SMM-Kongress 2025: Fehlmann AG Maschinenfabrik High-End-Produktion – bereits in der Berufsbildung

Von Nastassja Neumaier 4 min Lesedauer

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Adrian Tobler, Verkaufsleiter Schweiz der Fehlmann AG Maschinenfabrik, spricht am 13. SMM-Kongress am 22. Mai 2025 in der Messe Luzern über nichts Geringeres als die Zukunft der Industrie in der MEM-Branche. Im SMM-Interview gibt er einen Vorgeschmack.

Adrian Tobler, Verkaufsleiter Schweiz, Fehlmann AG, Maschinenfabrik: «Digitale Technologien wie künstliche Intelligenz werden in der Fertigung genauso selbstverständlich sein wie eine durchgehende Vernetzung von Maschinen und Prozessen. In dieser Zukunft bleibt jedoch die Präzision – eine traditionelle Stärke der Schweizer Industrie – weiterhin zentral.»(Bild:  Nastassja Neumaier, VCG)
Adrian Tobler, Verkaufsleiter Schweiz, Fehlmann AG, Maschinenfabrik: «Digitale Technologien wie künstliche Intelligenz werden in der Fertigung genauso selbstverständlich sein wie eine durchgehende Vernetzung von Maschinen und Prozessen. In dieser Zukunft bleibt jedoch die Präzision – eine traditionelle Stärke der Schweizer Industrie – weiterhin zentral.»
(Bild: Nastassja Neumaier, VCG)

SMM: Das Motto des 13. SMM-Kongresses lautet «Industrie 2030». Was ist Ihre persönliche Vision der «Industrie 2030»?

Adrian Tobler: Die «Industrie 2030» wird geprägt sein von einem noch höheren Grad an Automatisierung, Vernetzung und Flexibilität. Schweizer Fertigungsunternehmen werden vermehrt auf hochpräzise, individuell konfigurierbare Produktionssysteme setzen, die sowohl kleine als auch hochkomplexe Serien effizient und wirtschaftlich fertigen können. Digitale Technologien wie künstliche Intelligenz werden in der Fertigung genauso selbstverständlich sein wie eine durchgehende Vernetzung von Maschinen und Prozessen. In dieser Zukunft bleibt jedoch die Präzision – eine traditionelle Stärke der Schweizer Industrie – weiterhin zentral.

Welche neuen Technologien oder Innovationen sehen Sie als entscheidende Treiber für die Zukunft der Schweizer Fertigungstechnik?

A. Tobler: Neben der in vielen Firmen bereits etablierten 5-Achs-Bearbeitung werden Automation, KI-gestützte Optimierungen und digitale Zwillinge entscheidende Treiber sein. Besonders wichtig sind flexible Automatisierungslösungen, die sich auch für kleinere Losgrössen eignen – ein Bereich, in dem die Fehlmann AG bereits heute vielseitige Lösungen bietet. Ebenfalls sehe ich in den modernen Bearbeitungsstrategien wie Trochoidalfräsen oder High Dynamic Cutting nach wie vor Potenzial für Effizienzsteigerungen.

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Wie verändert sich die Arbeitswelt der Polymechaniker/-innen und vor welchen Herausforderungen und Chancen stehen sie in der «Industrie 2030»?

A. Tobler: Polymechanikerinnen und Polymechaniker werden zunehmend als hochqualifizierte Technologieanwender gefragt sein. Routineaufgaben werden von Maschinen und Robotern übernommen, während Fachkräfte komplexere Aufgaben wie die Programmierung, Prozessoptimierung oder das Einrichten automatisierter Zellen übernehmen. Die Herausforderung liegt darin, den Umgang mit diesen neuen Technologien zu erlernen – die Chance wiederum in einer spannenderen, abwechslungsreicheren Arbeit mit hoher Eigenverantwortung.

Welche neuen Kompetenzen und Fähigkeiten sind Ihrer Meinung nach unerlässlich, damit Polymechaniker/-innen in der «Industrie 2030» erfolgreich sein können?

A. Tobler: Neben fundiertem mechanischem Verständnis werden digitale Kompetenzen – etwa im Bereich CAM-Programmierung, CNC-Steuerung, Datenanalyse und Automatisierung – immer wichtiger. Problemlösungsfähigkeit, Adaptionsfähigkeit und ein hohes Mass an Selbstständigkeit sind ebenso essenziell, da die Anforderungen in der Fertigungstechnik deutlich dynamischer werden.

Welche Rolle spielen 5-Achs-Bearbeitung und Automation in der modernen Ausbildung?

A. Tobler: 5-Achs-Bearbeitung und Automation werden in Zukunft noch mehr an Wichtigkeit gewinnen und spielen eine zentrale Rolle in der modernen Ausbildung, da sie heute Schlüsseltechnologien in der Fertigung darstellen. Lernende müssen frühzeitig mit diesen Technologien vertraut gemacht werden, um optimal auf die Anforderungen der Industrie vorbereitet zu sein. Bei Fehlmann setzen wir bewusst auf zukunftsorientierte Ausbildungsmaschinen wie die neue Picomax 550, die speziell für die moderne 5-Achs-Bearbeitung konzipiert wurde. Die kompakte und bedienerfreundliche Bauweise der Picomax 550 ermöglicht es, auch in der Ausbildung effizient und praxisnah komplexe 5-Achs-Prozesse zu erlernen – sowohl in der 5-Achs-Positionierung als auch in der 5-Achs-Simultanbearbeitung. In Kombination mit moderner Automation und der neuesten Heidenhain-Steuerung TNC 7 bieten wir eine Ausbildungsplattform, die höchste Präzision, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit vereint und damit bestens auf die «Industrie 2030» vorbereitet.

Wie kann die Berufsbildung in der MEM-Branche reformiert werden, um noch besser auf zukünftige Anforderungen vorzubereiten?

A. Tobler: Eine Reform sollte den Fokus auf die praxisnahe Ausbildung an modernen Maschinen legen, gepaart mit der Vermittlung digitaler Kompetenzen. Lehrinhalte müssen an die technologischen Entwicklungen angepasst sein. Auch modulare, flexible Ausbildungskonzepte, die es ermöglichen, Technologien wie die oben erwähnte 5-Achs-Bearbeitung, Automation, aber auch Datenanalyse rasch zu integrieren, sind notwendig. Es braucht zudem enge Kooperationen zwischen Industrie und Bildungseinrichtungen, um den Puls der Praxis zu spüren.

Welchen Beitrag leistet die Fehlmann AG Maschinenfabrik in diesem Zusammenhang?

A. Tobler: Wir bei Fehlmann engagieren uns stark für die Ausbildung der nächsten Generation. Unsere Ausbildungsmaschinen wie die Picomax 21-M, Picomax 56 Mill und Picomax 550 bieten angehenden Fachkräften ein ideales Lernumfeld, um sowohl nach wie vor konventionelle Fertigungstechniken als auch moderne CNC- und 5-Achs-Bearbeitungen zu erlernen. Zudem stellen wir umfassende Schulungsunterlagen und Programmierbeispiele zur Verfügung, damit Lehrbetriebe und Ausbildungszentren ihre Lernenden optimal und praxisnah schulen können. Bei Fehlmann AG bilden wir die Berufe Polymechaniker/-in (4 Lernende pro Jahr) und Automatiker/-in (2 Lernende pro Jahr) aus.

Wie wichtig sind Kollaborationen mit anderen Unternehmen und Bildungsinstitutionen, um die MEM-Branche zukunftssicher zu machen?

A. Tobler: Nur durch einen kontinuierlichen Austausch zwischen Maschinenherstellern, Industrieunternehmen, Bildungsinstitutionen und Fachverbänden lassen sich die Ausbildungsstandards zeitgemäss weiterentwickeln. Wir arbeiten eng mit unseren Kunden und Partnern zusammen, um unsere Maschinen und Schulungskonzepte stetig an die aktuellen Anforderungen anzupassen. Dies ist auch ein sehr wichtiger Faktor bei der Entwicklung, schon im Pflichtenheft, von neuen Maschinen. Gemeinsame Initiativen sind der Schlüssel, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Schweizer MEM-Branche nachhaltig zu stärken.

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