Am Containerkran der Contargo AG arbeitet eine Rollenenergiekette im ruhigen Betrieb bei absoluter Zuverlässigkeit

Extraleiser Lauf für einen Giganten

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Kein alternatives System möglich

Als der Kran des neuen Terminals Anfang des Jahrtausends geplant wurde, wurden auch alternative Energiezuführungslösungen in Betracht gezogen. «Ein Festoon konnte aber aus mehreren technischen Gründen nicht umgesetzt werden», erinnert sich Sven Zölle von Contargo. «Zum einen ragt der Kran fast bis auf die darunterliegende öffentliche Strasse, auf der die Lkw zum Terminal vorfahren.» Der bei einem Festoon notwendige Kabelbahnhof hätte in den öffentlichen Luftraum der Zufahrtsstrasse hineingeragt. «Hier hätten die dicken Leitungen zu tief nach unten gehangen», so Zölle. Dieser Kabelbahnhof konnte auch nicht auf die andere Seite des Krans gelegt werden, da er sonst über dem Wasser gelegen hätte. Spätestens bei Wartungen oder Reparaturen wären die Arbeiten zu kompliziert geworden. Daher hat sich auch der Kranbauer Künz damals für die Rollenenergiekette entschieden. Nachdem der TÜV Süd durch einen Geräuschtest die Einhaltung der Vorschriften bestätigt hat, konnte ein gleichartiges System auch auf einem weiteren Kran mit gleichen Geräuschforderungen eingesetzt werden.

Seit einigen Jahren läuft am Terminal Nord in Basel nun alles problemlos. «Wir hatten im Jahr 2015 erst einen Ausfall. Und da lag es auch nicht an der Kette», bestätigt Sven Zölle. «Das System ist sehr wartungsfreundlich, wir machen lediglich in regelmässigen Abständen eine Sichtkontrolle. Teile, die an der Energiekette im turnusmässigen Abstand getauscht werden müssen, gibt es nicht.» Neben der Rollenenergiekette vom Typ 4040CR kommen darin verschiedenste Chainflex-Leitungen von Igus zum Einsatz, die speziell auf die Bewegungen in E-Ketten konzipiert und konstruiert worden sind. Neben Einzelader-, Steuer-, Motor- und Busleitungen kommen auch Lichtwellenleiter zum Einsatz. Denn eine sehr schnelle und sichere Datenübertragung ist in Containerterminals bei einem hohen Automatisierungsgrad unabdingbar.

Neue Produkte für zukünftige Projekte

Am Containerhafen in Basel plant man derzeit ein neues Hafenbecken, das bis 2019 gebaut werden soll und in dem fünf oder sechs Krananlagen zum Einsatz kommen sollen. Nicht zuletzt durch die im Laufe der Jahre immer weiter gestiegenen Anforderungen wie beispielsweise höhere Geschwindigkeiten und Beschleunigungen bei Katzfahrten, gestiegene Umweltanforderungen und höchste Anlagenverfügbarkeit hat der Energieketten-Experte auch seine Rollenenergieketten weiterentwickelt. Die fünfte Generation, die «P4», ist nochmals deutlich laufruhiger, dadurch leiser und hat eine deutlich höhere Lebensdauererwartung als die eingesetzte Energiekette am Terminal Nord. Dadurch, dass hier zwei Profilrollen am Obertrum nicht genau auf dem Untertrum, sondern versetzt laufen, rollt das Rollenpaar des Obertrums an dem des Untertrums vorbei, wodurch die Rollen über den gesamten Verfahrweg ruhig auf einer durchgehenden Fläche laufen. Stösse und Vibrationen werden eliminiert und dadurch die Kette geschont. Dank dieser und weiterer Entwicklungen ist man sich bei Igus sicher, die vom Kranbauer und Kranbetreiber geforderten Lebensdauererwartungen sicher zu erfüllen. Und, dass zukünftige Geräuschtests, wie der in Basel durchgeführte, problemlos bestanden werden können. <<

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