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Bisher unzufriedene Bearbeitunglösung
Dann lief das Werkzeug nur wenige Aufspannungen, wobei dabei keine zufriedenstellende Prozesssicherheit gegeben war, da die geforderte Qualität der Bohrung über die gesamte Sitzlänge nicht sicher erreicht wurde. Mannarme Schichten ohne Nacharbeit waren nicht denkbar.
Die Verantwortlichen bei Kessler & Co. wurden aktiv. Sie nahmen Kontakt mit ihren Werkzeuglieferanten- unter anderem Mapal- auf und suchten gemeinsam nach neuen Lösungen, um den Prozess zu verbessern und letztendlich die Kosten pro Bohrung zu senken. Die wichtigsten Kriterien waren höhere Prozesssicherheit und ein geringerer Aufwand für den Maschinenbediener.
Plug & Play mit mehrschneidigen Reibahlen
Eine grundsätzliche Überlegung galt der Art des Werkzeugs: Müssen die Bohrungen mit einschneidigen Ausspindelwerkzeugen bearbeitet werden? Nein, denn als Alternative bieten sich mehrschneidige Reibahlen an. So wurden zunächst einstellbare Schneidringe getestet, die bezüglich der Standzeiten schon deutliche Verbesserungen brachten.
Jedoch war auch hier der Einstellaufwand zu hoch und die gewünschte Prozesssicherheit nicht gegeben. Es wurde klar, dass nur feste, nicht einstellbare Werkzeuge zum Ziel führen würden, wie sie Mapal mit der HPR-300-Reibahle im Programm hat.
Durchmesserbereich von 40 bis 300?mm
Diese Baureihe wurde speziell für grosse Bohrungen im Durchmesserbereich von 40 bis 300 mm entwickelt. Michael Neumann, zuständiger Mapal-Produktmanager, erklärt: «Mehrschneidige Reibwerkzeuge erfüllen nicht nur die geforderte Genauigkeit, sondern auch den immer häufiger geäusserten Wunsch nach Plug & Play- sprich, der Anwender soll keinerlei Einstellaufwand haben. Mit unseren HPR-Reibahlen bekommt er auf das gewünschte Toleranzmass geschliffene Werkzeuge, die er ohne Einstellvorgang in die Maschine einsetzen und sofort produzieren kann. Macht sich Verschleiss bemerkbar, werden sie einfach ausgewechselt und durch neue ersetzt.»
Bei den HPR-Werkzeugen handelt es sich um sogenannte feste Werkzeuge, da sie nicht eingestellt werden müssen. Das gesamte HPR-Produktprogramm deckt mit mehreren standardisierten Varianten den Durchmesserbereich von 7 bis 300 mm ab und beinhaltet neben den festen Werkzeugen auch feinjustierbare Varianten für höchste Präzision.
Ungewöhnlich und perfekt: geklemmt statt gelötet
Eine Neuentwicklung in dieser HPR-Familie- die letztendlich bei Kessler?+?Co. zum Zuge kam- ist die HPR-300-Reibahle. Ihre Besonderheit: Die Schneiden werden nicht wie üblich eingelötet, sondern als Rohling im Werkzeugkörper geklemmt und dabei mit Spannpratzen sicher und fest gehalten.
Das hat vor allem Vorteile bei der Wiederaufbereitung verschlissener Werkzeuge. Sie wird erheblich einfacher, schneller und kostengünstiger. Michael Neumann weist darauf hin, dass die geklemmten Schneiden keine Wechselplatten in herkömmlichem Sinne sind, sondern «wie gelötete behandelt werden. Wir haben eine FEM-Untersuchung gemacht und auf dieser Basis ein neues Klemmsystem entwickelt, das die Platten so fest im Sitz hält wie gelötet. Nur ist das Lösen einfacher, und es findet kein Wärmeeintrag in den Grundkörper statt, der sich negativ auf die Rundlaufgenauigkeit auswirken könnte. Durchmesser und Anschnittgeometrie der Schneiden werden nach der Montage hochgenau geschliffen wie bei den gelöteten Werkzeugen auch.»
Entscheidend war die Qualität der Bohrung
Bei Kessler?+?Co. hat sich die HPR-300- Reibahle in ausführlichen Vergleichtests gegenüber anderen Angeboten durchgesetzt. Meister Hubert Fuchs bestätigt: «Entscheidend waren die Qualität der Bohrung, die Standzeit des Werkzeugs und die Prozesssicherheit. Die HPR 300 konnte sich durch die besten Standzeiten bei gleichzeitig hohen Schnittgeschwindigkeiten durchsetzen.» Einkäufer Uwe Schermann hat bei der Umstellung die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten. Er ergänzt: «Wir konnten durch die neuen Werkzeuge die Kosten pro Bohrung deutlich senken. Im Gesamtprozess werden durch die längeren Standzeiten und die Prozesssicherheit mannarme Schichten mit Palettenwechsel-Systemen ermöglicht, aus denen sich weitere Einsparungen ergeben. Letztendlich konnte auch die Umlaufmenge der Werkzeuge reduziert werden, da die neuen HPR-300-Reibahlen in der halben Zeit von Mapal wiederaufbereitet werden.»
Längere Lebensdauer und reduzierte Aufbereitungskosten
In der Achsschenkelfertigung von Kessler + Co. wird das Reibwerkzeug dann gewechselt, wenn das Mass unter die Toleranzgrenze fällt. Anschliessend geht es zurück zu Mapal- zum Wiederaufbereitungsservice. Hier macht sich die zweite Prozessverbesserung der HPR-300-Reibahle bemerkbar. Denn die verschlissenen Schneiden können sehr leicht und schnell durch neue Schneidenrohlinge ersetzt und wieder in der ursprünglichen Qualität geschliffen werden. Ein entscheidender Vorteil liegt darin, dass der Werkzeugkörper und insbesondere der Spannschaft seine ursprüngliche, hohe Genauigkeit beibehält. Beim Austausch der Schneidkörper unterliegt der Werkzeugkörper keinerlei thermischer Belastung und aufwändige Reinigungsprozesse sind nicht mehr notwendig.
Werkzeug-Körper 15-mal neu bestückbar
Bei herkömmlichen Reibahlen sind die Schneiden üblicherweise eingelötet oder teilweise geklebt, wodurch bei einer Wiederaufbereitung der Werkzeugkörper belastet wird und öfter erneuert werden muss. Durchschnittlich können gelötete Werkzeuge drei bis vier Mal wiederaufbereitet werden, während sich die neuen HPR-300-Reibahlen mindestens fünfzehn Mal neu bestücken lassen. Gegenüber der gelöteten Mehrschneiden-Reibahle ist zwar die Grundinvestition ins HPR-300- Werkzeug etwas höher. Sie amortisiert sich jedoch durch die längere Lebensdauer des Werkzeuggrundkörpers schon nach den ersten Aufbereitungszyklen. Über die gesamte Lebensdauer eines Werkzeugs gerechnet, kann der Anwender auf diese Weise deutlich Kosten sparen.
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