Medical Cluster Award - Software kann CT ersetzen
Zum zweiten Mal wurde der Medical Cluster Award für die beste Masterarbeit in der Medizintechnik verliehen. Aus vielen sehr guten Arbeiten entschied sich die vierköpfige Jury für eine Software, die 3D-Bilder aus normalen Röntgenaufnahmen erstellt.
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Der Medical Cluster verlieh durch seinen Präsidenten, PD Dr. Rubino Mordasini, zum zweiten Mal den Medical Cluster Award für die beste Masterarbeit im Bereich Medizintechnik. Der Preisträger Steffen Schumann entwickelte eine Software, mit der es möglich ist, 3D-Bilder aus Aufnahmen von normalen Röntgengeräten zu generieren. Die Bilder weisen eine vergleichbare Qualität auf, wie Bilder, die vom Computertomografen (CT) stammen. Diese Methode verursacht weniger Strahlenbelastung für den Patienten und weniger Kosten. «Ich wusste gar nicht, dass ich nominiert bin, und natürlich ist das jetzt ein Motivationsschub für meine Arbeit als Doktorand», freut sich der Award-Gewinner.
Die Preisverleihung fand im Rahmen des ersten Tages der Medizintechnik (Biomedical Engineering Day) der Universität Bern am 3. Juni 2009 statt. Der Anlass wurde initiiert, um Medizintechnikhersteller und Absolventen des Studienganges Medizintechnik (Biomedical Engineering) zusammenzubringen. Die Firmen haben die Möglichkeit sich den Absolventen vorzustellen; die Absolventen können sich vor allem über Berufsperspektiven und Karrierechancen informieren. Organisiert wurde die gesamte Veranstaltung vom Artorg Center for Biomedical Research (Forschungszentrum für Biomedizinische Ingenieurwissenschaften) der Uni Bern.
Medizintechnik: Ingenieurwesen und Medizin
Entsprechend den Bedürfnissen der Schweizer Medizintechnikindustrie wurde der Studiengang für Medizintechnik mit dem international anerkannten Masterabschluss 2006 in Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule an der medizinischen Fakultät der Universität Bern ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, Fachleute interdisziplinär auf den Gebieten Medizin und Technik auszubilden. Studenten des Master-Programmes erhalten eine fundierte Ausbildung sowohl im klassischen Ingenieurwesen als auch in den humanmedizinischen Fächern. Sie beschäftigen sich mit spezialisierten Themen der Biomedizintechnik und erhalten praktische Ausbildung in Form von betreuten Forschungsprojekten.
Die Entscheidung für den Gewinner des zweiten Medical Cluster Award wurde von einem vierköpfigen Entscheidungsgremium getroffen. Die Jury, die sich aus Vertretern der Praxis zusammensetzte, musste unter vielen sehr guten und anspruchsvollen Arbeiten entscheiden. Schlussendlich viel der Entscheid zu Gunsten der Arbeit von Steffen Schumann. «Mit der von Herrn Schumann entwickelten Software wird es in Zukunft möglich sein, mit normalen Röntgengeräten 3D-Bilder vergleichbarer Qualität wie von Computertomografen CT zu erhalten. Die Software kann bei bestehenden und bereits im Einsatz stehenden Röntgengeräten einfach integriert werden, was ein sehr kostengünstiges Nachrüsten erlaubt und die Beschaffung von teuren anderweitigen Analysegeräten unnötig macht. Ausserdem ist der Patient im Vergleich zu CT mit viel geringeren Strahlendosen be-las-tet», begründete die Jury ihren Entscheid.
