Pause für Dauerläufer in der Grimselwelt Fliessende Energie – auch dank Marti Dytan
Die Wasserkraft-Nutzung im Gebiet von Grimsel und Susten nahm bereits vor 90 Jahren ihren Anfang. Mittlerweile produzieren in diesem Gebiet neun Kraftwerke erneuerbaren Strom. Doch auch die Dauerläufer müssen irgendwann auf den neusten technologischen Stand gebracht werden. So werden derzeit die Kraftwerksanlagen Innertkirchen 1 und Handeck 2 mit neuen Druckschächten und Maschinen aufgewertet. Bei der Montage übernehmen Marti-Dytan-Laufkrane das Manövrieren der schweren Anlagen und Teile.
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Auch die grössten Dauerläufer brauchen mal eine Pause, um veraltete Technik auf den neusten Stand zu bringen. So auch die Kraftwerke Innertkirchen 1 und Handeck 2 der KWO (Kraftwerke Oberhasli AG). Handeck 2 wurde bereits nach dem zweiten Weltkrieg von 1947 bis 1950 mit vier Peltonturbinen erbaut. Ein grundsolides «Arbeitspferd», das zur Produktion von Spitzenenergie und zur Regulierung des Netzes eingesetzt wird. Durch den Neubau eines zweiten Triebwasserweges, der parallel zum bestehenden verläuft, soll nun die Fliessgeschwindigkeiten des Wassers und damit deren Reibungsverluste in den Druckleitungen reduziert werden. Die Kraftwerke können so aus dem genutzten Wasser mehr Energie herausholen. Um den Bau möglichst effizient vorantreiben zu können, wurden in den Apparatekammern des Kraftwerks zwei Marti-Dytan-Zweiträger-Laufkrane montiert. Diese werden vor allem zur Montage der Druckrohre und Drosselklappen sowie zum Bewegen aller schweren Teile während der Bau-, Montage- und Inbetriebnahmephase benötigt. Wenn die Anlagen fertig erstellt sind, werden die Krane im Revisionsfall der Drosselklappen eingesetzt.
Entscheidung für Marti Dytan
Thomas Borer, Sachbearbeiter/Projektleiter bei der KWO Innertkirchen, erklärt beim Besichtigen der Anlagen: «Für die Anschaffung von Krananlagen von Marti Dytan AG waren diverse Kriterien massgebend. So ist Marti Dytan zum Beispiel im Bereich der Standardkrane breit abgestützt und war zudem in der Lage, aufgrund der feuchten Umgebung in den Apparatekammern, die speziellen Anforderungen zu meistern: Schichtdicke der Lackierung, zweistufige Antriebe statt Frequenzumrichter, steckbare Kabelverbindungen zwischen Steuerung und Laufkatze, so dass beispielsweise bei Bedarf das Hubwerk einfach ausgetauscht werden kann. Alle diese Kriterien waren im Standardsegment erfüllt, was sich schlussendlich auch im Preis widerspiegelte.»
Sicherheit grossgeschrieben
Die Einbringung der beiden Marti-Dytan-Zweiträger-Laufkrane in die engen Kavernen war eine Meisterleistung. Aufgrund des zur Verfügung stehenden Platzes musste alles minutiös vorbereitet werden. Die Ingenieure der Marti Dytan konnten all diese Vorgaben, auch dank jahrzehntelanger Erfahrung, problemlos meistern und die beiden Krane an ihrem Bestimmungsort montieren. Im Zusammenhang mit Wasser und Energie hat das Thema Sicherheit einen grossen Stellenwert. Bei Überfahren des Schaltpunktes wird die Kranfahrt auf die kleine Fahrstufe geschaltet. Ein Pufferstoss mit Nenngeschwindigkeit wird dadurch vermieden und ein reduziertes Lastpendeln im Falle des Pufferstosses erreicht. Die Kranbahnendanschläge können dennoch angefahren werden. Bei Überfahren des ersten Schaltpunktes wird die Katzfahrt zunächst auf die kleine Fahrstufe geschaltet und anschliessend, bei Überfahren des zweiten Schaltpunktes, abgeschaltet. Ein Pufferstoss am Katzpuffer und das damit verbundene Lastpendeln werden dadurch vermieden.
Würdigung der Methode
Die Unesco hat der KWO aufgrund der eigens entwickelten Methode zur umfangreichen Aufwertung der Gewässer im Oberhasli den Welterbekristall 2014 überreicht. Die über mehrere Jahre laufende Gewässeraufwertung im Oberhasli durch die KWO zeige auf, dass Energiegewinnung im grossen Umfang auch konfliktfrei funktionieren kann. <<
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