Wasserstrahlschneiden: Neue Maschine entwickelt

Präzise geführt

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Fünf Mikrometer genau

Basis für die Präzisionsbearbeitung ist das stabile Maschinenbett aus Polymerbeton, das eine sehr gute Dämpfung aufweist und die durch den Schneidprozess entstehenden Vibrationen auffangen kann. Die Verfahrwege in X- und Y-Achse liegen bei 1000 mal 600 Millimeter. Eine zusätzliche Z-Achse (150 mm) erweist sich zum einen beim Werkstückwechsel, zum anderen bei speziellen Schneidanforderungen als vorteilhaft. In allen Achsen werden Glasmassstäbe eingesetzt, was letztlich die hohe Positioniergenauigkeit im Bereich von fünf Mikrometer wesentlich unterstützt.

Eine weitere Besonderheit ist das schnelle Umrüsten von 0,5 auf 0,3 Millimeter Schnittbreite, mit dem die Maschine standardmässig ausgerüstet ist. L. Siegenthaler weist darauf hin, dass der Anwender auch auf eine 0,8-Millimeter-Düse umrüsten kann. Schliesslich sei es manchmal auch bei einem dickeren Strahl erforderlich, sehr präzise zu verfahren. Das Herzstück sei zweifellos die 0,3-Millimeter-Düse, die in Verbindung mit einem sehr feinkörnigen abrasiven Sand feinste Konturen erzeugen könne. «Selbst präzise Kreise mit 0,7 Millimeter Durchmesser haben wir damit schon geschnitten», erzählt Maschinenentwickler L. Siegenthaler stolz. Die Beschaffung dieser Düse war jedoch nicht so einfach, da es solche Elemente am Markt nicht zu kaufen gibt. Daher entwarf er sie kurzerhand selbst und lässt sie nun von einem Hartmetallhersteller liefern.

Beste Perspektiven

Auch in die Peripherie ist viel vom langjährigen Know-how Siegenthalers eingeflossen. So ist ein Kühlsystem vorhanden, das für eine konstante Temperatur im Wasserbecken sorgt und verhindert, dass sich Materialien im Wasserbad durch Temperaturschwankungen verfärben und ihre Eigenschaften verändern. Die Wärme führt Sigla in das Heizungssystem des Firmengebäudes ab. Auch eine Beckenspülung ist vorhanden, so dass der entstehende Schlamm (Sand/Schnittgut-Gemisch) schnell abgeführt werden und sich nicht im Becken ansammeln kann. Wohl einmalig dürfte die Option sein, das Becken absenken und auswechseln zu können. Laut dem Sigla-Chef ist das für das Schneiden wertvoller Materialien wie Gold oder auch bei Problemwerkstoffen interessant, deren Entsorgung möglichst sortenrein erfolgen sollte.

Lorenz Siegenthaler hat seine neue Präzisionsmaschine heute ausgelastet, auch wenn er sie noch immer im Optimierungsstadium sieht. Aber das liegt wohl eher daran, dass seine Verbesserungsideen niemals ausgehen. Zwei weitere Maschinen möchte er noch für den Eigenbedarf bauen, doch als Maschinenhersteller sieht er sich nicht: «Dazu fehlen uns Struktur und Kapazitäten. Wenn sich jedoch ein Partner oder Interessent finden würde, wäre ich in jedem Fall gesprächsbereit. Denn meiner Meinung nach hat eine solche Präzisionsmaschine beste Perspektiven.» <<

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