Industriemessen Schweiz Krieg um die Gunst der Aussteller 06.03.2018 Redakteur: Sergio Caré
Dank neuer Angebote «ellbögeln» sechs Schweizer Fachmessen um die Gunst der Unternehmen in der MEM-Branche. In Form von Mikrointerviews verschafft der SMM einen Überblick; mit durchaus klaren Ansagen seitens Messeveranstalter.
(Bild: Adobe Stock)
Die Stände auf einer Fachmesse gleichen oftmals einer Schauspielbühne, auf der die Verkäufer und Berater die Akteure sind. Jeder will sich von seiner besten Seite zeigen, im wahrsten Sinne des Wortes, professionell und überzeugend wirken. Der Vorteil von Messen liegt auf der Hand: Informationsbeschaffung und persönliche Kontakte auf «kleinstem» Raum. Ausserdem sind nirgends so viele Wettbewerber, Interessenten und potenzielle Kunden an einem einzigen Ort versammelt.
Für die Aussteller sind die Teilnahmen an Fachmessen aber ein teures Unterfangen. Laut dem Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) betrug das durchschnittliche Messebudget deutscher Unternehmen in den Vergangenen Jahren rund 300 000 Euro. Wozu all dieser Aufwand und die hohen Kosten? Einfache Antwort: Messen sind nach wie vor für die ausstellende und besuchende Wirtschaft das Marketinginstrument Nr. 1. Gerade an Fachmessen ist der Anteil der Entscheider, die mit einer klaren Zielvorstellung und Erwartung die Messen besuchen, hoch. Sie kommen mit klaren Erwartungen und in der Regel gut vorbereitet. Die wenigsten Messebesucher auf Fachmessen lassen sich von Ausstellern durch Events motivieren.
Ble.ch, EPHJ-EPMT-SMT, Industrialis, Prodex/Swisstech, Siams und Sindex Auch für uns Fachjournalisten ist die Ballung so vieler Produkte und Anbieter von Vorteil, bietet sich so die Möglichkeit, direkte Vergleiche herzustellen. Nun hat kürzlich die Zahl der industriellen Messen zugenommen. In der Schweiz «ellbögeln» sechs Fachmessen um die Gunst der Unternehmen in der MEM-Branche – die grösseren Stuttgarter Messen AMB und Control im nahen Süddeutschland seien hier nur erwähnt. Mal sind die Messen in der Schweiz auf die Mikroindustrie spezialisiert, wie die EPHJ-EPMT-SMT in Genf oder die Siams in Moutier, oder es geht um industrielle Automatisierung wie bei der Basler Prodex/Swisstech oder Berner Sindex. Hinzukommen nun die Ble.ch und die biennale Fachmesse Industrialis, die sich den frei gewordenen Termin vom Messeduo Prodex/Swisstech geschnappt hat. Die beiden Fachmessen Prodex/Swisstech werden künftig im Frühjahr der ungeraden Jahre anstatt wie bisher im Herbst der geraden Jahre stattfinden.
Die SMM-Redaktion hatte verschiedene Aussteller und Vertreter von Verbänden letztes Jahr um ein Statement gebeten, wie sie zur Terminverschiebung der Prodex/Swisstech stehen. Die generelle Aussage: Die Meinungen gehen auseinander, sind aber grundsätzlich vorwiegend konstruktiver Natur.
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Ble.ch
Ble.ch: «Wir bieten ein Nischenprodukt an.»
Die Ble.ch bezeichnet sich als die neue Technologiefachmesse für die Metall- und Stahlbearbeitung in der Schweiz. Sie findet vom 5. bis zum 7. März 2019 auf dem Messegelände in Bern statt. Erwartet werden 3500 bis 5000 Besucher aus Industrie und Gewerbe. Rund 150 Aussteller werden Neuheiten und Innovationen aus den Bereichen Robotik, Maschinen, Produkte, Systeme und Werkzeuge für die Blech-, Metall- und Stahlbearbeitung präsentieren. Der Quadratmeterpreis beträgt bis 50 m2 240 CHF, alles darüber 225 CHF. Wer sich bis am 30. September 2018 anmeldet, bekommt 15 CHF/m2 Rabatt. Das Interview wurde mit Peter Boeni, Messeleiter von Ble.ch, geführt.
SMM: Das Messe-Duo Prodex/Swisstech hat seine Termine um sechs Monate verschoben. Welche Auswirkungen hat diese Änderung auf Ihre Messe?
Peter Boeni: Wir haben den ursprünglich festgelegten Termin vom Mai 2019 neu auf den 5. bis 7. März 2019 vorverlegt.
Wie haben Ihre Aussteller reagiert?
P. Boeni: Wir haben die Vorverschiebung auf Anfang März in Absprache mit unseren Gründungsmitgliedern (Aussteller und Verbände) entschieden. Wir bewegen uns mit unserer neuen Messe in einer Nische, wo der ganze Fertigungsprozess in der Blechbearbeitung aufgezeigt wird. Die ersten Signale vom Markt stimmen uns positiv.
Nun wurde eine neue Messe lanciert: Die Industrialis, bei der Swissmechanic im Beirat sitzt. Unserer Meinung nach werden die gleichen Aussteller angesprochen. Was ist die Stärke Ihrer Messe im Vergleich zu dieser neuen Konkurrenz?
P. Boeni: Da die Industrialis als Gastmesse auf dem Messeplatz Bern durchgeführt wird, konnten wir unseren Einfluss auf die Nomenklatur ausüben. In gegenseitiger Absprache konnten die Themen der Blechbearbeitung – die wir für unsere Messe beanspruchen – von der Industrialis ausgeschlossen werden. Wir konzentrieren uns auf unsere Stärke, sprich ausschliesslich auf die Blechbearbeitung und können somit ein Nischenprodukt anbieten.
Weitere Informationen: ble.ch
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Sindex
«Die Sindex ist einzigartig»
Die biennale Sindex will nach eigenen Angaben die massgebende Schweizer Messe für industrielle Automatisierung sein. Sie zeigt dieses Jahr vom 28. bis 30. August von Antriebstechnik über Lineartechniken oder Elektronikkomponenten bis zu Gesamtlösungen. Die Sindex vereint in Bern 400 Aussteller aus den Bereichen Automation, Elektrotechnik, Fluidtechnik und Robotik und verzeichnete 2016 13 000 Besucher. Der Quadratmeterpreis beträgt bis 50 m2 219 CHF, ab 51 bis 100 m2 199 CHF und alles darüber 179 CHF. Das Interview wurde mit Douglas Krebs, Messeleiter von Sindex, geführt.
SMM: Das Messe-Duo Prodex/Swisstech hat seine Termine um sechs Monate verschoben. Welche Auswirkungen hat diese Änderung auf Ihre Messe?
Douglas Krebs: Für die Sindex hat diese Verschiebung positive Auswirkungen. Der Schweizer Markt ist mit Industrie-Fachmessen in den geraden Jahren ausreichend gesättigt.
Wie haben Ihre Aussteller reagiert?
D. Krebs: Wenn man die Deutschen Weltleitmessen in diesen Themenbereichen dazunimmt, ist es klar, dass die Aussteller sich ganz klar fokussieren müssen. Jedes Unternehmen muss selber herausfinden, welche Messe für es Sinn macht. Da kommt die Verschiebung von Prodex/Swisstech den Mitbewerbern und den Ausstellern zugute. Ein Aufatmen ist mir hier aus dem Bereich Robotik und Handhabung bekannt. Die Terminverschiebung kommt diesen Ausstellern sehr entgegen.
Nun wurde eine neue Messe lanciert: Die Industrialis, bei der Swissmechanic im Beirat sitzt. Was ist die Stärke Ihrer Messe im Vergleich zu dieser neuen Konkurrenz?
D. Krebs: Der Fokus, das Image, die Relevanz und die kontinuierliche Nachfrage. Die Sindex ist einzigartig, da sie alle Themenbereiche rund um die industrielle Automatisierung inklusive der neuen Technologien und Prozesse im Rahmen von Industrie 4.0 abdeckt.
Haben Sie keine Befürchtungen, dass Ihnen die Industrialis Kunden abwerben könnte?
D. Krebs: Gewisse Aussteller der Sindex könnten durchaus auch auf einer Industrialis vertreten sein. Ob sie in den geraden Jahren richtig gesetzt ist und sich auch gegenüber dem Wettbewerb behaupten kann, wird sich zeigen. Wie bei allen Messen ist der Nutzen für das Unternehmen entscheidend, ob eine Teilnahme in Frage kommt oder nicht.
Weitere Informationen: sindex.ch
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Industrialis
Industrialis: «Wir setzen den Fokus verstärkt auf Swissness»
Vom 11. bis 14. Dezember 2018 findet auf dem Gelände der Bernexpo die neue Schweizer Fachmesse Industrialis statt. Sie will dem Werkplatz Schweiz helfen, weiterhin führend zu sein, Trends zu setzen, höchste Qualitätsstandards zu etablieren, und bezeichnet sich als das Schweizer B2B-Format der Zukunft in der MEM-Branche. Der Preis für einen Reihenstand beträgt 200 CHF/m2 . Aufschläge für Eckstand (+10 Prozent) oder Inselstand (+20 Prozent). Hinzu kommt noch die einmalige obligatorische Registrationsgebühr von 890 CHF pro Aussteller.
Das Interview wurde mit der Veranstalterin Expomech AG geführt. Die antwortende Person möchte keinen Namen und kein Bild kommunizieren. Aber: Laut Moneyhouse ist alleine Sasa Tanasic für die Firma Expomech unterschriftsberechtigt. Andere Personen sind derzeit nicht eingetragen. Tanasic kommt von der Prodex-Veranstalterin Exhibit & More AG.
SMM: Das Messe-Duo Prodex/Swisstech hat seine Termine um sechs Monate verschoben. Welche Auswirkungen haben diese Änderungen auf Ihre Messe und die an Ihrer Messe und der Swisstech - Prodex teilnehmenden Aussteller?
Expomech (EM): Wir haben für das Jahr 2018 einen Durchführungstermin im Monat Dezember und ab 2020 jeweils Termine in der ersten Novemberhälfte. Wir zählen auf eine starke Beteiligung seitens der Aussteller. Termine anderer Messen werden von uns nicht kommentiert.
Nun haben Sie eine neue Messe lanciert, bei der Swissmechanic im Beirat sitzt. Wie heben Sie sich von den etablierten Veranstaltern ab?
EM: Unsere Messe ist eine zeitgemässe Produktions- und Zuliefermesse der Schweizer MEM-Branche. Sie setzt den Fokus verstärkt auf Swissness und wird gezielt durch ein gesundes und gewinnbringendes Mass an qualitativer Internationalität ergänzt. Auf den digitalen Wandel im Zeitalter von Industrie 4.0 wird dabei besonders grossen Wert gelegt. Wir sprechen somit direkt technische Einkäufer, Konstrukteure und Entscheider aus dem In- und Ausland an.
Was ist die Stärke Ihrer Messe im Vergleich zur bestehenden Konkurrenz?
EM: Etablierte Messen haben ihre Stärke in der Tradition und im Bekanntheitsgrad. Diese Dinge können aber auch lähmend wirken. Ein frischer Wind ist daher von Zeit zu Zeit ein Gewinn. Wir möchten das Rad nicht neu erfinden. Wir möchten Gutes beibehalten und weniger Gutes verbessern.
Sehen Sie Ihre Messe als Prodex/Swisstech-Ersatz?
EM: Nein, denn wir wollen die Schweizer Industrie in den Mittelpunkt stellen und folgen einem ganzheitlichen Ansatz. Auch wenn die Überschneidungen in weiten Teilen offensichtlich sind, so ist die Industrialis wohl am ehesten mit einer «Schweizer Hannover Messe» vergleichbar. Aber auch das trifft nur in Teilen zu.
Warum denken Sie ist der Monat November ein guter Messetermin?
EM: Der November hat sich in der Schweiz für die MEM-Branche als guter Messemonat erwiesen. Für einen Grossteil der Aussteller und Besucher fügt er sich bestmöglich in den nationalen und internationalen Messekalender ein.
Mit wie vielen Ausstellern rechnen Sie?
EM: Wir rechnen mit einer guten Erstveranstaltung und einer Steigerung für 2020. Für 2018 geben wir kein quantitatives Ausstellerziel heraus, mittelfristig sind 400 bis 500 Aussteller ein realistisches Ziel.
Weitere Informationen: industrialis.ch
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EPHJ-EPMT-SMT
EPHJ-EPMT-SMT: «Wir sind eine internationale Referenz»
Der Salon EPHJ-EPMT-SMT in Genf spricht über seine drei Bereiche drei verschiedene Branchen an, die ein verbindendes Element besitzen: Mikrotechnologie. Der wichtigste Bereich ist die Uhrmacherei und Juwelierkunst (EPHJ). EPMT steht für Mikrotechnologie der MEM-Branche und SMT für die Medizinaltechnik. Die Zahl der Fachbesucher lag 2017 knapp unter der Marke von 20 000, bei den Ausstellern konnten rund 850 verzeichnet werden. In diesem Jahr findet der Salon vom 12. bis 15. Juni statt. Mit 5750 CHF für ein Modul à 9 m2 sind die Genfer die teuersten. Wer zusätzliche Module will, 5500 CHF. Das Interview wurde mit Alexandre Catton, Projektleiter von EPHJ-EPMT-SMT, geführt.
SMM: Das Messe-Duo Prodex/Swisstech hat seine Termine um sechs Monate verschoben. Welche Auswirkungen hat diese Änderung auf Ihre Messe?
Alexandre Catton: Im Moment hat die Verschiebung keinen Einfluss auf uns. Dieses Jahr führen wir unseren Salon analog 2017 durch. Wie wird es 2019 aussehen? Im Moment schwer zu beurteilen. Aber im Prinzip halten wir es für bedauerlich, dass Aussteller und Besucher in weniger als einem Monat zweimal reisen sollen (Anm.: Nach Genf an die EPHJ-EPMT-SMT und nach Basel an die Prodex/Swisstech), obwohl beide Messen nicht exakt die gleichen Aussteller und Besucher ansprechen bzw. nicht genau dieselben Produkte präsentiert werden.
Wie werden Ihrer Meinung nach die Aussteller reagieren?
A. Catton: Der Salon EPHJ-EPMT-SMT zeigt Synergien zwischen verschiedenen Welten, die es sonst nirgendwo gibt. Wir sind eine internationale Referenz für die Welt der verschiedenen Mikrotechnologien. Gut möglich, dass einige ehemalige Aussteller und Besucher nur noch nach Genf kommen werden. Dies gilt umso mehr, als dass unsere Angebotspalette von unsern Kunden als diversifizierter betrachtet wird. Ausserdem bieten wir bessere Bedingungen und die Zugänglichkeit unserer Ausstellung in Genf ist attraktiver.
Nun wurde eine neue Messe lanciert: Die Industrialis, bei der Swissmechanic im Beirat sitzt. Was ist Ihre Meinung dazu?
A. Catton: Das Format von Industrialis ist, wie ich aus dem MSM entnommen habe, noch nicht wirklich definiert. Wir wissen darum noch nicht, um welche Art von «Konkurrenz» es sich dabei handeln wird. Wir halten es jedoch für bedauerlich, dass die Messeveranstalter zusätzliche Messen schaffen wollen, die mit den bereits bestehenden identisch sind. Obwohl Aussteller und Besucher in der Schweiz voll und ganz mit dem Status quo zufrieden sind.
Sie denken, die neue Messe bringt keinen Nutzen?
A. Catton: Viele KMU haben sich im Laufe der Zeit organisiert. Der Entscheid, wo sie ihre Zeit und Geld investieren werden, ist stark abhängig vom Nutzen, den sie erwarten. Nutzen wird über die Qualität und Quantität der anwesenden Aussteller definiert und folglich auch über die Besucher, die ihnen die Möglichkeit geben werden, Geschäfte zu machen. Diese Antwort habe ich von zahlreichen Unternehmer erhalten, die wir in Genf begrüssen dürfen.
Was ist die Stärke Ihrer Messe im Vergleich zur neuen Konkurrenz?
A. Catton: Wir bedienen seit 15 Jahren unsere Kunden im Interesse einer fortwährenden Verbesserung des Salons, ganz im Sinne seiner Aussteller und Besucher. Unsere Ausstellung hat sich in der schweizerischen und internationalen Landschaft etabliert. Wir haben uns die Anerkennung von Ausstellern und Besuchern erworben. An der Messe entstehen Synergien und daraus werden wichtige Geschäfte generiert. Darüber hinaus bietet die Lage der EPHJ-EPMT-SMT im Palexpo-Genf einen echten Vorteil. Das Palexpo ist in der Nähe eines internationalen Flughafens, eines Bahnhofs und am Ausgang einer Autobahn. Dies ist ein wesentlicher Faktor, um eine internationale Kundschaft zu erreichen.
Weitere Informationen: ephj.ch/de
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Prodex/Swisstech
Prodex/Swisstech: «Wir geniessen nach wie vor die Unterstützung von Swissmem, Technoswiss und Procure»
Die beiden renommierten Fachmessen Prodex und Swisstech werden künftig im Frühjahr anstatt wie bisher im Herbst stattfinden. Die nächsten Ausgaben des Messeduos finden darum neu vom 14. bis 17. Mai 2019 in den Hallen der Messe Basel statt. Das breite Ausstellungsangebot ist vielfältig und deckt die Bereiche Werkzeugmaschinen, Werkzeugtechnik und Messtechnik ab. Sie bezeichnet sich als einzige Messe in der Schweiz, die Fachleuten und Investitionsinteressierten einen klaren, differenzierten Überblick über die gesamte Fertigungskette bietet. Statt losgelöster, thematisch gegliederter Angebote zeigt die Prodex den 53 000 Fachbesuchern sämtliche Bearbeitungsprozesse anhand lückenloser und praxisnaher Prozessketten. Der Preis für einen Reihenstand betrug im Jahr 2016 265 CHF/m2 . Aufschläge für Eckstand (+10 Prozent) oder Inselstand (+20 Prozent). Hinzukam noch der obligatorische Eintrag im alphabetischen Ausstellerverzeichnis von 750 CHF pro Aussteller. Prodex/Swisstech-Messeleiter Eugen Da Pra von Exhibit&More AG wollte zur Industrialis keine Stellung beziehen. Stattdessen haben wir ihn direkt zur Prodex/Swisstech ausgefragt.
SMM: Herr Da Pra, wie ist der aktuelle Stand der beiden Industriemessen Swisstech und Prodex?
Eugen Da Pra: Obwohl wir bis Mai 2019 noch genügend Zeit haben, arbeiten wir momentan mit Hochdruck am Konzept der beiden Messen. Und dieses nimmt je länger je mehr Form an; man darf gespannt sein bzw. sich darauf freuen.
Was heisst das konkret?
E. Da Pra: Selbstverständlich lassen wir uns hier noch nicht zu stark in die Karten schauen. Was jedoch klar ist, dass die beiden Messen auch im Mai 2019 als gewohnt starkes und fachlich äusserst kompetentes Messe-Duo stattfinden werden. Wir geniessen nach wie vor die Unterstützung der wichtigen Branchenverbände Swissmem, Technoswiss und Procure sowie von weiteren Fachexperten der verschiedensten Branchen. Anlässlich der Messe wird wieder die wichtigste Auszeichnung für Fertigung und Technologie verliehen – der Prodex Award.
Bleibt die Halleneinteilung so wie sie 2016 war?
E. Da Pra: Es wird gegenüber den letzten Jahren eine wesentliche Änderung bzw. Verbesserung geben. Die Swisstech-Aussteller werden nicht mehr in der Halle 1.2 eingeteilt. Vielmehr wollen wir die Event-Halle sowie die Halle 1.1. nutzen, um so allen Ausstellern die ideale Plattform zu bieten.
Herr Da Pra, können Sie dazu noch etwas mehr sagen?
E. Da Pra: Nein, man wird bald von uns hören und lesen. Lassen Sie sich überraschen.
Weitere Informationen: prodex.ch
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Siams
Siams: «Wir haben die Gründe für die Industrialis nicht wirklich verstanden»
Im jurassischen Industriezentrum gelegen, will die Siams alle zwei Jahre die Entscheidungsträger der Industrie zusammenführen und präsentiert die Produktionsmittel der Mikrotechnik. Die nächste Veranstaltung wird vom 17. bis 20. April 2018 in Moutier stattfinden. Mit 450 Ausstellern rechnet die Messe dieses Jahr. Im Jahr 2014 verzeichnet die SIAMS 17 000 Besucher. Die Miete für reine Reihenstandfläche kostet pro m2 in den Hallen 240 CHF und im Zelt 230 CHF. Pro offene Seitenwand kommen je nachdem noch mal rund 35 CHF/m2 hinzu. Das Interview wurde mit Pierre-Yves Kohler, Messeleiter von Siams, geführt.
SMM: Das Messe-Duo Prodex/Swisstech hat seine Termine um sechs Monate verschoben. Welche Auswirkungen hat diese Änderung auf Ihre Messe?
Pierre-Yves Kohler: Hinsichtlich des Zeitpunkts und in Bezug auf die Siams hat diese Änderung auf den ersten Blick keine Auswirkungen. Im Gegenteil: Betrachten wir nur die beiden Messen SIAMS und Prodex, könnte dies gar positive Effekte haben, dass nun alternierend jedes Jahr im Frühjahr eine technische Messe in unserer Region stattfindet; auch wenn unsere Positionierungen abweichen.
Wie werden Ihrer Meinung nach die Aussteller reagieren?
P.-Y. Kohler: Was die Aussteller anbelangt, so fügt die Verschiebung der Prodex/Swisstech einen zusätzlichen Termin ins Ausstellungsjahr der EMO in Hannover hinzu. Ich nehme an, dass sich einige Aussteller für die EMO und gegen die Prodex entscheiden werden. Ich nehme an, dass diese Tatsache für einige Aussteller einen negativen Einfluss auf das Budget von Prodex haben könnte.
Nun wurde eine neue Messe lanciert: Die Industrialis, bei der Swissmechanic im Beirat sitzt. Haben Sie Veränderungen seitens Ihrer Kunden festgestellt?
P.-Y. Kohler: Die neue Messe findet während des «Zeitfensters» der Prodex statt. Aber davon ausgehend, dass eine neue Veranstaltung den Bedürfnissen ihrer Kunden entsprechen muss, haben wir die Gründe für die Industrialis nicht wirklich verstanden. A priori sagen uns unsere Aussteller, dass die Messelandschaft in und um die Schweiz bereits sehr stark belegt ist. Sie unterstützen auch unsere Positionierung, die gesamte Produktionskette der Mikrotechnik abzubilden und unsere Organisation entspricht ihren Erwartungen. Die sehr positive Resonanz im Vergleich zu 2016 und die Geschwindigkeit der Anmietungen für 2018 lassen uns glauben, dass Siams einem echten Bedürfnis entspricht.
Was ist die Stärke Ihrer Messe im Vergleich zur Konkurrenz?
P.-Y. Kohler: Wir sind eine überschaubare Messe, auf der Kontakte und Geschäfte vermittelt werden. Die Atmosphäre ist freundlich und bodenständig, weit entfernt von übertriebenem Marketing. Wir sind auf Mikrotechnik spezialisiert und befinden uns im Herzen des Jurabogens, weshalb Dutzende KMU in dieser Region nur auf der Siams ausstellen. Das Kompetenzniveau und die Exklusivität ist unglaublich. Uns wird eine Konzentration von Innovationen und Lösungen attestiert, die weltweit einzigartig ist. Sowohl unsere Aussteller in der Westschweiz als auch unsere deutschsprachigen Aussteller weisen auf die hohe Qualität der Kontakte und Besucher hin. Ausserdem: Wir sind ständig bestrebt, für unsere Kunden noch besser zu werden. Ein neuer Akteur im Messebereich in der Schweiz kann uns dazu nur noch mehr ermutigen.
Weitere Informationen: siams.ch
Friedliches und lukratives Nebeneinander? Wenn sich bekanntlich zwei um das gleiche Kuchenstück streiten, freut sich der Dritte. Wenn sich aber sechs Messeveranstalter auf so kleinem Raum um die gleichen Aussteller rangeln, kann niemand aussagen, wie es ausgehen wird. Denkbar, dass ein friedliches und lukratives Nebeneinander möglich ist – dank wirtschaftlicher Prosperität im EU-Raum und auch sonst in Übersee. Was die sechs Messeveranstalter zu der neuen Ausgangslage denken, insbesondere die neue Ausgangslage Industrialis und Prodex/Swisstech, haben wir in Form von Mikrointerviews zu erörtern versucht. Die Veranstalter erhielten die Fragen per Mail in Französisch und Deutsch zugesendet. Die Antworten beinhalten spannende Aussagen und direkte Ansagen. Ein weiteres Sprichwort besagt: Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Gut möglich also, dass zu diesem Thema noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde. Nun sind Sie gefragt: Was halten Sie davon? Sind Sie froh über die zusätzlichen Messen? Lassen Sie es uns wissen. Diskutieren Sie mit uns unter smm.ch -sc- SMM
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