Elektronenstrahlhärtung

Gehärtete Beschichtungen sind reif für die Zukunft

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Das angelegte elektrische Hochspannungsfeld gibt die Energie der Elektronen und daher vor, wie tief diese in die zu härtende Beschichtung eindringen. Im Allgemeinen wird bei Lacken und Tinten eine Spannung von 70 kV bis 300 kV angewendet. Damit wird eine Eindringtiefe von etwa 15 µm bis 500 µm erreicht, obwohl dieser Wert natürlich auch von der Dichte des Beschichtungsmaterials abhängig ist. Hier kommt es darauf an, diese Parameter genau aufeinander abzustimmen, denn eine zu niedrige Spannung härtet nicht bis in die vorgesehene Tiefe, während bei einer zu hohen Spannung das Trägermaterial unnötig beeinflusst werden könnte. Neben dem unnötigen Energieverbrauch kann auch eine Verfärbung die Folge sein.

Geringer Energieverbrauch und keine Abfallprodukte

Im Vergleich zu Pulver- und Nasslacken bietet die Elektronenstrahlhärtung zahlreiche Vorteile. Vor allem kommen keine organischen oder sonstigen Lösungsmittel zum Einsatz, sodass dieses Verfahren umweltfreundlich ist, da es zudem kein Kohlendioxid an die Atmosphäre abgibt. Um die Materialien für Beschichtungsprozesse verwenden zu können, werden lediglich niedermolekulare Polyethylenglykole (PEG), Propylenglykolalginate (PGA) oder andere multifunktionale Verbindungen als «Lösungsmittel» hinzugesetzt.

Ein weiterer Vorteil ist der geringe Energieverbrauch. Wenn man jetzt noch die Kühlung und andere Prozesse in die Berechnung miteinbezieht, wird der Vorsprung der ESH noch deutlicher. Auch die CO2-Emissionen sind um ein Vielfaches geringer. Zudem laufen die Vernetzungsreaktionen bei der Elektronenstrahlhärtung schnell und vollständig ab. Eine hohe Kratzfestigkeit sowie Chemikalien- und Farbbeständigkeit sind weitere Pluspunkte.

ESH-Umstieg/Anfangskosten

Die hohen Anfangskosten stellen eine wesentliche Hürde für den Umstieg auf die Elektronenstrahlhärtung dar. Diese sind durch die benötigte Vakuumkammer, die Hochspannungsversorgung sowie die Schutzgasatmosphäre begründet. Aufgrund der beispiellos vorteilhaften Eigenschaften der resultierenden Beschichtung und der Umweltfreundlichkeit werden solche Fragestellungen, wie der Energieverbrauch und das Vermeiden von Abwasser und Abgasen, in Zukunft jedoch eine immer grössere Rolle spielen. Das Verfahren ist einsatzbereit, und Radtech Europe sieht es als eine seiner vordringlichsten Aufgaben an, die Industrie über die Qualität und den Wert der Elektronenstrahlhärtung zu informieren. Eine wichtige Plattform, um dieses Ziel zu erreichen, ist die alle zwei Jahre ausgerichtete Konferenz und Ausstellung von Radtech Europe, die in diesem Jahr vom 15. bis am 17. Oktober in Basel stattfinden wird. <<

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