Industriemessen Schweiz Krieg um die Gunst der Aussteller

Redakteur: Sergio Caré

Dank neuer Angebote «ellbögeln» sechs Schweizer Fachmessen um die Gunst der Unternehmen in der MEM-Branche. In Form von Mikrointerviews verschafft der SMM einen Überblick; mit durchaus klaren Ansagen seitens Messeveranstalter.

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(Bild: Adobe Stock)

Die Stände auf einer Fachmesse gleichen oftmals einer Schauspielbühne, auf der die Verkäufer und Berater die Akteure sind. Jeder will sich von seiner besten Seite zeigen, im wahrsten Sinne des Wortes, professionell und überzeugend wirken. Der Vorteil von Messen liegt auf der Hand: Informationsbeschaffung und persönliche Kontakte auf «kleinstem» Raum. Ausserdem sind nirgends so viele Wettbewerber, Interessenten und potenzielle Kunden an einem einzigen Ort versammelt.

Für die Aussteller sind die Teilnahmen an Fachmessen aber ein teures Unterfangen. Laut dem Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) betrug das durchschnittliche Messebudget deutscher Unternehmen in den Vergangenen Jahren rund 300 000 Euro. Wozu all dieser Aufwand und die hohen Kosten? Einfache Antwort: Messen sind nach wie vor für die ausstellende und besuchende Wirtschaft das Marketinginstrument Nr. 1. Gerade an Fachmessen ist der Anteil der Entscheider, die mit einer klaren Zielvorstellung und Erwartung die Messen besuchen, hoch. Sie kommen mit klaren Erwartungen und in der Regel gut vorbereitet. Die wenigsten Messebesucher auf Fachmessen lassen sich von Ausstellern durch Events motivieren.

Ble.ch, EPHJ-EPMT-SMT, Industrialis, Prodex/Swisstech, Siams und Sindex

Auch für uns Fachjournalisten ist die Ballung so vieler Produkte und Anbieter von Vorteil, bietet sich so die Möglichkeit, direkte Vergleiche herzustellen. Nun hat kürzlich die Zahl der industriellen Messen zugenommen. In der Schweiz «ellbögeln» sechs Fachmessen um die Gunst der Unternehmen in der MEM-Branche – die grös­seren Stuttgarter Messen AMB und Control im nahen Süddeutschland seien hier nur erwähnt. Mal sind die Messen in der Schweiz auf die Mikroindustrie spezialisiert, wie die EPHJ-EPMT-SMT in Genf oder die Siams in Moutier, oder es geht um industrielle Automatisierung wie bei der Basler Prodex/Swisstech oder Berner Sindex. Hinzukommen nun die Ble.ch und die biennale Fachmesse Industrialis, die sich den frei gewordenen Termin vom Messeduo Prodex/Swisstech geschnappt hat. Die beiden Fachmessen Prodex/Swisstech werden künftig im Frühjahr der ungeraden Jahre anstatt wie bisher im Herbst der geraden Jahre stattfinden.

Die SMM-Redaktion hatte verschiedene Aussteller und Vertreter von Verbänden letztes Jahr um ein Statement gebeten, wie sie zur Terminverschiebung der Prodex/Swisstech stehen. Die generelle Aussage: Die Meinungen gehen auseinander, sind aber grundsätzlich vorwiegend konstruktiver Natur.

Friedliches und lukratives Nebeneinander?

Wenn sich bekanntlich zwei um das gleiche Kuchenstück streiten, freut sich der Dritte. Wenn sich aber sechs Messeveranstalter auf so kleinem Raum um die gleichen Aussteller rangeln, kann niemand aussagen, wie es ausgehen wird. Denkbar, dass ein friedliches und lukratives Nebeneinander möglich ist – dank wirtschaftlicher Prosperität im EU-Raum und auch sonst in Übersee. Was die sechs Messeveranstalter zu der neuen Ausgangslage denken, insbesondere die neue Ausgangslage Industrialis und Prodex/Swisstech, haben wir in Form von Mikrointerviews zu erörtern versucht. Die Veranstalter erhielten die Fragen per Mail in Französisch und Deutsch zugesendet. Die Antworten beinhalten spannende Aussagen und direkte Ansagen. Ein weiteres Sprichwort besagt: Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Gut möglich also, dass zu diesem Thema noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde. Nun sind Sie gefragt: Was halten Sie davon? Sind Sie froh über die zusätzlichen Messen? Lassen Sie es uns wissen. Diskutieren Sie mit uns unter smm.ch -sc- SMM

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