Höhere Qualität
bei geringeren Kosten

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Zusammenspiel von Reiniger und Verfahrenstechnik

Um innerhalb kurzer Zeit das geforderte Reinigungsergebnis zu erzielen, wird die Wirkung des Reinigungsmediums durch unterschiedlich stark wirkende physikalische Verfahrenstechnik unterstützt. Häufig eingesetzte Technologien dabei sind Spritzen, Tauchen, Druckumfluten und Ultraschall.

Wesentliche Faktoren bei der Auswahl des optimalen nasschemischen Reinigungsprozesses sind: Bauteilgeometrie, Werkstoff, Art und Grad der Verschmutzung, Reinigungsmedium, Verfahren, Behandlungsdauer, Anzahl der Verfahrensschritte, Durchsatz und Sauberkeitsanforderungen. Reinigungsversuche im Labor oder Technikum der Anlagen- oder Medienhersteller mit originalverschmutzten Teilen ermöglichen eine exakte Abstimmung der Parameter.

Plasma - Reinigung mit Zusatzeffekten

Die Plasmatechnik bietet durch den Einsatz verschiedener Reaktionsgase ein breites Anwendungsspektrum bei Stück- und Schüttgütern aller Art aus Metallen, Kunststoffen, Glas und Keramik. Die erzielbare Reinheit ist dabei unabhängig von der Struktur und Geometrie der Werkstückoberfläche. Ein zusätzlicher Effekt dieses Verfahrens ist die optimale Vorbereitung für nachfolgende oberflächenrelevante Prozesse wie beispielsweise Verbesserung der Adhäsion von Klebstoffen und Beschichtungen. Darüber hinaus ermöglicht die Beschichtung mittels Plasma - Plasmapolymerisation - die Erzeugung so genannter Easy-to-clean-Flächen beziehungsweise von Oberflächen, die das Bauteil während des Betriebs vor Verschmutzung schützen. Zum Einsatz kommt die Plasmareinigung in der Metall- und Kunststoffverarbeitung, vor dem Coil Coating, in der Medizintechnik, Elektronik und Mikrosystemtechnik sowie der Optik und Analytik.

CO2 - trocken und rückstandsfrei zu hoher Reinheit

Die CO2-Schneestrahlreinigung verwendet flüssiges Kohlendioxid als Reinigungsmedium, das durch eine Düse entspannt und mit Druckluft auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt wird. Durch die Kombination mechanischer, thermischer und chemischer Eigenschaften entfernt der CO2-Schnee beim Auftreffen auf die Oberfläche teilchenförmige und filmische Verunreinigungen trocken und rückstandsfrei von nahezu allen Materialien.

Mit diesem Verfahren lassen sich auch definierte Funktionsbereiche wie beispielsweise Dicht-, Beschichtungs-, Klebe- und Laserschweissflächen gezielt behandeln, ohne dass das komplette Bauteil aufwendig auf den für die Funktionsfläche erforderlichen Reinheitsgrad «gebracht» wird. Da sich die CO2-Schneestrahlreinigung einfach in automatisierte Fertigungsabläufe integrieren lässt, können die sauberen Oberflächen «just in time» zur Verfügung gestellt werden.

Dies macht separate Massnahmen zur Reinhaltung während Lagerung und Transport überflüssig. Beim Trockeneisstrahlen werden statt flüssigem Kohlendioxid etwa reiskorngrosse Eispellets als Strahlmittel verwendet. Diese Form des CO2-Strahlens wird überwiegend bei der Reinigung von Werkzeugen, Formen, Maschinen und Anlagen sowie in der Instandhaltung eingesetzt.

Der Einsatz von überkritischem Kohlendioxid gewinnt in der Bauteilreinigung ebenfalls an Bedeutung. «Überkritisch» deshalb, weil das Kohlendioxid in einem Aggregatszustand eingesetzt wird, in dem seine physikalischen Eigenschaften zwischen der flüssigen und gasförmigen Phase liegen. Das CO2 besitzt in diesem Zustand nur eine geringe Viskosität und Oberflächenspannung. Dadurch können unpolare Verunreinigungen wie beispielsweise Öle und Fette selbst aus kleinsten Spalten und Poren sowie von porösen Oberflächen entfernt werden.

Badüberwachung und Medienaufbereitung

Einen wesentlichen Beitrag zur prozesssicheren und wirtschaftlichen Reinigung leistet auch die Badüberwachung und Medienaufbereitung. Für die kontinuierliche Kontrolle wässriger Reinigungsbäder werden unter anderem Blasendrucktensiometer angeboten, die die aktuell vorhandene Reinigungskraft ermitteln und eine verbrauchsabhängige Nachdosierung der Reinigerkomponenten ermöglichen. Ein anderes System überwacht und analysiert die Waschflüssigkeit durch ein optisches Verfahren. Auf Basis der ermittelten Werte zeigt es einen erforderlichen Badwechsel an. Neue Entwicklungen und Produktverbesserungen bei Filtrations- und Abscheidesystemen ermöglichen immer höhere Abscheideraten und damit verlängerte Badstandzeiten.

Restschmutzanalyse auf gereinigten Oberflächen

In den letzten Jahren hat sich die Reinheitskontrolle von Materialoberflächen zu einem wesentlichen Bestandteil der qualitätsorientierten Fertigung entwickelt. Für die Prüfung der Oberflächenreinheit von Bauteilen und Funktionsbereichen bieten Unternehmen aus der industriellen Reinigungstechnik unterschiedlichste Verfahren und Methoden. Das Spektrum reicht von Testtinten über zerstörungsfrei arbeitende Analysemethoden, die in den Fertigungsprozess integriert werden können, bis hin zu mikroskopischen Systemen für die Sauberkeitskontrolle entsprechend unterschiedlicher Normen, beispielsweise nach VDA 19 beziehungsweise ISO 16232.

AutorDoris Schulz, freie JournalistinD-70825 Korntal

Informationwww.parts2clean.de

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