Blick in die Porsche-918-Spyder-Manufaktur Hochtechnologie in Handarbeit

Redakteur: Silvano Böni

Der Porsche 918 Spyder setzt Massstäbe. Nicht nur als Supersportwagen in Kleinserie, der es mit Hilfe von zwei Elektroantrieben und einem V8-Sportmotor auf eine Systemleistung von 887 PS bringt. Auch bei der Fertigung geht Porsche individuelle Wege: mit einer 4000 Quadratmeter grossen Manufaktur, in der rund 100 ausgewählte Mitarbeiter das Fahrzeug in Handarbeit zusammensetzen.

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Bis ein Porsche 918 Spyder alle Montagestationen in der Manufaktur durchlaufen hat und den Aufzug nach unten in Richtung Prüffeld nehmen kann, vergehen rund 100 Stunden Fertigungszeit – inklusive intensiver Qualitätskontrollen im gesamten Prozess.
Bis ein Porsche 918 Spyder alle Montagestationen in der Manufaktur durchlaufen hat und den Aufzug nach unten in Richtung Prüffeld nehmen kann, vergehen rund 100 Stunden Fertigungszeit – inklusive intensiver Qualitätskontrollen im gesamten Prozess.
(Bild: Joerg Eberl / Porsche)

Vor gut vier Jahren hat Michael Drolshagen den Auftrag bekommen, als künftiger Produktionsleiter eine Manufaktur für den Porsche 918 Spyder zu konzipieren und aufzubauen. Er begann, indem er sich und einigen Porsche-Kollegen erst einmal die entscheidende Frage stellte: «Was kennzeichnet eigentlich eine Manufaktur?» Die Antworten fielen höchst unterschiedlich aus. Während es für die einen «der Duft nach Leder» oder «eine gewisse räumliche Enge» waren, hatte der 43-jährige Wirtschaftsingenieur recht schnell das Bild eines Uhrmachers vor sich, wie er in reinraumgleicher Umgebung mit Monokel und Pinzette in präziser Handarbeit sein Werk ausführt.

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Ergonomische Arbeitsplätze

24 Monate später hat die Manufaktur ihren Platz in zentraler Lage von Werk 2 in Zuffenhausen gefunden. Jener Stätte, in der seit 50 Jahren die Sportwagen-Ikone 911 gebaut wird. Konzentriert und in absolut ruhiger Atmosphäre arbeiten hier die Porsche-Spezialisten an ergonomisch vorbildlich gestalteten Arbeitsplätzen an der Verwirklichung eines Highend-Sportwagens. Es dominieren die Farben Grau (Boden), Weiss (Wände und Decken) und Acidgrün. Jene Leitfarben, die Porsche für sämtliche Fahrzeuge mit E-Hybrid-Antrieb ausgegeben hat.

Nichts scheint zu viel. Kein Kabel stört die Laufwege. Auch, weil es von vorneherein der Anspruch war, beim Bau eines Plug-in-Hybrid-Sportwagens ausschliesslich auf Akku-Werkzeuge zu setzen. Bestes Beispiel dafür: die über Bluetooth gesteuerten Akkuschrauber. Nahezu geräuschlos verrichten sie ihre Arbeit, erhöhen die Flexibilität der Werker am Arbeitsplatz, verringern das Risiko der Beschädigung von Bauteilen und stellen über die Kopplung zur Datenbank zudem sicher, dass die hinterlegten Drehmomente zuverlässig eingehalten, dokumentiert und jederzeit überprüft werden können.

Das Beste aus zwei Welten

Gerade Letzteres, das kompromisslose Qualitätsdenken, erklärt im Übrigen auch die Standortwahl Zuffenhausen. Natürlich gab es da die emotionale Komponente im Hinblick auf den Ursprung der Legende 911, die grosse Rennsporttradition und die ganz spezielle Porsche-DNA vor Ort. Viel entscheidender war es jedoch, sich mit der Manufaktur als Produktionsstätte einer Kleinserie direkt in die Kette der Serienfertigung eintakten zu können, um die vielfältigen Einrichtungen sowie das umfangreiche Know-how im Prüffeld und bei der Endmontage zu nutzen.

Neben der Infrastruktur bietet Zuffenhausen für die 918-Manufaktur einen weiteren entscheidenden Vorteil: die Mitarbeiter. Rund 3500 Menschen sind am Standort im Fahrzeugbau tätig und nirgendwo sonst wäre es möglich gewesen, auf so einen Pool an hochqualifizierten Spezialisten aus den Bereichen Entwicklung, Fahrzeuginnenausstattung, Karosseriebau, Lackierung, Montage und Antrieb zurückzugreifen. Frauen und Männer mit 14 unterschiedlichen Nationalitäten haben die begehrten Plätze schliesslich erhalten. Die rund 100 Porscheaner kommen allesamt aus verschiedenen Bereichen der Sportwagenproduktion und nicht wenige davon waren bereits in der Produktion von Motorsport-Fahrzeugen oder im Prototypenbau tätig.

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