Implantate prozesssicher veredelt
Mit dem Bau des neuen Medical Centers in Steinen bei Schwyz reagierte die Firma KKS Ultraschall AG auf die grosse Nachfrage bei Oberflächenveredelten Teilen für die Medizintechnik. Die aus einer Vielzahl von unabhängigen, vernetzten Prozessanlagen bestehende Fertigungslinie war prädestiniert, um die Möglichkeiten und Vorteile von Totally Integrated Automation (TIA) umzusetzenund zu nutzen.
Anbieter zum Thema
Morgens Anlieferung, abends Abholung
Den Markt für die Produktion von Implantaten teilen sich in der Schweiz zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen. Diese hochspezialisierten Firmen haben meist nicht die finanziellen und personellen Mittel und das Know-how für die Beschaffung und den Betrieb einer Anlage für die Oberflächenbehandlung. Vor diesem Hintergrund entstand das Medical Center von KKS, das eine Palette von Dienstleistungen im Bereich der Oberflächentechnik in Lohnarbeit anbietet.
KKS-Geschäftsführer Hans-Peter Keller beschreibt die Anforderungen an die Anlage wie folgt: «Sehr viele unterschiedliche Teile mit verschiedenen Bearbeitungs- und Oberflächenparametern werden parallel und innert kürzester Zeit durch die verschiedenen Prozessschritte geschickt. Meistens werden die Teile am Morgen angeliefert und am Abend will sie der Kunde wieder abholen.» Die zu bearbeitenden Teile werden nach der Anlieferung im Wareneingang deponiert und dann bezüglich Bearbeitungsvorgänge in einer Datenbank erfasst. Sie durchlaufen in der Regel folgende Prozessschritte: Vorbehandlung: Gleitschleifen, Polieren, Feinschleifen Vorreinigung: Entfetten, Beizen, Spülen Hauptprozess: Anodisieren, Elektropolieren Endreinigung: Reinigen, Reinstwasser- Spülen, Trocknen Es galt, eine Lösung zu finden, bei der die einzelnen Produktionsanlagen autark arbeiten und über einen Leitrechner miteinander verbunden sind. Als Informationsquelle für alle notwendigen Prozessparameter wurde eine MS-Access-Datenbank entwickelt, die rund 3000 verschiedene Artikel verwaltet. Die Parameter werden aus der Datenbank über den Leitrechner an die angefragte Anlage gesandt. Alle während dem Prozess erfassten Istwerte werden ebenso über den Leitrechner an die Datenbank zurückgegeben und dort beim entsprechenden Artikel hinterlegt. Die Produktion weist eine FDA-konforme Qualitätsüberwachung auf. Der komplette Fertigungsprozess jedes einzelnen Teils ist jederzeit und hundertprozentig nachvollziehbar. Die Steuerungs- und Leittechnik wurde in Zusammenarbeit mit Siemens entwickelt. Im Vordergrund stand die Prozesssicherheit in Bezug auf die Anlagebedienung. Jeder Auftrag muss den Prozess genau nach den vordefinierten Parametern durchlaufen. Keller erklärt dies anhand eines Beispiels: «Beim Anodisieren ist die Farbe ein Nachweis für die Stärke der Oxidschicht. Eine falsche Farbe ? beispielsweise durch eine Prozesszeitüberschreitung von wenigen Sekunden ? kann eine aufwändige Nacharbeit oder gar den Ausschuss für die betroffenen Produkte nach sich ziehen.»
