EMO 2011: viele Neuheiten erwartet
>> Für die EMO 2011 in Hannover erwartet der Veranstalter Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V. (VDW) sehr viele Neuheiten und wichtige Impulse für den Werkzeugmaschinenmarkt aus dem Bereich der Energietechnik. Im Vorfeld der Messe sprach SMM mit Dr. Wilfried Schäfer, dem Geschäftsführer des VDW.
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SMM: Was erwarten Sie als Veranstalter von der diesjährigen EMO?
Dr. Wilfried Schäfer: Wir erwarten eine sehr gute Veranstaltung und sind zuversichtlich, dass die EMO auf eine gute Besucherresonanz stossen wird. Die Konjunkturlage ist bisher sehr positiv, daher besteht hoher Investitionsbedarf. Es bleibt zu hoffen, dass dies auch ungeachtet der neuerlichen Finanzmarktturbulenzen so bleibt.
Wie vergleichen Sie die Situation heute mit der von vor vier Jahren?
W. Schäfer: Auf der Ausstellerseite ist die diesjährige Messe vergleichbar mit 2007 – abgesehen von leichten Schwankungen, die aber normal bei solchen Messen sind. Allerdings ist die Konjunkturlage nicht vergleichbar. Während der EMO 2007 schon eine längere Aufschwungphase vorangegangen war, befinden wir uns 2011 mitten im Aufschwung.
Welchen Einfluss hat die Konjunkturlage auf die EMO?
W. Schäfer: Die Messe ist ein Spiegelbild des Marktes. Die Firmen haben ein begrenztes Marketingbudget und müssen daher entscheiden, wie sie das Budget einsetzen. Untersuchungen zeigen jedoch immer wieder, dass Messen ein zentrales Marketinginstrument sind. Das gilt insbesondere für eine Weltleitmesse wie die EMO Hannover.
Viele Hersteller haben die wirtschaftlich mageren Zeiten für Neu- und Weiterentwicklungen genutzt. Was erwarten Sie in technologischer Hinsicht von der EMO?
W. Schäfer: Wir wissen von Kernkunden und Mitgliedern, dass sie die Zeit für Entwicklungen genutzt haben. So erwarten wir, dass auf der EMO sehr viele Neuheiten zu sehen sein werden. Ein Thema wird dabei die Energieeffizienz sein – vor allem bei den europäischen Ausstellern.
Dieses Jahr wird die EMO Fertigungstechnologien für die Luft- und Raumfahrt besonders herausstellen. Welche Bedeutung hat diese Branche für die deutsche bzw. europäische WZM-Industrie?
W. Schäfer: Die Luft- und Raumfahrt hat für uns eine sehr hohe Bedeutung, weil sie für viele Unternehmen ein wichtiges Kundensegment ist. Zusätzlich ist sie als Kunde besonders anspruchsvoll – meistens sind kundenangepasste Lösungen gefragt und keine Standardmaschinen.
Welche Bedeutung haben im Vergleich dazu die Wachstumsbranchen Medizintechnik und Energietechnik?
W. Schäfer: Die Medizintechnik ist zwar noch ein relativ kleiner Markt, aber ein Wachstumsmarkt. Es gibt Firmen, die hier schon eine lange Liefertradition haben, aber auch Unternehmen, die sich neu in der Branche positionieren wollen. Deshalb werden auf der EMO viele Anwendungen aus der Medizintechnik gezeigt. Die Energietechnik dagegen ist ein etablierter, grosser und wichtiger Markt für die Werkzeugmaschinenindustrie. Durch das neue Energieversorgungskonzept in Deutschland und den steigenden Energiebedarf in den Schwellenländern sind hier hohe Investitionen in Infrastruktur zu erwarten. Das wird sich positiv auf die Werkzeugmaschinenindustrie auswirken.
Deutschland ist für die Schweizer WZM-Bauer das wichtigste Exportland. Welche Rolle spielt die Schweiz für Deutschland?
W. Schäfer: Auch für unsere Exporte spielt die Schweiz eine wichtige Rolle. Im vergangenen Jahr lag sie nach China, USA und Russland an vierter Stelle unserer wichtigen Exportmärkte. Aber noch wichtiger sind die Importe. 2010 führte Deutschland Werkzeugmaschinen im Wert von rund 609 Millionen Euro aus der Schweiz ein. Damit ist die Schweiz noch vor Japan und Italien der wichtigste Lieferant.
In Deutschland wie auch in der Schweiz gibt es vor allem in technischen Berufen einen Fachkräftemangel. Wo sehen Sie die EMO diesbezüglich?
W. Schäfer: Eine Messe wie die EMO ist eine einmalige Möglichkeit, den Nachwuchs anzusprechen. Das reicht aber nicht aus. Man muss die jungen Leute permanent ansprechen. Das ist eine nationale Aufgabe. Deshalb haben wir die VDW-Nachwuchsstiftung gegründet, die alle unsere Nachwuchsprojekte bündelt. Wir gehen beispielsweise in Schulen, qualifizieren Berufsschullehrer oder schreiben Lehrbücher für die Berufsschulausbildung. Ein wichtiger Punkt dabei ist es, die Ausbildung generell attraktiver zu gestalten.
Vielen Dank für das Gespräch. <<
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