Positive Vorzeichen für die Vision 2009

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Generelle Trends

Intelligente Kameras, die komplette PC-Funktionen integrieren und gleichzeitig immer kompakter werden, so dass sie sich Platz sparend in Produktionslinien einbauen lassen, liegen ebenso im Trend wie die einfache Bedienung, die ermöglicht, IBV-Systeme möglichst ohne Programmierkenntnisse zu konfigurieren. Innovationen bei Bildsensoren lassen immer höhere Auflösungen und gesteigerte Lichtempfindlichkeit zu. Hochgeschwindigkeitskameras sinken langsam in Preisregionen ab, in denen sie auch für industrielle Anwendungen interessant werden.

Ein Trend geht hin zu mobilen Systemen im Koffer, welche die Fehlersuche vor Ort beschleunigen können. Eine Hochgeschwindigkeitskamera kann hierzu schnelle Abläufe sichtbar machen, die der Fachmann mit blossem Auge nicht mehr erkennen kann. Nicht nur die technologische Machbarkeit von Vision-Systemen spielt eine Rolle, wenn es darum geht, Innovationen voranzutreiben, auch die Wirtschaftlichkeit der Systeme kurbelt die technologische Entwicklung an. Eine 100%-Qualitätskontrolle ist erst durch IBV-Systeme wirtschaftlich möglich geworden, selbst bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten und grossen Materialmengen.

Erweitertes Rahmenprogramm

Brancheninnovationen und neue Produkte sind jedoch nur eine Seite dieser Messe. Sie ist gleichzeitig auch eine Plattform des Informationsaustausches für die Branche. Ein umfangreiches Rahmenprogramm hilft dabei. Aussteller und Besucher schätzen dabei die vielfältigen Kontaktmöglichkeiten.

Vortragsforum Industrial Vision Days

Die Industrial Vision Days, unter der Leitung der Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), erfreuen sich steigender Beliebtheit. Die dreitägige Vortragsreihe mit mehr als 40 Referaten bietet Herstellern, Anwendern und Wissenschaftlern ein Forum zum Austausch von Forschungsergebnissen oder zum Vorstellen von Anwenderapplikationen. Das Themenspektrum reicht dabei von wirtschaftlichen Fragen bis hin zur richtigen Wahl im Schnittstellendschungel oder zu Vermessungs- und Inspektionsaufgaben mit 3D-Prüfsystemen. Ein Teil der Vorträge wird auch in englischer Sprache abgehalten. Im letzten Jahr interessierten sich rund 2700 Messebesucher für diese Vortragsreihe.

Die aus dem VDMA hervorgegangene European Machine Vision Association (EMVA) ist hier ebenso vertreten wie der nordamerikanische Bildverarbeitungsverband Automated Imaging Association (AIA). Mit dabei sind auch die Japanese Industrial Imaging Association (JIIA), die UK Industrial Vision Association (UKIVA) und die Imaging Association of India (IAI).

Industrial Vision Award

Die Messe vergibt bereits zum 17. Mal den Vision-Award für angewandte Bildverarbeitung. Verliehen wird der Preis für innovative Produkte, Systemlösungen oder Verfahren, die für die IBV-Industrie bahnbrechend sein können. Eine Jury aus Branchenexperten befindet darüber, welche der eingereichten Bewerbungen das Rennen macht. Dem Sieger winkt ein Pokal sowie ein Geldpreis in Höhe von 5000 Euro. Mitmachen können alle Unternehmen, Ins-titute und Universitäten der Branche, unabhängig davon, ob sie auf der Messe als Aussteller vertreten sind oder nicht.

Vision Academy: Einsteiger-Seminare für Newcomer

Nach dem positiven Start 2008 wird die Vision Academy auch in diesem Jahr ein breites Programm an Workshops anbieten. Im Fokus stehen insbesondere Maschinen- und Anlagenbauer, für welche die Bildverarbeitung noch Neuland ist, welche aber vorhaben, die Technologie im Unternehmen einzuführen. Geeignet ist das Programm für Projektingenieure und Techniker aus den Bereichen Qualitätssicherung, Wartung und Maschinensteuerung, aber auch aus anderen Unternehmensbereichen. An allen Messetagen werden jeweils fünf anwenderorientierte Bildverarbeitungsthemen von Experten vorgestellt.

Schwerpunktthema Systeme und Applikationen

Was mit dem «Automotive Application Park» im Vorjahr begonnen hat, soll nun weiter ausgebaut werden. Die Messe möchte den Systemintegratoren mehr Raum geben und richtet dazu in diesem Jahr in der Halle 4 zusätzlich eine «Integration Area» ein, auf der sie sich thematisch abgegrenzt präsentieren können. Eine gute Gelegenheit, Systemapplikationen mit geringem Aufwand vorzustellen.

Wer schon immer wissen wollte, wie streng und vielfältig die Prüfungen sind, die ein Automobil durchlaufen muss, bevor es ausgeliefert wird, kann dies zum zweiten Mal live im «Automotive Application Park» erleben. Rund 20 namhafte Unternehmen der industriellen Bildverarbeitungs- und Automatisierungsbranche werden auf rund 220 m2 eine modulare Prüfanlage für Spielzeugautos im Massstab 1: 87 aufbauen. Stellvertretend für viele IBV-Anwendungsgebiete lässt sich auf dieser Anlage das Zusammenspiel von Ma-chine- und Robot-Visionsystemen beobachten. Die diversen Prüfzellen sind mit einem Transfersystem verbunden. Der Besucher kann am Startpunkt über einen PC einen Autotyp auswählen und einen individuellen Namen eingeben, der dann kurz vor der Auslieferung über ein Lasersystem auf das Fahrzeug geschrieben wird. Zuvor werden die Modelle mit Hilfe eines Palettierers und Kamera-Augen aus dem Lager geholt, auf das Transfersystem gesetzt und danach zahlreichen Prüfungen unterzogen.

«Jugend forscht»

Mit einem eigenen Stand präsentieren sich erstmals Teilnehmer der Initiative «Jugend forscht» auf der Messe und stellen preisgekrönte Projekte vor, die thematisch zur Bildverarbeitung passen. Gezeigt wird beispielsweise eine professionelle Sortiermaschine für würfelförmige Werkstücke aus unterschiedlichen Materialien, die mit Industriesensoren arbeitet. Entwickelt wurde auch eine 3D-Computermouse für Grafikanwendungen, um die dritte Dimension für grafikbasierte Programme nutzbar zu machen. Das passende 3-D-I/O-Computersystem dazu gibt es ebenfalls. Es kann das, was unser Gehirn schon immer konnte: aus zwei verschiedenen Bildern, die zwei Dimensionen besitzen, ein räumliches Bild erzeugen.

Bilder: Messe Stuttgart

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