Am Containerkran der Contargo AG arbeitet eine Rollenenergiekette im ruhigen Betrieb bei absoluter Zuverlässigkeit Extraleiser Lauf für einen Giganten

Redakteur: Silvano Böni

Terminal Nord, Containerhafen Basel: Hier sorgt eine Rollenenergiekette aus Kunststoff von Igus für einen leisen und gleichzeitig wartungsarmen Betrieb des Hafenkrans. Vor allem die Geräuschemissionen waren wegen der Nähe zum deutschen Wohngebiet eine Herausforderung, die beim Bau des Krans vor mehr als zehn Jahren gemeistert werden musste. Auch nach vielen Jahren im Betrieb überzeugt die Lösung der Rollenenergiekette die Betreiber des Terminals – und schont die Nerven der Anwohner.

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Der Hafenkran am Terminal Nord des Containerhafens in Basel arbeitet im 24-Stunden-Betrieb, weshalb absolute Zuverlässigkeit aller Komponenten erforderlich ist. Auf dem Bild: Sven Zölle, Manager Terminal und M&R, Contargo AG (links), und Theo Diehl, Branchenmanager Krantechnik, Igus GmbH.
Der Hafenkran am Terminal Nord des Containerhafens in Basel arbeitet im 24-Stunden-Betrieb, weshalb absolute Zuverlässigkeit aller Komponenten erforderlich ist. Auf dem Bild: Sven Zölle, Manager Terminal und M&R, Contargo AG (links), und Theo Diehl, Branchenmanager Krantechnik, Igus GmbH.
(Bild: Igus)

Ein funktionierender und laufender Kran ist im Containerhafen unbedingt nötig, damit der Betrieb eines gesamten Terminals gewährleistet werden kann. Steht der Kran still, steht auch das Geschäft. Der ständige Betrieb eines Hafenterminals kann jedoch auch andere Herausforderungen mit sich bringen: Es können beispielsweise Wohngebiete in unmittelbarer Nähe liegen, weshalb Geräuschvorschriften für den Hafenkran und das eingesetzte Energieführungssystem unbedingt eingehalten werden müssen. So im Fall des Containerterminals der Contargo AG in Basel. Hier am Standort an der Grenze zu Deutschland liegen Wohnhäuser sehr nah am seit 2004 betriebenen Kran des Terminals Nord. Vor Inbetriebnahme musste daher das eingesetzte Energiekettensystem der Firma Igus einen Geräuschtest des TÜV Süd bestehen.

Integrierte Rollen in Kettengliedern

«Wir sahen uns damals als Schweizer Unternehmen vor der Herausforderung, die Geräuschemissionen für die deutschen Anwohner einzuhalten, was nicht ganz leicht war», erinnert sich Sven Zölle, Manager Terminal und M&R der Contargo AG in Basel. Der Hafen ist einer von 29 Standorten der Contargo AG, einer 100-prozentigen Tochter der Rhenus SE & Co. KG. An 26 dieser Standorte wird von Contargo Terminalgeschäft abgewickelt. In Basel betreibt das Unternehmen einen trimodalen Hafen, was bedeutet, dass Container zwischen Schiff, Bahn und Lkw hin und her verladen werden können. Hier am Standort, bei Rheinkilometer 170, sind rund 50 Mitarbeiter tätig und es können 3600 TEU (Twenty-foot Equivalent Unit = Standardcontainer mit 20 Fuss Länge) gelagert werden. Dieser Hafen wurde 1986 mit einem Containerkran gegründet. Im Jahr 2004 kam dann ein neues Terminal mit dem zweiten Containerkran dazu. Hier entschieden sich Terminalbetreiber und Kranbauer für ein Energiekettensystem aus Kunststoff von der Firma Igus vom Typ 4040CR. Das Besondere hier: Integrierte Rollen in den Kettengliedern sorgen für einen ruhigen und reibungsarmen Lauf des gesamten Systems. Dadurch, dass die Rollen in die Glieder der Kette integriert sind und nicht zusätzlich bewegt und geschwenkt werden oder durch in der Führungsrinne vorgegebene Öffnungen laufen müssen, können sie sich nicht am Kran oder der Führungsrinne verhaken. Die benötigte Antriebsleistung der Energiekette wird durch den Einsatz einer Rollenenergiekette ausserdem um etwa 75 Prozent reduziert.

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Der Prüfling: Kunststoff-Rollenenergiekette

Der Kran dieses Terminals wurde 2002 vom Kranbauer Künz konzipiert und das dazugehörige Energiekettensystem von Igus ausgelegt. Dieses wurde 2003 ausgeliefert, Anfang 2004 ging der Kran in Betrieb. Der Verfahrweg der Rollenenergiekette beträgt in Basel 125 Meter bei bis zu 2,5 m/s Geschwindigkeit. Auch Theo Diehl, Branchenmanager Krantechnik bei Igus, erinnert sich an die Bauphase und die anschliessenden Geräuschtests: «Die Rollenenergiekette haben wir 1999 auf den Markt gebracht, es handelte sich damals also noch um ein relativ junges Produkt. Wir waren auch gespannt, haben den Test aber letztendlich gut abgeschlossen.» Nach über sechs Jahren im Betrieb wurde das Energiekettensystem im Rahmen einer Revision planmässig ausgetauscht.

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