Lagertechnik

Per Vorverpackung Lagerprozesse harmonisieren

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Die Verpackung verändert die Artikeleigenschaften aus Sicht des Systems „Lager“. Das heißt: Besitzt ein Artikel bestimmte Eigenschaften, qualifiziert ihn das mehr oder weniger für eine Vorverpackung, indem Aufwand und Ertrag gegeneinander abgewogen werden.

Die entwickelte Heuristik hat aus Sicht der Entscheider gute Arbeit geleistet: Sie können alle Artikel bewerten und in einer Rangfolge ausgeben lassen. Auf diese Weise werden die Artikel in der Umsetzung der Priorität nach abgearbeitet. „Ein weiterer Vorteil“, so sagt Robben, Einkäufer für das Ersatzteillager, „ist die Vollständigkeit der Beurteilung.“ Auf diese Weise wird jedes Teil von allen Seiten begutachtet und es ergeben sich neue Denkansätze.

Rund 5 % der Artikel sind geeignet

Im Ergebnis wurden so aus über 10.000 Artikeln circa 500 identifiziert, die vorverpackungsrelevant sind. Durch diese vorverpackten Artikel ließen sich die Lagerprozesse über die gesamte Arbeitszeit und auch zwischen den einzelnen Lagerbereichen schnell harmonisieren. Die Arbeitsbelastung einer Entscheidung für oder gegen die Vorverpackung eines Artikels wurde drastisch reduziert und dadurch eine schnelle Umsetzung der Maßnahme realisiert. Durch die heuristische Unterstützung kann so auch eine regelmäßige Neubeurteilung der Güter durchgeführt werden, um auf Veränderungen des Marktes für jeden Artikel zu reagieren.

Auch die Prozessqualität steigt: Der Warenausgangsprozess wird für wichtige Teile entlastet. A-Artikel werden identifiziert und vorverpackt. Hierdurch werden Auftragsspitzen abgefedert, da die Artikel zwar noch kommissioniert werden müssen, jedoch bereits im Vorfeld verpackt wurden. Durch die Prozessverlagerung wird die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter reduziert; Fehler werden seltener und die Lagerproduktivität erhöht sich. Das bemerken auch die Verantwortlichen bei Krone: „Die Artikel fließen viel besser durch das Lager.“ Sie benötigen zwar noch die Handhabungszeit im Lager, jedoch nicht mehr zu kritischen Zeiten.

Erleichterung für Kommissionierer

Das Bild im Lager ist ein anderes. Artikel mit schwieriger Geometrie werden nun nicht mehr durch zusätzliche Lagerhilfsmittel gehalten, sondern liegen für den Kommissionierer ideal im Regal und können durch Griffmulden in der Verpackung einfach entnommen werden. Artikel werden anders gekennzeichnet und können so leichter identifiziert werden. Die Kommissionierer empfinden dies als Erleichterung ihrer Arbeit. Sie freuen sich, effizienter und fehlerfreier arbeiten zu können.

Doch Krone nutzt noch einen weiteren Vorteil: Kontinuierlich benötigte Güter werden nicht mehr intern, sondern durch ein soziales Projekt bei der Caritas vorverpackt. „Wir sehen unsere soziale Verantwortung. Diese möchten wir wahrnehmen und daher dieses Projekt unterstützen“.

Die Weiterentwicklung der abbildbaren Eigenschaften durch Big Data ist hierbei das Ziel. Je genauer die Eingabedaten, desto besser werden die erzielbaren Ergebnisse sein. ■

* Uwe Michaelsen ist Geschäftsführer der CiC Concept Industrie Consult GmbH in 64297 Darmstadt, Tel. (0 61 51) 5 04 72-00, info@cicnet.de; Sven Winkelhaus ist Projektingenieur im selben Unternehmen

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