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Know-how in der Konstruktion
Die Konstrukteure von 1zu1 Prototypen unterstützten die Entwickler des Welser AV-Spezialisten in diesem Prozess. «Wir hatten wenig Erfahrung mit dem 3D-Druck und seinen Grenzen. Die enge Zusammenarbeit hat uns deshalb sehr geholfen», betont Hofer.
Für den Vertriebsleiter von 1zu1 Prototypen, Thomas Kohler, ist dieser Know-how-Transfer einer der Knackpunkte bei Entwicklungsprojekten für den 3D-Druck: «Eine enge Abstimmung mit den Kunden ist für uns ohnehin selbstverständlich. Darüber hinaus bieten wir die Unterstützung bei Konstruktionsprojekten inzwischen aber auch als Dienstleistung an.» So profitieren die Entwickler des Kunden von der langjährigen Erfahrung der Prototypenbauer. Gemeinsam entstehen oft sehr rasch die besseren Lösungen.
Kleinserie für Maschinenbauer
Gänzlich anders gestaltete sich ein Projekt von 1zu1 Prototypen für einen weltweit tätigen Maschinenbauer mit Sitz am Bodensee. Das Unternehmen entwarf einige Vorrichtungen, um seine Produktion zu optimieren. Fünf kompakte Kunststoffteile mit Filmscharnieren und Schnappverschlüssen wurden dafür je 20-mal benötigt. Sie mussten für den Einsatz unter Wasser geeignet sein.
Auch dafür war der 3D-Druck das Mittel der Wahl: «Hätten wir die Teile wie bisher üblich gefräst, wäre die Fertigung 5-mal so teuer gewesen und hätte 10-mal so lange gedauert», ist 1zu1-Kundenberater Hubert Kemmer sicher.
Auch hier waren mehrere Entwicklungsschritte bis zum fertigen Produkt nötig: Jeder dieser Schritte hätte beim Fräsen rund einen Monat gedauert. Dank der additiven Technologie waren die Vorrichtungsbauteile hingegen schon nach jeweils drei Tagen wieder unterwegs zum Kunden. Der ganze Entwicklungsprozess verkürzte sich so von mindestens einem halben Jahr auf wenige Wochen.
Komplettes Umdenken in der Entwicklung
Für den Geschäftsführer von 1zu1 Prototypen, Hannes Hämmerle, zeigen die beiden Projekte beispielhaft die Möglichkeiten des 3D-Drucks. Voraussetzung sei «ein komplettes Umdenken in der Konstruktion. Wir merken an vielen Anfragen, dass die Entwickler noch in den herkömmlichen Verfahren denken».
«Die Entwickler können sich von den Fertigungsverfahren lösen und sich komplett auf den Nutzen eines Bauteils konzentrieren», ergänzt Vertriebsleiter Thomas Kohler. «Statt sich zu fragen, wie ein Teil konstruiert sein muss, damit es gefräst oder gegossen werden kann, stellt sich in der additiven Fertigung nunmehr die Frage: Was muss dieses Teil können und wie kann ich diese Funktion optimal erreichen?»
Dieses Umdenken braucht Zeit. Der erwähnte Maschinenbau-Konzern beispielsweise engagierte für einige Monate zwei externe Spezialisten für 3D-Druck, die sämtliche Produktionsprozesse auf Einsparungs- und Innovationspotenzial untersuchen sollen. Das zeigt auch, wie schwer sich gestandene Entwickler mit dieser neuen Herangehensweise tun.
Echten Mehrwert schaffen
1zu1-Geschäftsführer Hannes Hämmerle sieht die additive Fertigung als Ergänzung zu bestehenden Produktionsverfahren wie Fräsen oder Spritzgiessen: «Wenn das Verständnis der Konstrukteure wächst, wird sie in der Serienfertigung deutlich an Bedeutung gewinnen.» Sie ermögliche den Konstrukteuren eine viel grössere Freiheit. Hämmerle: «Wer so konstruiert, kann mittels 3D-Druck echten Mehrwert schaffen.» Bei 1zu1 Prototypen werden 135 Mitarbeiter beschäftigt. <<
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