Mit 2300 Ausstellern auf 100 000 m², mehr als 3000 Maschinen im Live-Betrieb, 60 000 Fachleuten und 8000 Nachwuchstalenten verwandelt sich die «Global Industrie» für vier Tage erneut in die «grösste Fabrik Frankreichs». Im Interview erklären Sébastien Gillet, Direktor von GL Events Exhibitions Industries, und Julie Voyer, Direktorin von «Global Industrie», was die Fachmesse ausmacht.
Sébastien Gillet, Direktor von GL Events Exhibitions Industries, und Julie Voyer, Direktorin von «Global Industrie».
(Bild: GL Events)
Herr Gillet, was macht die «Global Industrie» aus?
Sébastien Gillet: Die «Global Industrie» gibt der französischen und internationalen Industrie eine Stimme – 2026 bereits zum achten Mal. Sie wurde ins Leben gerufen, um einen Sektor zu unterstützen, der trotz aller Widrigkeiten weiterhin Stolz und Widerstandsfähigkeit beweist: mit Innovation, verantwortungsvolleren Prozessen und einer neuen Generation von Führungskräften.
Die Veranstaltung findet in geraden Jahren in Paris, in ungeraden Jahren in Lyon statt. Jede Ausgabe zieht ihr eigenes Publikum an (nur 12 Prozent Überschneidung), während 70 Prozent der Aussteller bei beiden Ausgaben vertreten sind. Mit Teilnehmern aus über 90 Ländern ist die Messe zudem eine wahrhaft internationale Veranstaltung.
Frau Voyer, was unterscheidet die «Global Industrie» von anderen Industrieveranstaltungen?
Julie Voyer: Diese Veranstaltung hat sich zu einer unverzichtbaren Ressource für die gesamte Branche entwickelt. Einerseits dient sie als Geschäftsplattform, die Unternehmen vernetzt und Partnerschaften ermöglicht. Für junge Menschen gibt es speziell eingerichtete Bereiche, um sie für Industrieberufe zu begeistern.
Andererseits ist sie eine echte Bildungsplattform. An den Messeständen und in den zahlreichen Vorträgen können sich Fachleute über die neuesten Trends informieren. Höhepunkt der Veranstaltung ist die Verleihung der GI Awards am Mittwoch, dem 1. April 2026, mit denen herausragende industrielle Innovationen gewürdigt werden. In diesem Jahr wurden 21 Innovationen aus rund hundert Bewerbungen in die engere Wahl genommen. Eine Fachjury kürt je einen Gewinner in den Kategorien «Verantwortungsvolle Industrie», «Digitale Innovation», «Industrielle Leistung und Effizienz», «Technologischer Wandel», «Start-up» und «Jury-Favorit».
Wie fügt sich die «Global Industrie» in das wirtschaftlich turbulente Umfeld ein?
S. Gillet: Wie Nicolas Dufourcq, der Präsident der Veranstaltung, bei unserem Auftakttreffen erklärte, hat die französische Industrie auf der internationalen Bühne ihren Platz – vorausgesetzt, sie ist koordiniert, selbstbewusst und in der Lage, die erforderlichen Ressourcen zu mobilisieren. Der Industriesektor hat viele turbulente Zeiten durchlebt, doch seine Stärke liegt in seiner Widerstandsfähigkeit und seinem Kampfgeist. Das zeigte die Ausgabe 2025: Trotz eines bereits schwierigen Wirtschaftsklimas kamen 60 000 Fachleute aus der Industrie und 8000 Nachwuchstalente zusammen.
Wir blenden Herausforderungen nicht aus, sondern betonen positive Entwicklungen. Fortschritt braucht sichtbare Ergebnisse und Erfolgsgeschichten, insbesondere für die junge Generation. Nur so kann sie die Industrie ohne Vorurteile als Zukunftsfeld wahrnehmen.
Die Industrie geniesst in Frankreich breite öffentliche Unterstützung. Eine von Ipsos durchgeführte Umfrage zeigt, dass 93 Prozent der Befragten eine starke Industrie für eine starke Wirtschaft für unerlässlich halten. Darüber hinaus wären 85 Prozent bereit, mehr für Produkte «Made in France» zu zahlen. 76 Prozent würden sogar in Betracht ziehen, ihre Ersparnisse in Reindustrialisierungsfonds zu investieren. Und 86 Prozent würden ihre Kinder ermutigen, eine Karriere in der Industrie anzustreben.
Das Angebot der Global Industrie wird jedes Jahr weiter ausgebaut. Was wird es 2026 Neues geben?
J. Voyer: In 14 Ausstellungsbereichen präsentiert die Global Industrie die gesamte industrielle Wertschöpfungskette – von der Forschung und Entwicklung bis hin zum fertigen Produkt. Gleichzeitig werden Lösungen vorgestellt, die die Fertigung revolutionieren sollen. Dazu zählen digitale Technologien und künstliche Intelligenz, die die Interoperabilität von Maschinen ermöglichen, sowie Dekarbonisierungslösungen, die eine effizientere und nachhaltigere Produktion unterstützen.
In diesem Jahr wird das «Digital Technologies Village» die strategische Bedeutung von Daten hervorheben – von der Erfassung und Sicherheit bis hin zur Verwaltung, Kontrolle und Nutzung. Eine weitere Neuheit in Paris ist das «Entrepôt Connecté». Hier tauchen die Besucher in das Lager der Zukunft ein, in dem Technologien zusammenkommen, die die Logistik und den Materialtransport revolutionieren: optimierte Arbeitsplätze, Tools zur Visualisierung der Leistung in Echtzeit, Robotik und vieles mehr. Ebenfalls neu ist der sogenannte «Booster». In diesem Bereich treffen die Teilnehmer auf rund 40 Akteure, die auf Finanzierung, Investitionen, Export, Qualifizierung und Beratung spezialisiert sind.
Stand vom 30.10.2020
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