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Kann man über diese Art, Leben zu kaufen, noch lächeln, schockiert die nächste Methode umso mehr und führt tief in die Kriminalität. Diesmal geht es nicht darum, sich das eigene Leben zu erkaufen, sondern um das Leben von anderen Personen; es geht um Kinderhandel. Die UNICEF schätzt, dass jährlich etwa 1,2 Mio. Kinder zu Opfern von Menschenhändlern werden. Allein aus Guatemala werden jährlich bis zu 1.500 Babys in die USA und in praktisch alle Länder Europas verkauft, um dort adoptiert zu werden (Unicef). Käufer sind in der Regel reiche, kinderlose Paare.
Dass Kinderhandel verboten und strafbar ist, wissen die Käufer. Legal ist in Indien hingegen das Austragen eines Embryos durch eine Leihmutter. Vor allem Paare aus dem Westen, die auf der Suche nach geeigneten Frauen sind, tun das zunehmend in Indien. Nicht nur, weil es dort erlaubt ist, sondern auch, weil die Kosten nur ein Drittel dessen betragen, was man in den USA dafür bezahlen müsste.
Wer reich ist, lebt länger
Leben kann man also kaufen, auf unterschiedliche Art und Weise. Wenn man genügend Geld besitzt. Wie sieht es mit Gesundheit aus? Reiche Menschen leben länger als arme. Vom Anstieg der Lebenserwartung haben vor allem die Bessergestellten profitiert. Armut erzeugt Dauerdruck und wirkt auf Psyche und Körper. Bei den häufigsten Todesursachen wie Krebs, Herzinfarkt, Atemwegserkrankungen oder Unfall lässt sich der Faktor Armut ebenso ablesen wie bei chronischen Leiden.
In einem Bericht der ZEIT wird der Unterschied in der Lebenserwartung in Deutschland zwischen dem reichsten und ärmsten Viertel der Bevölkerung bei den Männern mit elf und bei den Frauen mit acht Jahren angegeben. Wer mehr Geld hat, kann sich mehr Gesundheit leisten. Wer mehr bezahlt, bekommt alles schneller und vor allem mehr. Bei Bedarf auch Dinge, die eigentlich gar nicht gehandelt werden dürften: Organe.
Laut World Health Organisation (WHO) boomt der illegale Organhandel. Ein Vermittler von Organen bewirbt im Guardian seine Dienste mit dem Slogan „Eine Niere spenden, das neue iPad kaufen!“ Für eine Niere bietet er dem Spender 3.000 Euro und verspricht, dass die Operation innerhalb von zehn Tagen durchgeführt werden kann. Bezahlt werden von den Empfängern bis zu 160.000 Euro. Die WHO schätzt, dass jährlich 10.000 Organe weltweit auf dem Schwarzmarkt verkauft werden. Jede Stunde ein Organ.
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