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Kritische Stimmen
Nun ist das mit den «revolutionären» Ideen so eine Sache, meist fehlt ihnen zu Beginn die Glaubwürdigkeit.
Die Flusszelle oder auch Redox-Flow-Batterie (RFB) resp. Flüssigbatterie genannt, ist keine neue Entwicklung, sie wurde bereits in den 70 Jahren von der NASA entwickelt. Die Einsatzmöglichkeit für Elektrofahrzeuge sieht Jens Noack vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal, jedoch skeptisch. Das Institut hat in den vergangenen Jahren selbst zu einem mobilen Einsatz der Flussbatterien intensiv geforscht, dabei kam man aber zur Überzeugung, dass zur Zeit diese Batterien für den mobilen Einsatz eine zu geringe Energie- und Leistungsdichte haben. Es könne aber durchaus sein, dass ein Durchbruch erzielt wurde.
Dieser Durchbruch will die Nano Flowcell AG nun geschafft haben. Die Flusszelle, die sogenannte «nanoFlowcell» ist eine Weiterentwicklung von Redox-Flow-Betterien, dabei habe man die bereits bestehende Technologie nicht einfach übernommen, sondern entsprechend verbessert, um damit die erstaunlichen Werte der Fahrzeuge zu erreichen.
Grob gesagt funktioniert die Nanoflowcell so ähnlich wie ein technischer Zwitter aus Akkumulator und Brennstoffzelle, wobei zwei verschiedene Elektrolytlösungen aus zwei 200-Liter-Tanks zusammengeführt werden. In der Flow-Zelle befindet sich zwischen den beiden leitfähigen Flüssigkeiten eine Membran. Von einer Seite strömt positiv geladene Elektrolytlösung heran, von der anderen Seite negativ geladene. Zudem verfüge die «nanoFlowcell» über die fünffache Energiedichte herkömmlicher Flow-Zellen. Nämlich 600 Wattstunden pro Kilogramm oder Liter Elektrolytlösung, berichtet das Unternehmen.
Auf die Frage nach der Umweltfreundlichkeit der Flusszelle, führt Nanoflowcell an, es gebe keine kritischen Bestandteile. «Der Elektrolyt als ionische Flüssigkeit besteht im Wesentlichen aus einzelnen Elementen, die toxikologisch unbedenklich sind. Die Flüssigkeit könnte bei entsprechender Verdünnung sogar über die Kläranlage entsorgt werden.»
Anderer Meinung ist hier das Fraunhoferinstitut UMSICHT, denn die in herkömmlichen Flusszellen eingesetzten Chemikalien sind eine giftige Angelegenheit. Es handelt sich dabei um ein Elektrolyten auf Schwefelsäurebasis in dem zum Beispiel Vanadiumsalze gelöst sind. Das sind Schwermetalle und per se erst mal umweltgefährdend. Oberdrein sind die Flüssigkeiten brennbar.
Bald auf der Strasse anzutreffen?
Erst kürzlich erhielt der Quantino seine Strassenzulassung für Europa und konnte in einem ersten Dauertest seinen Anspruch, das fortschrittlichste Elektroautomobil zu sein, postulieren. Gesteuert vom «nanoFlowcell»-Erfinder und Chief Technology Officer der Nano Flowcell AG, Nunzio La Vecchia, fuhr der Quantino gemäss eigenen Angaben 14 Stunden ohne Zwischenstopp. Sein Durchschnittverbrauch betrug dabei rund 12 bis 14 kWh pro 100 Kilometer. Als La Vecchia nach 14 Stunden und 3 Minuten die Fahrt aus Erschöpfung unterbrechen musste, waren die beiden 159 Liter fassenden Elektrolyte-Tanks noch zu 78 % gefüllt. Dies sei eine bislang nicht gekannte Ausdauer für ein rein elektrisch betriebenes Automobil und zeige das Potential der innovativen Technologie, kommuniziert das Unternehmen.<<
Autosalon Genf
100-kW-Flitzer mit Niedervoltantrieb und Flusszelle bietet 1000 km Reichweite
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