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Überzeugungsarbeit leisten
Nur: Nicht alle waren anfänglich von der Maschine wirklich überzeugt. Denn an die Flexibilität einer Revolvermaschine kommt ein Kurzdrehautomat wie die Miyano BX-26 S nicht heran. So musste J. Bächler Überzeugungsarbeit leisten, was letztlich auch gelang. J. Bächler: «Ich habe schon einiges an Argumenten aufbieten müssen, damit wir in die Maschine investierten. Jetzt sind sie von ihr begeistert.»
Der Abteilungsleiter sagt in diesem Zusammenhang: «Bezüglich des Maschinenkonzeptes bin ich anfänglich tatsächlich sehr skeptisch gewesen. Eine Schlittenmaschine war neu für mich. Aber bereits nach dem zweiten Teil ist meine Skepsis verflogen.»
Interessantes Maschinenkonzept
In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die 8-achsige Maschine über ein interessantes Maschinenkonzept verfügt: Zwei 3,7-kW-Spindeln (Haupt- und Gegenspindel je 80 - 8000 1/min) sind links und rechts von den beiden Werkzeugschlitten angeordnet. Die Hauptspindel kann in Z1-Richtung verfahren werden, wobei die zweite Hauptspindel zur Rückseitenbearbeitung in Z2 als auch X2 verfahren werden kann. Zudem verfügt die Maschine über einen linken (X1- und Y1-Achse) und rechten Linearschlitten (Y2). Dieses Konzept ermöglicht ein hauptzeitparalleles Bearbeiten an beiden Spindeln.
Der linke Schlitten kann bis zu 16 Werkzeuge aufnehmen, wovon insgesamt 10 Werkzeuge angetrieben sein können. Bei dem rechten Schlitten können 4 der insgesamt 7 Werkzeuge angetriebene Werkzeuge sein. Dank diesem Konzept steht der Komplettbearbeitung der meisten Werkstücke nichts mehr im Wege.
R. Jauch, Verkaufsleiter Newemag: «Die angetriebenen Werkzeuge sind zwar optional, aber für unseren Schweizer Markt sind sie praktisch immer Standardforderungen. Auf den Schlitten können wir Hochfrequenzspindeln mit 50-80'000 Umdrehungen einbauen. Wenn man ein gut zugeschnittenes Teilespektrum hat, dann ist sie eine perfekte Investition.» Über genau dieses gute Teilespektrum verfügt die Bächler Feintech AG.
Praktisch perfekter Wärmegang von 5/1000v
J. Bächler nennt schliesslich konkret die Gründe, warum die Maschine so schnell an Akzeptanz gewann, nachdem auf ihr erst einmal einige Teile produziert wurden: «Ich denke sicher, dass die Geschwindigkeit, mit der die Maschine die Teile fertigt, schlicht beeindruckend ist. Noch dazu in einer ausserordentlich hohen Präzision. Für die Schnelligkeit sind sicher die kurzen unproduktiven 'Leerwege' der Werkzeuge verantwortlich.» Das bestätigt auch der Abteilungsleiter: «Die Schlittenanordnung ermöglicht erst diese enorm kurzen Nebenzeiten, mit einem Revolversystem ist das so nicht möglich», und er ergänzt: «Ein generelles Problem gerade bei langspanenden Werkstoffen ist der Spanabfluss, gerade beim Drehen. Aufgrund der integrierten Hochdruck-Kühlmittelversorgung läuft das einigermassen problemlos, das ist ein ganz wichtiger Aspekt.»
Der Abteilungsleiter bestätigt aus Erfahrung: «Innerhalb des 100stel können wir mit der Maschine problemlos produzieren. Der Wärmegang liegt bei ungefähr 5/1000. Bei diesem geringen Wärmegang ist es völlig unproblematisch, wenn wir die Maschine einschichtig betreiben.»
Halbe Stunde 5/1000 Wärmedrift
J. Bächler fügt hinzu: «Wenn man mit der Maschine Aluminium zerspant, können wir absolut problemlos im Hundertstel-Toleranzfeld produzieren, ohne nachzustellen. Der Faktor Wärmedrift spielt in der ersten halben Stunde eine Rolle, dann bleibt sie extrem genau und man muss nichts mehr korrigieren.»
R. Jauch: «Tendenziell sind die kleineren Maschinen in Sachen Präzision optimaler als die grösseren Maschinen. Das Maschinenbett ist aus einem Guss, nichts ist geschraubt und bei den Linearführungen sind alle Auflageflächen geschabt. Das grosse Geheimnis ist der Finish und der Zusammenbau der Maschinen. Nicht zuletzt sorgt das klimatisierte Hydraulikaggregat dafür, dass die Maschine ein stabiles Temperaturniveau erhält.»
Maschine baut sehr kompakt
Die Kompaktheit der Maschine ist kein wirkliches technologisches Merkmal, aber es ist gerade bei Schweizer Anwendern ein wesentliches Kriterium bei der Kaufentscheidung, wie J. Bächler bestätigt: «Die Aussenmasse sind für uns massgebend gewesen. Maschinen müssen oft andere Maschinen ersetzen und in die bestehende 'Lücke' passen. Produktionsumstellungen wegen der Grösse einer neuen Maschine sind absolut kontraproduktiv. Die Miyano baut für ihre Leistung sehr kompakt und fügte sich perfekt in das Produktionsumfeld ein.» Kompakt heisst: 2 Meter Länge, 1,3 Meter Breite bei 1,65 Bauhöhe gemessen ohne Stangenlader.
Steuerungsseitig verfügt die Miyano über eine Fanuc 18i. Für die Bächler Feintech AG ist Fanuc eine bekannte Steuerung: J. Bächler: «Viele unserer Maschinen laufen mit Fanuc-Steuerungen. Grundsätzlich gilt: Steuerungen sind immer ein Thema, und bei einer Fanuc ist man immer auf der sicheren Seite.» Der Abteilungsleiter sagt in diesem Zusammenhang: «Der Bediener programmiert die Maschine in der Regel und es ist eine absolut einfach zu bedienende und völlig unproblematische Steuerung. Die Programmierung ist genau gleich wie bei Revolvermaschinen.»
«Beim Einrichten müssen wir noch lernen»
Wie so oft gibt es aber noch Dinge, die noch optimiert werden können, wie J. Bächler betont: «Die Maschine hat bemerkenswerte Vorzüge, hierzu gehört derzeit aber nicht unbedingt das Einrichten, in dieser Beziehung müssen wir noch einiges dazulernen, damit das schneller geht. Revolvermaschinen sind definitiv schneller zum Einrichten.» Der Abteilungsleiter relativiert die Aussage aber ein wenig: «In der Regel haben wir Standardwerkzeuge drauf, die wir für die Aussenbearbeitung nur selten auswechseln müssen. Für die Innenbearbeitung müssen wir bei Werkstückwechsel in der Regel auch die Werkzeuge wechseln, das kann dann tatsächlich etwas länger dauern.»
J. Bächler: «Gleichwohl, das Konzept ist durchdacht: Die Vorteile der Langdreher werden mit den Vorteilen der Kurzdreher kombiniert. Und wie bereits beschrieben, im Vergleich mit den Revolvermaschinen hat die Miyano keinen Indexierungs-Zeitverlust. Wir haben natürlich auch Langdrehautomaten, aber bei Ihnen vergrössern sich die Toleranzen konstruktionsbedingt durch die Führungsbüchsen. Die Genauigkeit lässt sich mit dem Kurzdrehautomaten sicher verdoppeln. Das gilt insbesondere für Werkstücke die wir auf den Langdrehern fertigen, hier sind sicher ein Drittel aller Werkstücke Kurzdrehteile, die wir in Zukunft auf der Miyano fertigen können. Für genau diesen Bereich ist die Miyano ideal zugeschnitten. Ein weiterer Vorteil der Kurzdreher gegenüber den Langdrehern: Das Reststück ist immer kürzer als bei einem Langdreher, dadurch kann man das Rohmaterial besser nutzen.»
Wie sich letztlich zeigt, kann es sich lohnen, bekannte Wege zu verlassen und nach neuen Wegen respektive Lösungen zu suchen. Bei der Maschinenauswahl der Bächler Feintech AG hat sich die Wahl einer Alternativ-Lösung in Form einer Kurzdrehmaschine als optimal herausgestellt.
InformationNewemagErlenstrasse 26343 RotkreuzTel. 041 798 31 00Fax 041 790 10 54info@newemag.chwww.newemag.ch
AnwenderBächler Feintech AGFabrik für Feinmechanik und Präzisions-DrehteileRibigasse 5/74434 Hölstein BLTel. 061 956 92 22baechler@baechlerfeintech.chwww.baechlerfeintech.ch
