Beispielhaft für viele Werkstückspektren stellt die Chiron Group auf der diesjährigen AMB in Stuttgart Prozesslösungen, Maschinen und Technologien in den Fokus, die es Anwendern und Herstellern in der spanenden Fertigung ermöglichen sollen, auch in Zukunft wettbewerbsfähige Qualität «Made in Germany» liefern zu können.
Highlight der Zerspanungsshow: Mit der Weltpremiere FZ 19 S Five Axis bis zu 25 Prozent schneller fräsen.
(Bild: Chiron)
Welche Strategien und Technologien sind heute und in Zukunft erfolgreich, um ein Werkstück in Qualität, Produktivität und Stückkosten optimal zu fertigen? Welche Prozesslösungen braucht die Medizintechnik? Wie geht es mit der Automobilindustrie weiter? Bernd Hilgarth, CSO der Chiron Group, zieht aus der Entwicklung der letzten fünf Jahre dieses Fazit: «Instabile wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen hat unsere Branche schon immer gemeistert bekommen und ist gestärkt aus ihnen hervorgegangen. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, starke und anerkannte Werte wie Produktqualität, Wirtschaftlichkeit und Innovationskraft neu zu beleben. Unsere Kunden – und wir als Hersteller natürlich auch – brauchen Lösungen, mit denen wir im globalen Wettbewerb bestehen und uns positiv hervorheben können. Das bekommen wir nur gemeinsam hin. Die AMB mit ihrem geballten Wissen an einem Ort ist die Gelegenheit, miteinander zu sprechen und Lösungen zu finden.»
Unsere Kunden – und wir als Hersteller natürlich auch – brauchen Lösungen, mit denen wir im globalen Wettbewerb bestehen und uns positiv hervorheben können. Das bekommen wir nur gemeinsam hin. Die AMB mit ihrem geballten Wissen an einem Ort ist die Gelegenheit, miteinander zu sprechen und Lösungen zu finden.
Bernd Hilgarth, CSO, Chiron Group
Mehr als 70 Prozent Automationslösungen – Tendenz weiter steigend
War vor fünf Jahren bei jeder dritten Turnkey-Maschine von Haus aus eine Automation mit dabei, sind es heute sieben von zehn. Für Thomas Marquardt, Leiter der Automation bei der Chiron Group, gibt es zwei Beweggründe für die hohe Nachfrage: «Zum einen ist da die Sorge, überhaupt noch den ‹einfachen› Bediener zu finden, jemanden, der auch in der 2. und 3. Schicht arbeitet, zum anderen die Tatsache, dass die Kunden in einer Prozessautomation das grösste Potenzial sehen, Qualität und Produktivität zu stärken und damit die Stückkosten im Griff zu haben. Entscheidend ist zu wissen, was die Lösung können soll, um das Ziel zu erreichen. Wie viel Standard möglich ist und wie viel Individualität es obendrauf braucht.» Dem auf über 30 Mitarbeiter gewachsenen Team Automation und Applikation dient dafür ein vielfältiges Produktprogramm: integrierte Automation auf MT-Zentren, umfangreiche Standardautomation aus dem Variocell-Programm, hochautonome Insellösungen und verkettete Systemlösungen. Auf der AMB werden live Automationslösungen für die Mikrozerspanung und die Serienproduktion auf Doppelspindelzentren zu sehen sein.
Mikrozerspanung – ressourceneffizient für Los 1 und Serienfertigung
Keine neue Technologie, aber eine, die richtig Fahrt aufgenommen hat, ist die Mikrozerspanung. Warum sollte man Bauteile von wenigen Zentimetern auf Maschinen fertigen, die dafür an Stellfläche, Masse und Energiebedarf im Grunde überdimensioniert sind? Knochenplatten für die Handchirurgie, Dentaltechnik, Instrumente, spezielle komplexe Sonderteile und Prototypen sowie natürlich Teile aus der Uhren- und Schmuckindustrie zählen zu den Zielwerkstücken ressourceneffizienter und ultrapräziser Mikrozerspanung. Eine Mikromaschine, wie die «Micro5», ist diesen «kleinen und feinen» Produkten angepasst und hat mit nur 0,5 kW auf nur 1 m2 deutliche Vorteile bei Energieeffizienz und Footprint. In Kombination mit «Feed5»-Automation und einem AGV ist die «Micro5» in Stuttgart live zu erleben und sehenswert für alle, die ihre Teile «mikro-zerspanen» und dabei an die Zukunft denken, Stichwort Berichtspflicht gemäss Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die ab 2026 kommt.
Weltpremiere Baureihe 19 – Dynamik und Stabilität für schnellere Prozesse
Die FZ19 S Five Axis feiert auf der AMB Weltpremiere und ist das Highlight der Zerspanungsshow. «Mit der neuen Baureihe 19 sind wir auf der Pole-Position», sagt Markus Vollmer, Senior Product Manager, voller Überzeugung. Die stützt er auf Ergebnisse aus der Anwenderpraxis in der Erprobungsphase, nämlich der Serienfertigung von Stahlschmiedeteilen: «Aus dem Vollen und bei der Bearbeitung komplexer Werkstücke sind die 19er gut 25 Prozent schneller.» Argumente für die Vielseitigkeit der neuen Baureihe sind laut Vollmer die optimale Auslegung des Arbeitsraumes im Verhältnis zur Werkstückdimension und die Chiron-Group-eigenen Spindeln für eine hochpräzise und dynamische Bearbeitung in Alu, Stahl und Guss. Auf der AMB werden Komponenten aus dem Energie- und Luftfahrtsektor zerspant und ein «Heavy Duty»-Leistungsteil, um zu zeigen, wie stabil und gleichzeitig dynamisch die FZ 19 S Five Axis fräst – was selbstverständlich auch für Drehoperationen gilt. Für Markus Vollmer «eröffnet das Gesamtpaket ‹Baureihe 19› den Anwendern neue Perspektiven, ihre Fertigungslösungen präzise, produktiv und prozesssicher zu gestalten».
Baureihe 15 – Alleskönner sind immer gefragt
Das gilt für Maschinen gleichwohl aber auch für die vielen Fertigungsbetriebe, die auf Lohnfertigung spezialisiert sind und sich verschiedensten Herausforderungen stellen. Die Maschinen der Baureihe 15 zählen zu den vielseitigsten im Produktprogramm, was Teilespektrum und Branchen betrifft; seit dem Jahr 2000 ist im Schnitt jeden zweiten Tag eine 15er in Betrieb gegangen. Die nächste Generation der Baureihe 15 wird mit der neuen Sinumerik One gesteuert und alle digitalen Systeme aus dem «SmartLine»-Programm sind vollumfänglich einsetzbar. Neu ist auch der Rundtisch RTA200 für die «leichte» 4-Achs-Zerspanung von z. B. Aluminium. Er ist verschleissfrei und für die 0°/180°-Positionierung benötigt er statt bisher 0,9 s nur noch 0,4 s. Auf der Messe wird auf einer DZ 15 mit Fanuc-31-iB5-Steuerung 4- und 5-achsig zerspant, doppelspindlig und mit einer Variocell-Automation.
Stand vom 30.10.2020
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Verzahnungstechnologien in MT-Baureihe integriert
Neu ist auch die Integration aller Verzahnungstechnologien in die MT-715-Baureihe in Zusammenarbeit mit Paul Horn und Saacke. Jährlich werden weltweit 1 Milliarde Zahnräder gefertigt. Da sind Kapazitäten auszubauen und für Prototypen und Serienfertigung ist die MT 715 mit Verzahnungstechnologie eine sichere Alternative zu spezialisierten Verzahnungsmaschinen, um Teile komplett zu bearbeiten. Anwender bekommen ein komplettes Paket aus Maschine, Werkzeug und Technologiezyklen mit Eingabemasken.
«Die Chiron Group wird sich mit ihren Maschinen, Technologien, Lösungen und einem gut 60 Mann starken Messeteam während der fünf AMB-Tage in Stuttgart den Herausforderungen der Interessenten und unserer Kunden an die Fertigung der Zukunft stellen und wir werden gemeinsam», dessen ist sich Bernd Hilgarth sicher, «auch die passenden zukunftsgerichteten Lösungen finden.»