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Höchste Qualitätsansprüche
Beim angelieferten Engländer sieht die Sache zum Glück nicht allzu düster aus. Die Batterie ist aufgrund ihres Alters nicht mehr zu gebrauchen. Ein Blinker funktioniert nicht mehr und einige Kratzer am Kotflügel sind beim Rundumcheck aufgefallen. «Wir können eigentlich alles bei uns reparieren. Ausser einem Sattler haben wir alles hier im Haus», so René Gauch. Damit verspricht er nicht zu viel. Nebst den zwölf Wartungsplätzen sind ausserdem eine Spenglerei, eine Motoren- und eine Elektrowerkstatt sowie das Lager untergebracht.
Die Batterie ist schnell gewechselt, die Handgriffe sitzen perfekt. Beinahe wie ein Chirurg hantiert der Mechaniker mit seinem Werkzeug am Fahrzeug herum. Fast so steril wie in einem Operationssaal wirkt auch die Werkstatt. Kein Staubkorn am Boden, keine Abfälle, die herumliegen. Sogar jeder Schraubenschlüssel und jede Zange hat seinen fixen Platz an der Werkzeugwand. Ein wahres Schrauberparadies.
Die Raubkatze erwacht
Nebst dem Wechsel der Batterie wurde in Absprache mit dem Kunden ein allgemeiner Service abgemacht. Im Detail heisst das, sämtliche Öle (Motor und Getriebe) sowie die Bremsflüssigkeit wurden ausgetauscht. Der Motor schnurrt danach wieder wie ein Kätzchen. Mit seinem 12-Zylinder-Motor zwar eher wie eine ausgewachsene Raubkatze. An der Bremse hatte sich leichter Flugrost gebildet. Ein häufiges Problem, dem der Mechaniker rasch Herr wird. «Problematischer wird es, wenn das Fahrzeug längere Zeit stand. Festgesetzte Bremsen sind dann keine Seltenheit. Um diese zu lösen, braucht man dann ein wenig mehr Zeit», so René Gauch.
Altersgerechte Kosmetikbehandlung
Nachdem der englische Gentleman mechanisch wieder auf Vordermann gebracht wurde, geht es weiter in die Elektrowerkstatt. Die Glühbirne ist nicht defekt, also muss das Problem am Schalter oder Kabel liegen. «Kabelbrüche sind keine Seltenheit bei Oldtimern. Zum Teil sind die Kabel seit Jahrzehnten im Auto. Die Isolation wird brüchig und ständige Bewegungen und Vibrationen machen dann den Rest», erklärt Gauch. Nach der Demontage des Armaturenbretts ist der Schalter schnell durchgecheckt. Rasch wird klar, dass der Fehler am Kabel liegen muss. Auch dieses wird in Rekordzeit ausgetauscht. Alle Handgriffe sitzen perfekt, sogar ein Laie bemerkt sofort, dass die Mechaniker zum Teil bereits jahrzehntelange Erfahrung auf ihrem Gebiet vorweisen können.
Als Letztes stehen noch die kosmetischen Mängel an. Die wenigen Kratzer sind für die Spenglerei jedoch kein Problem. Dank der Erfahrung zahlreicher Komplettrestaurationen und jeglicher Art von Dellen und Kratzern stellt sich schnell heraus, dass den Unschönheiten der Karosserie mit einer Politur zu Leibe gerückt werden kann. «Das ist natürlich ein grosser Kostenpunkt», ergänzt René Gauch, «sobald lackiert werden muss, geht es ins Geld. Vorbereitung, Grundierung, vielleicht noch Spachteln und Füllen sowie die Endlackierung sind aufwändige Prozesse. Umso schöner für den Kunden, wenn wir das so lösen können.» «Den meisten Oldtimerbesitzern ist klar, dass die Pflege und Erhaltung des Klassikers keine günstige Angelegenheit ist», so Philip Ringier. «Ebenso kommen da viele Emotionen ins Spiel, so dass die Kunden gerne den einen oder anderen Franken mehr ausgeben, um ihr Fahrzeug wieder im tadellosen Zustand zu haben.»
Ein Hotel der besonderen Art
Sind alle Arbeiten erledigt, folgt die finale Probefahrt. «Zu 99 Prozent tauchen auf dieser keine Probleme mehr auf», erwähnt René Gauch nebenbei. Er weiss, dass seine Mitarbeiter nur das Beste abliefern. Danach kann das Fahrzeug bereits wieder seinem Besitzer zurückgegeben werden. «Wir liefern ihm das Fahrzeug bei Bedarf auch wieder vor die Haustüre, das gehört zu unseren Dienstleistungen dazu», erläutert Philip Ringier. Ausserdem werde man den Kunden noch auf einen ganz besonderen Service aufmerksam machen, damit er jeden Frühling sofort in die Oldtimersaison starten kann. «Wir besitzen ein einzigartiges Oldtimer-Hotel. Dort herrschen annähernd konstante Temperaturen, die Luft der Reifen und die Batterieladung werden ständig überprüft, das Fahrzeug befindet sich also nonstop im perfekten Zustand. Eine kurze Info genügt, wir stellen das Fahrzeug bereit und der Kunde kann losfahren, wann immer er möchte.» Den Anruf im Frühjahr, dass der Liebling wieder einmal nicht mehr anspringen will, könnte man sich damit auf jeden Fall sparen.
Emil Frey Classics
Die Emil Frey Classics AG ist ein Oldtimer-Kompetenzzentrum und eine 100-prozentige Tochter der Emil Frey AG. Das breite Serviceangebot erstreckt sich vom Oldtimerhandel, der Wartung und Restaurierung, der betreuten Einlagerung von Klassikern bis zum Transport und der Logistik der Fahrzeuge. Seit 2015 ist das Unternehmen in der ehemaligen Textilfabrik Hochuli in Safenwil ansässig. Ebenfalls in den restaurierten Hallen der Fabrik befindet sich ein 1500 Quadratmeter grosses Oldtimermuseum sowie eine Event-Location.
Roos Engineering
Die Roos Engineering Ltd ist einer von weltweit 13 offiziellen «Heritage Specialists» von Aston Martin und der Einzige im deutschsprachigen Raum. Ob Service oder Werterhaltung, Motorrevisionen oder Leistungssteigerungen, das Unternehmen hat über 40 Jahre Erfahrung mit den Marken Aston Martin und Lagonda und bietet praktisch alle Dienstleistungen rund um die englischen Liebhaberautos an. Seit 2011 ist die Firma in Safenwil ansässig, 2015 erfolgte zusammen mit der Emil Frey Classics Werkstatt der Umzug in die neuen, gemeinsamen Räume.
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