Antriebstechnik

Kugelgewindetrieb als Herausforderung

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Erheblich höhere Rollkraft für die Kaltverformung

Das Pflichtenheft für den neuen Kugelgewindetrieb enthielt zwei Kernvorgaben: die Geschwindigkeit und die zu verschiebenden Lasten. Erstere war mittels einer Spindel mit grosser Steigung zu erreichen und für die grosse Verschiebelast war ein entsprechend grosser Durchmesser nötig. Die Spindel des neuen Kugelgewindetriebes vom Typ «Carry» hat 40 mm Durchmesser und 40 mm Steigung. Das heisst, mit jeder Umdrehung der Mutter wird ein Weg von 40 mm zurückgelegt. Im Fachjargon heisst diese Abmessung «quadratisch» (40 x 40). Wie erwähnt, boten weder das Grundmaterial noch die Gewindegeometrie grössere Probleme. Lediglich die Rollkraft für die Kaltverformung (Rollen) musste erheblich gesteigert werden. Die Entwickler von Eichenberger orteten in kurzer Zeit, wo der Haken lag: nicht wie üblich in der Herstellung oder in der Metallurgie, sondern im Maschinenpark.

Anpassungen im Maschinenpark

Die vorhandenen Gewinderollmaschinen waren an sich offen für einen Durchmesser von 40 mm, auch wenn 32 mm die bisher grösste Stangenabmessung beim Rollen von Kugelgewindespindeln war. Allerdings versprachen die nötigen Anpassungen recht aufwendig zu werden. Doch zufälligerweise war in dieser Zeit gerade eine neue Gewinderollmaschine beim Lieferanten im Bau. Somit konnte man gleich die ganze Anlage so auslegen, dass ein Stab von 40 mm Durchmesser ohne Probleme kalt verformt werden kann. Dank dieses Zufalls waren auch die anderen technischen Adaptionen elegant zu lösen, zum Beispiel die automatische Be- und Entladestation.

Etwas schwieriger wurde es beim Härten der Gewindespindeln. Die Leistung der Härteanlage an sich bot keine Schwierigkeiten. Doch die Induktoren passten nicht mehr. Sie wurden mit neuem Durchmesser 40 mm im betriebseigenen Werkzeugbau hergestellt. Wesentlich aufwendiger gestaltete sich der Umbau der Be- und Entladevorrichtung.

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