präsenter als SWISSMECHANIC. Wir müssen also in Zukunft vermehrt als der Spitzenverband der KMU-MEM-Branche glaubwürdig und kompetent auftreten.
SM: Wir danken Ihnen für das interessante Gespräch. <<
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