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Völlig andere Werkstoffeigenschaften
sche Metalle in der Zerspanung. Es ist ein keramischer Werkstoff, in der Gitterebene verfügt Graphit über eine extreme Festigkeit (bis 70% der Diamanthärte), deshalb verschleisst unbeschichtetes Hartmetall innerhalb weniger Minuten. Zwischen den Gittern gibt es dagegen nur eine sehr geringe Festigkeit, deshalb lässt es sich überhaupt so gut «zerspanen». Diese besonderen Werkstoffeigenschaften erfordern aber eine spezifische Herangehensweise in der Zerspanung.
Zu geringe Zustellung ist kritisch
Je weniger zugestellt wird, umso mehr Staub wird produziert. Zusätzlich erhöht sich der Werkzeug-Verschleiss. Deshalb sollte man beim Schlichten einer 10-µm- Graphitsorte R8510 möglichst nicht unter 4/100 mm Vorschub pro Zahn gehen. Der Werkzeugverschleiss mit abnehmendem Vorschub pro Zahn nimmt extrem zu. Angepasste hohe Vorschubgeschwindigkeiten bei den Maschinen sind deshalb ein wesentlicher Faktor für geringen Werkzeugverschleiss. Zusätzlich positiv auf die Fräserstandzeit wirkt sich das Gegenlauffräsen aus.
Gleichlauffräsen erhöht zwar den Verschleiss, kann aber erforderlich sein, um Kantenausbrüche zu vermeiden. Wichtig bei der Graphitbearbeitung ist beispielsweise auch, dass die Frässtrategien im CAM System optimiert werden. Bei den heutigen hoch-dynamischen Bearbeitungsmaschinen muss der Sicherheit durch ausreichende Rückzugbewegungen Rechnung getragen werden. Die SGL-Carbon bietet für die Graphitzerspanung Kurse an.
Gute Erfahrungen aus der Schweizer Praxis
Aktuell können mit Graphitelektroden Oberflächengüten bis Ra 0,4 bei optimaler maschineller Ausrüstung erzeugt werden. Preislich gesehen ist Graphit , bei einer guten Universalmarke - auf das Volumen (!) bezogen - in etwa gleich hoch wie Kupfer.
Herr Küpfer, Werkstattleiter der Firma Wago, berichtete von der eigenen Graphit-Erfahrung des Unternehmens Wago. Hier setzt man seit wenigen Jahren auf Graphit. Hr. Küpfer betont gleich zu Beginn: «Wenn man auf Graphit erweitert, müssen die richtigen Fräs- und Erodiermaschinen vorhanden sein, sonst sollte man gar nicht erst anfangen.»
Bevor ein Unternehmen aber in die Graphitbearbeitung einsteigt, lohnt sich nach seiner Aussage die SGL-Schulung unbedingt.
Schweizer Empfehlung: Einsteigen
Zum Thema Produktivität sagte er Folgendes: In der gleichen Zeit, in der eine Cu- Elektrode gefräst werden könne, werden bis zu 7 Graphitelektroden gefräst. Das ist enorm. Mit dem Graphit ist man bei Wago effektiv viel schneller. (Generell sollte man von Zeiteinsparungen von 30-70% ausgehen, Anm. d. Red.).
Aktuell werden bei Wago zirka 50% Graphitelektroden verwendet, die andere Hälfte ist nach wie vor Kupfer. VDI20-Oberflächen sind bei Wago die Regel und diese können mit Graphit sehr gut erodiert werden. Der Verschleiss von Graphit ist vergleichbar mit dem von Kupfer. Abschliessend schloss Küpfer: Er könne es aus eigener Erfahrung nur empfehlen, in die Graphitfertigung einzusteigen, denn es ist eine hervorragende Ergänzung.
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