Anbieter zum Thema
Entlassungen und Produktionsverlagerungen
Gemäss einer Umfrage unter den GVS-Vorstandsmitgliedern brachen die Auftragseingänge teils massiv ein. Der Umkehreffekt, nun zu günstigeren Preisen Rohstoffe und Dienstleistungen in den Euroländern einkaufen zu können, wiegt die finanziellen Margeneinbussen in Millionenhöhe nicht auf: „Diese Kosteneinsparungen machen etwa ein Drittel gegenüber zwei Dritteln Gewinnverlust aus“, verdeutlichte Marcel Menet die Situation. Aufgrund geringer Produktionsauslastungen sahen sich einige Mitgliedsunternehmen nicht nur zur Einführung von Kurzarbeit gezwungen, sondern mussten in jüngster Zeit bereits Entlassungen aussprechen.
Daneben werden mit Hochdruck weitere Massnahmen zur Existenzerhaltung und Effizienzsteigerung in allen Unternehmensbereichen erneut vorangetrieben.
«Wer nicht schon über mindestens einen zweiten Produktionsstandort ausserhalb der Schweiz verfügt und sich dies als mittelständisches Unternehmen überhaupt leisten kann, prüft derzeit, Zulieferteile-Fertigungen mit hohem manuellem Aufwand in kostengünstigere Euroländer zu verlagern», erklärte Marc Fuchs, GVS-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der Wagner AG in Waldstatt. Demgegenüber wird an den Schweizer Standorten verstärkt auf die Spezialisierung hochanspruchsvoller Komplettlösungen sowie die hochautomatisierte Grossserienproduktion umgestellt.
Krisenbewältigung «made in Switzerland»
Auch wenn sich die Rahmenbedingungen deutlich verschärft haben und finanzielle Ressourcen allein durch die ungünstige Währungssituation geschmolzen sind, investieren die Mitgliedsunternehmen hierzulande in die Forschung und Entwicklung neuer, innovativer Gusslösungen. Engineering-Dienstleistungen mit modernsten Methoden im Sinne einer verlängerten Werkbank für die Kunden werden dazu angeboten. «Dieses technische Know-how verschafft uns entscheidende Vorsprünge. Zusammen mit hochausgebildetem Fachpersonal, der Qualität und Lieferzuverlässigkeit ‚made in Switzerland‘ werden wir damit auch diese Krise bewältigen», zeigte sich Markus Schmidhauser überzeugt. Ein Beispiel für diese Innovationskraft sei die Benninger Guss AG. Davon konnten sich die Teilnehmer des Presse-Tables bei einem Rundgang durch die Produktion der seit 1859 in Uzwil ansässigen Giesserei selbst ein Bild machen.
Benninger Guss AG -seit 1859 auf Erfolgskurs
Zu den Kernkompetenzen zählt die Fertigung hochwertiger, komplexer Gussprodukte bis maximal 5,5 Tonnen Stückgewicht für namhafte Maschinen-, Anlage-, Energie- und Spezialfahrzeugbauer im In- und angrenzenden Ausland.
Am Presse-Table stellte Eric von Ballmoos, CEO der Benninger Guss AG, erstmals die Nutzung des sogenannten additiven/generativen 3D-Druckverfahrens vor. Neben Kunststoff und Keramik kann auch Sand oder sogar Metall gedruckt werden. Die Technologie eröffnet völlig neue Möglichkeiten und Marktchancen wie beispielsweise für die Herstellung von Ersatzteilen aus Grau- und Sphäroguss. Dazu werden mittels 3D-Scanning bei der Benninger Guss AG bestehende Teile elektronisch erfasst und anschliessend auf dem Printer die entsprechende Sandform davon hergestellt. Dies erspart die teure und zeitraubende Herstellung eines Modells im üblichen Gussverfahren.
«Einmal digital gescannt, lassen sich die Teile jederzeit schnell und ohne grossen Aufwand wieder reproduzieren. Auch Kleinserien mit völlig freier Wahl der Geometrie können damit produziert werden», so Eric von Ballmoos. Insbesondere mit neuen, innovativen Herstellverfahren wie dem 3D-Druck weiss die Benninger Guss AG ihre Marktposition in den Klein- und Mittelserien zu stärken. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 120 Mitarbeitende und ist auf der Suche nach weiteren Spezialisten, statt Personal abbauen zu müssen (www.benningerguss.ch).<<
(ID:43307580)
