Gleitlacke liegen im Trend

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Konstruktive Hinweise

Es gibt bestimmte konstruktive Kriterien zu beachten, um eine möglichst langlebige Beschichtung sicherzustellen. So sind Gleit-lacke nicht für scharfkantige Teile geeignet. Scharfe Kanten beim Gegenlaufpartner wirken schabend und ritzend auf den Überzug. Beschichtete Teile mit scharfen Kanten neigen zu Kantenkorrosion.

Toleranzen sind abhängig von der Schichtdicke. Die Standardschichten liegen etwa zwischen 7 und 15 µm. Aus Kostengründen wird oftmals nur ein Reibpartner beschichtet, jeweils der Körper mit der grösseren Reibfläche. Als Richtwert für das zu beschichtende Bauteil gilt Ra 1 bis 2 µm als Minimum. Die ideale Rautiefe des unbeschichteten Gegenlaufpartners liegt zwi-schen 0,2 und 0,4 µm.

Applikationsverfahren

Vor dem Aufbringen der Gleitlackschicht wird die Oberfläche in der Regel durch Phosphatieren vorbehandelt. Nach der Applikation des Lacks erfolgt das Einbrennen, je nach der Zusammensetzung des Binders bei Temperaturen zwischen 160° und 250°C. Der Einbrennvorgang ist ein Härtungsprozess, bei dem der Gleitlack seine Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb und Angriff durch Chemikalien erhält. Beschichtete Teile aus Kunststoff werden statt dem Einbrennen über mehrere Stunden luftgehärtet.

Kleine Massenteile lassen sich durch Tauchzentrifugieren oder in Trommeln preisgünstig beschichten. Müssen nur partiell Flächen eines Bauteils lackiert werden, empfiehlt sich der Auftrag des Gleitlackes durch Spritzen. Bei komplexen Teilen ist es sinnvoll, mit einem erfahrenen Beschichtungspartner zusammenzuarbeiten. Entsprechende Versuchsserien sind vielfach unabdingbar.

Einsatzgebiete für Gleitlacke

Wichtige Einsatzmöglichkeiten finden sich beispielsweise in feinmechanischen und optischen Industriezweigen. Autohersteller können für verschiedene Bauteile auf Gleitlacke nicht mehr verzichten. In anderen Branchen werden zunehmend gummielastische Werkstoffe beschichtet, wie beispielsweise O-Ringe. Zu erwähnen ist auch die Werkzeugmaschinenindustrie und der Lebensmittelbereich. Hier ist es wichtig, dass die Lacke lebensmitteltechnisch zugelassen sind.

Weitere wichtige Anwendungen finden sich in der Reinraumtechnik, wo grosser Wert darauf gelegt wird, dass keine Partikel aus Schmierstellen austreten. In dem Sektor reicht diese Forderung von Hightech-Anlagen bis zu verstellbaren Möbeln, wo Zahnräder, Exzenter und Führungen mit Gleitlacken beschichtet werden.

AutorOthmar Cornu, 8708 Männedorf

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