Welche Strategien und Technologien sind erfolgreich, um ein Werkstück in Qualität, Produktivität und Stückkosten optimal zu fertigen? Welche Lösung hilft in Zukunft der Medizintechnik weiter, welche der Automotivbranche? Wie flexibel muss eine Fertigung sein, wie weit der Prozess automatisiert? Und was bedeutet das alles für Service und Finanzierung? Die Chiron Group und gut 30 Partner gaben vom 24. bis 26. April 2024 auf dem Open House in Tuttlingen Antworten.
Mittendrin in der Welt der Zerspanung: Die Chiron Group lud vom 24. bis 26. April 2024 zusammen mit 30 Partnern nach Tuttlingen zum Open House ein.
(Bild: Chiron)
Hohe Nachfrage nach Automationslösungen
Die Statistik untermauert, was sich im Markt schon länger abzeichnet: War vor fünf Jahren bei jeder dritten Turnkey-Maschine von Haus aus eine Automation mit dabei, sind es heute sieben von zehn. Das Team um Thomas Marquardt, Leiter der Automation bei der Chiron Group, hört von seinen Kunden zwei massgebende Aussagen für die hohe Nachfrage: Bekomme ich in 2, 5 oder 10 Jahren noch den «einfachen» Bediener? Jemanden, der auch in der 2. und 3. Schicht arbeitet? Und: Produktivitätssteigerung und Stückkostenvorteile sind Daueranforderungen – fertigungstechnisch wie wirtschaftlich hat eine Prozessautomation das grösste Potenzial, Zeit zu gewinnen und Stückkosten zu optimieren. Das Automations- und Applikationsteam präsentierte auf dem Open House ebensolche Praxis-Lösungen für Neuprojekte und Bestandsmaschinen – von der integrierten Automation über Standardautomation aus dem Variocell-Programm bis hin zu verketteten Systemlösungen.
Mikrozerspanung nimmt Fahrt auf
Keine neue Technologie, aber eine, die richtig Fahrt aufgenommen hat, ist die Mikrozerspanung. Warum sollte man Bauteile von wenigen Zentimetern auf Maschinen fertigen, die dafür an Stellfläche, Masse und Energiebedarf im Grunde überdimensioniert sind? Eine Mikromaschine, wie die Micro5, ist diesen «kleinen und feinen» Produkten angepasst und hat deutliche Vorteile bei Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Werkstückqualität und Wirtschaftlichkeit. 2020 neu im Produktprogramm der Chiron Group liefen bei den ersten Anwendern acht Micro5-Maschinen in der täglichen Fertigungspraxis. Ende 2024 werden es gut 250 Maschinen sein. Knochenplatten für die Handchirurgie, Dentaltechnik, Instrumente, aber auch Teile aus der Kommunikationstechnologie und natürlich der Uhren- und Schmuckindustrie zählen zu den Zielwerkstücken nachhaltiger und ultrapräziser Mikrozerspanung. Für Losgrösse 1 und automatisierte Serienfertigung standen Show-Cases und Best-Practice-Anwendungen in Tuttlingen bereit, um genau unter die Lupe genommen zu werden.
Stand heute ist die Mill-Turn-Technologie bei Losgrösse 1 und in der Serienproduktion eine fest etablierte Grösse. Warum die Verfahrensintegration des Verzahnens in die 6-Seiten-Komplettbearbeitung bei der Chiron Group im Fokus steht, erklärt Michael Wurster, Senior Produktmanager, so: «Der Markt zeigt ein wachsendes Interesse für diesen Prozess mit seinen vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Auslöser sind die Herausforderungen sich verringernder Losgrössen, hoher Werkstückqualität und der Druck schneller Lieferzeiten – in der Konsequenz sind immer produktivere Fertigungsprozesse gefragt. Die Ausbringung ist bekanntlich am höchsten mit einer Fertigung nach dem Taylorprinzip, und wer Masse produziert, wird das auch weiterhin auf spezialisierten Verzahnungsmaschinen machen. Vom Prototypen- bis hin zum Serienfertiger bekommen die Anwender mit der Baureihe MT 715 jetzt eine sichere Alternative, ihre Teile komplett zu bearbeiten – das Wälzschälen bis Modul 3,5 mm und eine erreichbare Qualität der Verzahnung mit IT 7 und besser inklusive.» Maschine, Werkzeug, Technologiezyklen und Eingabemasken, das Komplettpaket war auf dem Open House live und unter Span zu erleben.
Doppelspindlig und automatisiert: Hochproduktive Alu, Guss-, Stahl- und Titanzerspanung
Bei 360 mm geht es los, bei 1200 mm ist das Maximum an Spindelabstand erreicht. Die Doppelspindler der Baureihen 16, 22, 25 und 28 sind das Herzstück im Produktprogramm, um komplexe Werkstücke aus Alu, Guss, Stahl und Titan sowohl stabil als auch dynamisch, meist 4- und 5-achsig, mit hoher Produktivität zu bearbeiten. Ein besonderes Highlight, das man auf dem Open House live erleben konnte, war die DZ 22 S MT. Sie bietet kraftvolle Fräs- und Drehleistung und ist einzigartig für die Komplettbearbeitung von Futterteilen bis Ø 600 mm. Sowohl in der flexiblen Kleinserien- als auch in der hochproduktiven Serienfertigung. Anwenderbeispiele aus Automotive, Werkzeug-/Formenbau, Lohnfertigung und Aerospace überzeugen mit herausragenden Daten und Fakten.
Geballter Wissenstransfer: Know-how, Erfahrung und langjährige Partner
Neu- und Weiterentwicklungen rund um die Werkzeugmaschine sind immer am erfolgreichsten, wenn die Partner aus der Peripherie mit Rat und Tat unterstützen. Sei es bei der Auslegung automatisierter Prozesse, einem Full-Service-Leasing oder beim Troubleshooting im laufenden Prozess – Hersteller und Kunden profitierten in der Regel immer aus dem Erfahrungsschatz der Hersteller von Werkzeugen, Mess- und Prüfmitteln, Kühlschmierstoffen, Vorrichtungen und Spannmitteln sowie Software-Tools und Steuerungen. Für Bernd Hilgarth, CSO der Chiron Group, war das Event im eigenen Haus das Highlight des Jahres: «So viel geballtes Wissens an einem Ort hat man sonst nicht.»
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Stand vom 30.10.2020
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