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Wie wichtig Geld tatsächlich ist, zeigt eine der grössten Sozialstudien, die in den letzten Jahren weltweit durchgeführt wurden. Im Königreich Bhutan ermittelt man das Bruttonationalglück und erhebt, was die Menschen brauchen, um glücklich zu sein. Auffällig ist, dass sich die Mehrzahl der Antworten auf materielle Werte und Geld bezieht.
Geld stellt einen der grössten Antriebe der Menschheit dar
Eine Szene im Trailer zum Kinofilm „What Happines Is“ verdeutlicht dies. Befragt wird ein etwa 50jähriger Mann. „Ich brauche eine Million zum Glück“, ist seine Antwort.
Diskutiert man mit Menschen die Motivationskraft des Geldes, entwickelt sich das Gespräch auffallend schnell in die Richtung Irrtum drei. „Ja, aber Geld alleine macht doch auch nicht glücklich“ oder „ja, aber doch nicht jeden“, oder „ja, aber doch nicht am stärksten“. Stellt sich die Frage, weshalb dies dermassen betont wird?
Geld unterscheidet sich diesbezüglich nicht von möglichen anderen Motivatoren. Für sich alleine betrachtet machen sie alle keinen Sinn. Nicht, weil sie nicht wirken, sondern weil das menschliche Verhalten, das Leben allgemein, eben in Kontexten stattfindet. Dementsprechend sollte die Diskussion über menschliche Antriebe ebenfalls in Zusammenhängen geführt werden.
Dass Geld alleine nicht ausreicht, wenn man sonst nichts zur Verfügung hat, keine Freizeit, um es auszugeben, keine Freunde, um es mit ihnen zu teilen, nicht die Gesundheit, um überhaupt Planungen anzustellen, ist keine wesentliche Erkenntnis. Bleibt die Frage, ob die Tatsache, dass Geld für die meisten von uns, extrahiert von den individuellen Kontexten, keine Bedeutung hat, die grundsätzliche Motivationskraft des Geldes aufhebt.
Geld stellt vielmehr einen der grössten Antriebe dar, die Menschen zu bestimmten Handlungen bewegen. Zu guten wie zu schlechten. Natürlich gibt es Unterschiede. So wirkt Geld in einer eher individualistischen Gesellschaft noch stärker als in einer eher kollektivistischen. Und selbstverständlich gibt es neben dem Geld weitere wesentliche Motivationsfaktoren, die eine hohe Wirkung erzielen.
Müssen Mitarbeiter wirklich gut bezahlt werden?
Irrtum vier besteht darin, dass viele noch immer glauben, der Mensch ist nur intrinsisch motivierbar und Geld somit als Motivator ausscheidet. Mitverantwortlich dafür sind zwei Modelle aus den Ansätzen der humanistischen Psychologie. Die Zwei-Faktoren-Theorie von Frederick Herzberg und die Bedürfnishierarchie von Abraham Maslow. Auf der Suche nach dem guten Menschen (siehe Irrtum 1) entschieden sich beide dafür, dem Geld die Motivationsfähigkeit abzusprechen.
Das, obwohl sie auf keine wissenschaftlich einwandfreien Forschungen zurückgreifen konnten. Für Unternehmen war diese Botschaft höchst erfreulich und es ist gut nachvollziehbar, dass sie an dieser These festhalten wollten. Wenn Geld nicht motivierend wirken kann, dann stellt sich die Frage, ob Mitarbeiter ordentlich bezahlt werden sollen bzw. müssen, erst gar nicht.
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