Bestandsaufnahme zur Digitalisierung Kaum Auswirkungen der Digitalisierung auf Beschäftigung

Redakteur: Sergio Caré

Im Zeitraum 2013 bis 2015 haben die Unternehmen in der Schweiz ihren Personalstamm aufgrund der Digitalisierung kaum verändert. Ihre Wettbewerbsfähigkeit konnte mehr als jedes dritte Unternehmen verbessern, trotz sinkenden Investitionsausgaben in der Digitalisierungstechnologien.

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(Bild: pixabay)

Die KOF hat in Zusammenarbeit mit der Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie der ETH Zürich und der Hochschule für Angewandte Psychologie der Fachhochschule Nordwestschweiz mittels einer repräsentativen Umfrage eine Bestandsaufnahme zur Digitalisierung der Schweizer Wirtschaft gemacht. Einer der Co-Autoren der Studie ist Dr. Martin Wörter, Leiter der Gruppe Innovationsökonomie an der ETH Zürich, KOF Konjunkturforschungsstelle.

Mehr Fachkräfte, starke Marktposition

Auf die Beschäftigung in Schweizer Unternehmen hat die Digitalisierung im Zeitraum von 2013 bis 2015 wenig Auswirkungen gehabt: 76 Prozent der Umfrageteilnehmer geben keine Veränderungen an. Zwölf Prozent der Unternehmen melden eine Abnahme und elf Prozent eine Zunahme der Beschäftigung aufgrund der Digitalisierung. Schaut man auf die Qualifikationsanforderungen der Unternehmen, zeigen sich hier gewisse Veränderungen: Die Firmen verzeichneten insbesondere eine Zunahme von Absolventen von Fachhochschulen/Fachschulen und Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Ein etwas geringerer Netto-Anstieg ist ebenfalls bei Absolventen von Universitäten zu verzeichnen. Eine negative Tendenz zeichnet sich dagegen für An-/Ungelernte ab. Diese Entwicklungen sind vor allem bei Grossunternehmen zu beobachten. Die höhere Nachfrage nach Personen mit Berufsausbildung ist hingegen bei kleineren Unternehmen besonders zu beobachten.

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Auf ihre Wettbewerbsfähigkeit angesprochen, sehen rund 60 Prozent der Unternehmen aufgrund der Digitalisierung keine Auswirkungen. Eine verbesserte Position im Wettbewerb melden 35 Prozent der Unternehmen, bei nur zwei Prozent hat sich die Wettbewerbsfähigkeit verschlechtert. Wörter schätzt die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit als Folge von Kosteneinsparungen durch Prozessinnovationen ein, «ausserdem ergeben sich durch die Digitalisierung oft neue Möglichkeiten der Produktentwicklung.»

Insbesondere Unternehmen im Bereich der modernen Dienstleistungen melden eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit durch die Digitalisierung. Nach Grösse der Unternehmen betrachtet, geben vor allem mittlere und grosse Unternehmen eine verbesserte Marktpositionierung an.

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