Logistik

Nachhaltigkeit, die nichts kostet: Verhütung von Transportschäden

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Ist die Wohlstandspraxis noch zeitgemäss?

Es stellt sich die Frage, warum sich seit Beginn der öffentlichen Diskussionen und Bekenntnisse zur Nachhaltigkeit vor rund zehn Jahren nichts an dieser Praxis geändert hat. Weil es alle so machen? Weil es so bequemer ist und nichts kostet? Oder weil es sich schlichtweg nicht lohnt, dort mit nachhaltigem Wirtschaften zu werben, wo der Konsument keinen Unterschied merkt? Als Antwort sollte in jedem Fall die Aufforderung stehen, jede Möglichkeit zu nutzen, um Ressourcenverschwendung zu vermeiden.

Welches Argument soll diese Aufforderung stützen? Vielleicht die knappen Güter, wie das Trinkwasser, von dem zur Herstellung der meisten Produkte ein Hundertfaches von deren Eigengewicht nötig ist. Oder die Rohstoffe, die in den letzten Jahren zweistellige Preissteigerungen erfahren haben und heute als Kraftstoffäquivalent gehandelt werden. Vielleicht auch die sieben Milliarden Menschen, von denen fast eine Milliarde hungert. Die Energie, die zur Herstellung des Produktes dessen Brennwert bei weitem übersteigt. Oder die 4,5 Tonnen Kohlendioxid, die nach der Studie der Jacobs University mit jeder Tonne weggeworfener Lebensmittel freigesetzt werden.

Die Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln muss wieder steigen. Nur so lässt sich mit unseren natürlichen Ressourcen in den nächsten 40 Jahren die Lebensmittelproduktion um die erforderlichen 70 Prozent erhöhen. Und nur so kann die Ernährung der dann neun Milliarden Menschen gesichert werden (Welternährungsorganisation FAO).

Mögliche Lösungen

Ein erster kleiner Schritt in diese Richtung wäre es, dem Logistikdienstleister die äusserlich beschädigten, aber hygienisch unbedenklichen Lebensmittel für wohltätige Zwecke zu überlassen. Dachser Nürnberg arbeitet beispielsweise seit acht Jahren mit der Nürnberger-Land Tafel in Feucht zusammen. Lebensmittel, deren MHD noch nicht abgelaufen ist, werden der Tafel avisiert und zur Abholung freigegeben. So kommen der Organisation regelmässig mehrere Paletten Lebensmittel zugute, zum Teil auch aus benachbarten Niederlassungen.

Es gibt genügend Gründe, Lebensmittel wieder mehr wertzuschätzen. Wer als Hersteller oder Händler von Lebensmitteln ökologische und soziale Verantwortung in seiner Unternehmenskultur verankert hat, kann kostenlos und ohne Beschädigung seines Markenimages die Liste der Nachhaltigkeitsmassnahmen verlängern. – Ganz einfach durch eine sorgfältigere Abwägung von Entscheidungen über Annahmeverweigerung oder Vernichtung. <<

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