Fräsmaschinen
für Implantate

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Starkes Drehmoment für hoch legierte Stähle

Andere Anforderungen an das Maschinenkonzept stellen hoch legierte Stähle wie etwa X10CrNiS 18-9. Hier soll die Spindel ein besonders starkes Drehmoment zur Verfügung stellen. Natürlich muss das gesamte Maschinensystem dementsprechend konzipiert werden. Beim Bearbeitungszentrum Mikron UCP 600 Vario Prodmed handelt es sich um eine solche Maschine, auf der mit angestellten und geklemmten Achsen Fünfachsteile bei hohem Materialabtrag effizient bearbeitet werden. Leistungsfähige Werkzeug- und Palettenwechsler verhelfen zu flexiblen Automationslösungen.

Die Fräsmaschinen (Bearbeitungszentren) können auch für den Betrieb mit Schneidöl vorgesehen werden. Das ist aus hygienischen Gründen zwar nicht notwendig, wird aber - ähnlich wie in der Uhrenindustrie - gelegentlich anstelle der Emulsion bevorzugt. Oberste Priorität hat ein sauberes Endprodukt. So darf es an den Werkstücken keine sichtbaren Mängel wie Rückstände von Bearbeitungsstoffen oder Grate geben. Auch Reinraumtechnik und Sterilisation können Anforderungen an die Prozessabläufe sein.

Integrierte Intelligenz durch Smart Machine Software

Mit den von GF Agie Charmilles entwickelten Smart-Machine-Modulen wird der Fräsprozess «intelligent». Eine umfassende Kommunikation zwischen Mensch und Maschine verschafft dem Bediener genau die Information, die er zur Beurteilung des Fräsprozesses braucht. Das setzt ihn in die Lage, die Prozesssicherheit zu verbessern und die Werkstückqualität zu erhöhen - vor allem für den mannlosen Betrieb. Insgesamt ist der so optimierte Fräsprozess leistungsstärker als ohne Smart-Machine-Module.

Die Bearbeitungszentren Prodmed sind messtechnisch komfortabel ausgestattet, mit Laser für die Werkzeugmessung, mit 3D-Taster für die Werkstückmessung - eine Voraussetzung dafür, dass in der Produktion zuverlässige und rückverfolgbare Resultate entstehen. Im Zusammenspiel der Steuerung iTNC 530 (Heidenhain) und den zum Lieferumfang gehörenden Software-Modulen Smart Machine lassen sich Maschinen- und Prozesszustände nicht nur optimieren und überwachen, sondern sogar - falls gewünscht - per Telefon übermitteln. Die Prozessdaten stehen für Dokumentationen zur Verfügung.

Die Vielfalt gefräster Teile für die Medizintechnik ist gross. Interessant, dass auch bei individueller Fertigung, also bei der Stückzahl 1, ein durch Automation unterstützter Fertigungsprozess gefragt ist und beherrscht wird. So werden implantatgetragene Brückengerüste auf einer Mikron HSM 400U Prodmed Dental nach einem Programm der CAM-Software Hyperdent von Open Mind fünfachsig gefräst.

Noch relativ neu ist die Herstellung vollkeramischer Brückengerüste. Vergleichbar mit der Herstellung von Werkzeug-Schneidplatten aus Hartmetall oder Keramik werden Grünlinge gesintert. Das beim Sintern entstehende Schwundmass ist genau berechenbar. Die Maschine Mikron HSM -400U Prodmed Dental bringt mit kleinsten Fräsern von etwa 1 mm Durchmesser und mit Schleifstiften die gewünschte Form nach CAD/CAM-Daten des Dentallabors in stabförmige Grünling-Halbzeuge ein, bei Spindeldrehzahlen bis 42000 min-1. Wirbelsäulen-Implantate lassen sich auf einer Mikron HSM 400U Prodmed wirtschaftlich herstellen.

Kombination von Erodieren und Zerspanen

Die GF Agie Charmilles ist eine namhafte Adresse auch für die Senk- und die Drahterosion (Schneiderosion). Es kommt vor, dass eine intelligente Verfahrenskombination von Erodieren und Zerspanen zum wirtschaftlichsten Ergebnis führt. An einem Gerät für die Augenchirurgie werden einige Partien auf der Mikron HSM 400U Prodmed gefräst. Der zugehörige Mikrokeratomkopf entsteht jedoch auf einer Schneiderodiermaschine AC Vertex F.

Hier wird ein Teil des augenchirurgischen Instruments per Drahterosion innen und aussen bearbeitet. Das Werkstück hat die Grösse eines Daumennagels, der Arbeitsbehälter (Bad) wurde zum Fotografieren abgefahren. Inzwischen gibt es in der allgemeinen Präzisionsfertigung auch Teilebeispiele, bei denen an ein und demselben Teil gefräst und erodiert wird, wenn scharfe Innenecken oder tiefe Kavitäten gebraucht werden.

Das Potenzial für medizintechnische Produkte hat viele Fassetten, es ist infolge des wissenschaftlichen Fortschritts und der demografischen Entwicklungen trotz der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise ein Wachstumsmarkt. Ein Blick nach China macht dies deutlich.

Die dort oft staatlichen Firmen interessieren sich für effiziente Produktionsmöglichkeiten mit Highend-Produkten. Obwohl der Bedarf wächst, entsteht aber mehr Druck auf die Produktionskosten, denn auch die Zahl der Anbieter hat zugenommen. In diesem Wettbewerb sieht sich die GF Agie Charmilles gut platziert, weil sie Produktionsmittel für hohe Produktivität und umfassende Erfahrungen mit Fertigungsaufgaben und Prozessen in der Medizintechnik anbietet. Das Unternehmen sieht sich verpflichtet und in der Lage, die Rückverfolgbarkeit unter Einbeziehung der Kundenanforderungen und der geltenden Vorschriften für medizinische Geräte zu gewährleisten.

AutorAlexandre Condrau, Product Manager Mikron Agie Charmilles AG

InformationAgie Charmilles Sales LtdIpsachstrasse 162560 NidauTel. 032 366 19 19Fax 032 366 19 20contact@ch.gfac.comwww.gfac.ch

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