Ein neuer Bericht von Hexagon zeigt, dass Hersteller, die es versäumen, ihre Daten in Ordnung zu bringen, Gefahr laufen, gegenüber ihren Konkurrenten ins Hintertreffen zu geraten. Die Studie wurde von Hexagon in Auftrag gegeben und von Forrester Consulting im Mai 2023 durchgeführt, um herauszufinden, wie Technologie die Strategien der Unternehmen heute und in Zukunft prägt. Die weltweite Umfrage unter mehr als 500 Führungskräften in der Fertigungsindustrie ergab, dass 98 Prozent der Hersteller mindestens einen Konflikt mit Daten in ihrem Unternehmen haben. Führungskräfte erwägen die Einführung von Echtzeit-Kollaboration, KI und Automatisierung, aber anhaltende Datenprobleme ersticken Innovationen und behindern die Einführung solch fortschrittlicher Fertigungstechnologien.
Der Advanced Manufacturing Report bietet eine eingehende Analyse der gesamten Wertschöpfungskette, vom Produktdesign bis zum fertigen Produkt und den Qualitätsprozessen. Er beleuchtet Trends und bietet wertvolle Einblicke in die Herausforderungen, mit denen führende Unternehmen der Fertigungsindustrie konfrontiert sind, sowie in ihre Erfolge und neue Möglichkeiten.
(Bild: Hexagon Manufacturing Intelligence)
Der am 7. März 2024 veröffentlichte Advanced Manufacturing Report zeigt, dass sich die Art und Weise, wie hochwertige Produkte entworfen und hergestellt werden, durch drei grundlegende digitale Faktoren verändert: Datenqualität und -verfügbarkeit, Kollaborationsmöglichkeiten der Mitarbeiter sowie Automatisierung.
Datennutzung und Zusammenarbeit – die grossen Probleme der Hersteller
Diese Datenprobleme haben dazu beigetragen, dass 97 Prozent der Hersteller mit Konflikten bei der Zusammenarbeit und Produktivität konfrontiert sind. Dies kann sich auf ihre Innovationsfähigkeit auswirken und die Erfüllung der Kundenwünsche verzögern. Die Mehrheit der Führungskräfte ist sich darüber im Klaren, dass eine bessere Zusammenarbeit die Produktqualität (88 Prozent), die Markteinführungszeit (86 Prozent) und auch die Nachhaltigkeit verbessern kann. 82 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass eine bessere Kommunikation zwischen Design- und Fertigungsteams die Materialverschwendung und die Emissionen erheblich reduzieren kann. Dennoch sind fast drei Viertel (71 Prozent) der Unternehmensleiter besorgt über die mangelnde Synergie zwischen ihren Design- und Fertigungsteams.
Josh Weiss, Präsident von Hexagon Manufacturing Intelligence, kommentiert: «Es ist eine Ironie des Schicksals, dass das Fertigungsgewerbe die Automatisierung und die agilen Praktiken erfunden hat, die momentan den Wandel in anderen Branchen vorantreiben – während die Fertigungsindustrie selbst mit der Transformation zu kämpfen hat. Aber das liegt daran, dass die Digitalisierung der Wertschöpfungskette in der Fertigung eine sehr reale, komplexe und menschliche Herausforderung ist. Digitale Zwillinge sind entscheidend, um Fabriken intelligent zu machen: Sie ermöglichen es Teams, Probleme abteilungsübergreifend zu lösen und zu innovieren und liefern hochwertige Daten, die die Grundlage für produktivitätssteigernde Technologien wie KI und Robotik bilden.»
«Diejenigen, die ihr Unternehmen jetzt in die Lage versetzen, Daten effektiv zu nutzen, können eine effizientere Wertschöpfung vorantreiben und Produkte schneller auf den Markt bringen, da sie sich flexibel an die Marktbedingungen anpassen können. Wir konnten beobachten, wie die Verbraucherelektronik den Wandel zu einer rasanten Produktentwicklung anführte – und jetzt hat BYD den Automobilsektor erschüttert, indem es Tesla als Marktführer für Elektrofahrzeuge überholt hat. Das unterstreicht die Notwendigkeit, Produktivität und Innovation in der gesamten Wertschöpfungskette der Fertigung zu transformieren.»
Die Studie befragte Führungskräfte der Fertigungsindustrie aus Nordamerika, Asien und Europa. 24 Prozent der Befragten waren leitende Angestellte. Die Umfrage ergab, dass der Zugang zu qualitativ hochwertigen Daten zwar ein allgemeines Problem zu sein scheint, die asiatischen Hersteller ihre Daten jedoch selbstbewusster einsetzen – beispielsweise durch Simulation, virtuelle Fertigung und vorausschauende Wartung. So können sie Probleme im nachgelagerten Bereich vorhersagen und umgehen, um so schwerwiegende finanzielle Auswirkungen zu vermeiden.
Digitalisierte Unternehmen schreiten voran: Daten unterstützen schnelle Markteinführung und Industrie 5.0
Nur 2 Prozent der Hersteller geben an, dass ihre Datenprozesse problemlos funktionieren. Die grosse Mehrheit der Unternehmen läuft Gefahr, ihre Geschäftsziele zu gefährden, wenn sie jetzt nicht handelt. Führungskräfte aus dem verarbeitenden Gewerbe nennen die Verbesserung der betrieblichen Effizienz, die Steigerung des Produktionsausstosses und die schnellere Verbesserung der Qualität neuer Produkte als ihre wichtigsten Geschäftsprioritäten für die nächsten drei Jahre. All diese Vorhaben könnten auf der Kippe stehen, wenn die für den Erfolg der Digitalisierung erforderlichen unternehmensweiten kulturellen und technischen Veränderungen nicht vorangetrieben werden.
Die Ergebnisse zeigen auch, dass 37 Prozent der Hersteller hinter ihren Konkurrenten zurückbleiben und als «Nachzügler» betrachtet werden müssen, da sie keine einzige Phase ihres Fertigungsprozesses hochgradig oder vollständig automatisiert haben. Dem gegenüber steht ein Viertel der Hersteller, die als «Marktführer» gelten, da sie mindestens zwei Phasen ihrer Fertigungsprozesse hochgradig oder vollständig automatisiert haben.
Die Untersuchung zeigt, dass die Marktführer einen deutlichen Vorsprung bei der Produktivität und Effizienz ihrer Mitarbeiter gegenüber Nachzüglern haben:
58 Prozent der führenden Unternehmen berichten über eine gesteigerte Mitarbeiterproduktivität und Innovation – gegenüber 35 Prozent bei den Nachzüglern.
39 Prozent der führenden Unternehmen gehen effektiv gegen Talentmangel vor – gegenüber 26 Prozent bei den Nachzüglern.
Hersteller auf der ganzen Welt setzen auf fortschrittliche Automatisierungstechnologien, um die Produktivität weiter zu steigern. Interessanterweise planen 58 Prozent der asiatischen Unternehmen, in den nächsten drei Jahren in KI-gestützte oder generative Automatisierung zu investieren, verglichen mit weniger als der Hälfte der Hersteller in Nordamerika (45 Prozent) und EMEA (38 Prozent).
Stand vom 30.10.2020
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