Lapp hat anspruchsvolle Kunden. Deshalb müssen nicht nur die Produkte nachhaltiger werden, sondern auch deren Weg zu ihnen. Das Logistikdrehkreuz des Kabelspezialisten in Hannover ist daraufhin konzipiert worden und bietet nicht nur clevere Recyclingprogramme.
Logistik ist ein wesentlicher Hebel in der Nachhaltigkeitsstrategie von Lapp.
(Bild: U.I. Lapp / Wolfram Scheible)
Seit zehn Jahren ist Andreas Gesse bei Lapp und kann die rasante Weiterentwicklung des Familienunternehmens vor allem an seinem Arbeitsplatz festmachen. Gesse ist Betriebsleiter des Logistikzentrums von Lapp in Hannover, dessen Neubau im ersten Coronajahr 2020 fertig gestellt wurde und beachtliche Eckdaten vorweist: Die Lagerhalle verfügt über 15.500 m² Fläche und kann damit 60.000 Kabel-Trommeln unterbringen. Das ist eine Vervierfachung im Vergleich zum vorherigen Logistikgebäudes des Familienunternehmens. 173 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass täglich durchschnittlich 1.600 Positionen versendet werden.
Gesse, der zuvor unter anderem in Großbritannien in Logistikstandorten der Automobilindustrie arbeitete und danach in „Europas größtem Kleiderschrank“ für eine große Modekette aktiv war, kennt die Anforderungen an einen modernen und vor allem nachhaltigen Warenumschlagplatz: „Wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen, muss uns bewusst sein, dass es in der Logistik immer zurückzulegende Wege geben wird, wenn wir dem Kunden Ware zustellen. Aber unser Anspruch ist es, dies in einer schonenden Art zu tun. Dazu zählt Plastik bei Transportverpackungen stark zu reduzieren oder ohne auszukommen. Abfälle wollen wir auch nicht nur entsorgen, sondern wiederverwenden.“
Der Standort in Hannover ist auch das wichtigste Drehkreuz von Lapp für nachhaltige Industrien.
(Bild: U.I. Lapp / Wolfram Scheible)
Das Logistikzentrum in Hannover ist ein Vorzeigestandort der Lapp- Gruppe, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Schon vor Baubeginn suchte man gezielt auf Messen nach nachhaltigen Anlagen. Dort wurde unter anderem eine Maschine entdeckt, die aus Pappabfällen Füll- und Verpackungsmaterial herstellt. Zudem nutzt Lapp vor Ort autonome Reinigungsmaschinen. Diese kommen nicht nur ohne Reinigungsmittel aus, sondern haben fest getaktete Fahrtwege und Ladeintervalle, um unnötiges Aufladen zu vermeiden.
Recycling von Kabeltrommeln
Logistik ist ein wesentlicher Hebel in der Nachhaltigkeitsstrategie von Lapp
(Bild: U.I. Lapp GmbH)
Ein wesentlicher Hebel nachhaltig zu arbeiten, liegt für Andreas Gesse und seinem Team in der Wiederverwendung und Aufarbeitung von benutzten Kabeltrommeln. Ein so genannter Rollpacker wird eingesetzt, wenn sich Trommeln aus Pressholz nicht mehr direkt aufarbeiten lassen. Er komprimiert den entstehenden Holzmüll und reduziert so die Zahl der Entsorgungsfahrten um 75 Prozent. Die Reste werden dabei wiederverwendet. Entweder formt der Trommellieferant aus diesen wieder Pressholz für neue Trommeln oder sie gehen einen anderen Weg: „Unsere Holzreste geraten in einen Kreislauf. Aus dem übrigen Pressholz werden Pellets gemacht, die hier in der Region vertrieben werden“, erklärt Gesse.
Neben dem Recycling gibt es ein Wiederaufbereitungsprogramm von benutzten aber nicht zu stark beschädigten Vollholztrommeln. Der Lieferant ist nur 1,6 Kilometer entfernt. „Wir bleiben also lokal. Und wir vermeiden Leerfahrten, wenn wir dem Lieferanten alte Trommeln überführen und mit dem gleichen Transport wieder neue Trommeln holen“, so der Betriebsleiter.
Der Standort in Hannover ist auch das wichtigste Drehkreuz von Lapp für nachhaltige Industrien.
(Bild: Lapp/ Florian Lein - Photography)
Das Bild des nachhaltigen Standorts rundet das Logistikzentrum dadurch ab, dass ein großer Teil der versendeten Produkte an Kunden und Industrien geht, die selbst für Nachhaltigkeit stehen. Hannover ist Lapps Hauptumschlagplatz für Leitungen, die in Solaranlagen und Windparks eingesetzt werden. Hier spielt die geografische Lage im Norden Deutschlands eine wichtige Rolle, von der die Kunden laut Gesse profitieren.
„Für einen Einkaufsverband für 28 deutsche Stadtwerke war es ausschlaggebend, dass Lapp über den Standort Hannover die Logistik abwickelt. Für einige Kunden ist unsere Präsenz hier entscheidend, insbesondere wenn es um Windenergie geht“, erklärt Gesse den Standortvorteil. Lapp könne von Hannover innerhalb von 24 bis 48 Stunden zustellen, weil man die Logistik lokal biete. „Wir wollen kurze Wege, um den CO2-Ausstoß zu verringern, können aber auch mit kürzeren Lieferzeiten punkten. Lapp ist dort wo die Kunden einen Mehrwert haben.“
Lohnende Kosten
Dass Nachhaltigkeit auch Kosten bringt, kann Andreas Gesse nicht leugnen. Aber er verweist auf die Gesamtbetrachtung: „Bis jetzt hat sich jede nachhaltige Investition am Ende auch wirtschaftlich rentiert. Niemand bietet beispielsweise in der Branche mehr Trommeltypen an als Lapp. Sie werden von uns viel effizienter genutzt. Sie sind kleiner und kompakter für bestimmte Kabellängen und benötigen so weniger Frachtraum. Außerdem können sie zum Teil von Hand oder mit simplen Mitteln wie Handhubwagen bewegt werden. Hierfür ist keine weitere Energie wie beispielsweise bei einem Gabelstapler nötig. Zudem fällt weniger Müll an.“
Das Thema Nachhaltigkeit ist in Hannover nicht nur von externen Impulsen getrieben. Insbesondere Projekte der Mitarbeitenden haben viel Einfluss auf einen geringen CO2-Fußabdruck des Standorts. So berichtet Gesse von einer autarken Ladestation, die derzeit in Eigenproduktion hergestellt wird: „Sie wird durch eine Solar- und eine Miniwindkraftanlage betrieben. Sie ist getrennt vom Stromnetz für E-Fahrzeuge gedacht. Im Sommer nutzen wir die Energie aus der Sonne und im Winter den Wind.“ Zudem wird für das Logistikzentrum Strom aus erneuerbaren Energiequellen eingekauft.
Ein weiteres Projekt ist der komplette Verzicht auf Kaffeeplastikbecher am Standort. Was banal klingt, hat wieder eine große Wirkung auf die Gesamtbilanz. Und Andreas Gesse ergänzt: „Lapp bietet seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel kreativen Freiraum für neue Ideen“. Das zeige sich insbesondere beim Thema Nachhaltigkeit.
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Stand vom 30.10.2020
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