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Das langsamste Glied bestimmt den Fertigungstakt
Beim herkömmlichen Fertigungskonzept wurden die Rohlinge in mehreren Aufspannlagen auf zwei Fräszentren bearbeitet. Wenngleich das Werkstückhandling durch einen Roboter automatisiert war, erforderte das Entgraten sowie das obligate Vermessen der Fertigteile jede Menge manuelle Eingriffe. Das bindet und kostet nicht nur Personal, die mehrstufige, nicht vollautomatisierte Fertigung führt ausserdem zu Liegezeiten. Ein weiterer Nachteil ist der relativ grosse Flächenbedarf für die Gesamtwertschöpfung. Wobei das schwächste respektive das langsamste Glied in der Prozesskette die Qualität beziehungsweise den Fertigungstakt bestimmt.
Wertschöpfung im eigenen Haus
Geschäftsführer der Synthes Tuttlingen GmbH, Ulrich Jäggle: «Angesichts der stetig steigenden Nachfrage und der auch künftig zunehmenden Zahl von Varianten haben wir uns 2007 intensiv nach alternativen Fertigungsmöglichkeiten umgesehen. Ausserdem schätzen wir die Wertschöpfung im eigenen Haus. Outsourcing ist out. Wir setzen in der Fertigung, wo immer es sich anbietet, auf eigene Qualitäten. Die Beherrschung der Fertigungsprozesse sichert uns Wettbewerbsvorteile. Bei der Prozessentwicklung arbeiten wir sehr intensiv mit unseren Maschinenlieferanten zusammen.» So auch bei der Entwicklung einer neuen Fertigungslösung für die bereits erwähnten Trialimplantate.
Letztlich überzeugte das Turnkey-Angebot von Chiron. Denn laut Jäggle «waren das vorgestellte Konzept, die Beratung und die Projektbetreuung von unserer ersten Anfrage bis hin zur Inbetriebnahme einfach überzeugend. Ausserdem haben wir seit 2004 eine Chiron Mill 800 im Einsatz. Aus den Erfahrungen damit wussten wir, dass bei Chiron nicht nur die Technik, sondern auch der Service sehr zuverlässig funktioniert.»
Direkt von der Stange inklusive Messtaster
Seit Mitte 2008 fertigt Synthes die Trialimplantate auf einer mit Drehspindel, Schwenkkopf und Werkstückwendeeinheit ausgestatteten, mithin in sieben CNC-Achsen gesteuerten FZ 12K S High Speed direkt von der Stange. Die FZ 12K S integriert zudem einen Messtaster samt allen erforderlichen Prüfprogrammen für die obligate, ehemals auf einer separaten Messmaschine durchgeführte Qualitätssicherung.
Wolfgang Ley, Abteilungsleiter, 5-Achs-Bereich: «Wir bekommen heute komplett bearbeitete, geometrisch präzise vermessene und protokollierte Fertigteile von der Maschine. Die mittlerweile realisierte Fertigungsqualität und die Prozess-Stabilität sind einfach top.»
Kürzere Stückzeiten durch -Komplettbearbeitung
Im Vergleich zur mehrstufigen Bearbeitung von Schmiederohlingen profitiert Synthes beim Komplettbearbeiten direkt aus dem adaptierten Kurzstangenlademagazin durch:
- Bearbeitungs- und Wiederholgenauigkeit besser - 10 µm
- bis zu 15% kürzere Stückzeiten
- Fertigungsmöglichkeit komplexer Geometrien
- Fertigung von 18 Varianten mit einer Vorrichtung - dadurch
- unkompliziertes, schnelles Umrüsten
- hohe Einsatzflexibilität von Losgrösse -1 bis Kleinserie
- weniger Lagerhaltung und keine Liegezeiten
- kein Transport von Roh- und Halbfertigteilen
- mannlose Fertigung
- 100%-Kontrolle und Dokumentation direkt auf Maschine
- Einsparung einer Messmaschine
- Teleservice (ePS) zur Fehlerfrüherkennung, Ferndiagnose und vorbeugende Instandhaltung
- hohe Energieeffizienz
- mehr als halbierter Flächenbedarf (Flächenproduktivität)
- deutlich geringeres Investitionsvolumen
- Maschine und Prozess aus einer Hand
Der bei Synthes als Anwendungstechniker für Prototyping zuständige Rainer Link sieht noch einen weiteren «nicht zu unterschätzenden Vorteil. Die Knochenchirurgie entwickelt sich in rasantem Tempo weiter. In Konsequenz werden die Teile stetig komplexer. Mit der FZ 12K S sind wir für künftige Herausforderungen bestens gerüstet.»
Kundenindividuell massgeschneiderte Komplettlösungen
Von den bei Synthes realisierten bearbeitungstechnischen Freiheiten und den Prozess-Vorteilen können natürlich alle Hersteller von fertigungstechnisch anspruchsvollen Funktionsteilen profitieren. Und nach Aussage von Chiron-Gebiets-verkaufsleiter Holger Hehl «interessieren sich in der Tat immer mehr Unternehmen aus der Medizin- und Feinwerktechnik bis hin zu Werkzeugherstellern für das 6-Seiten-Komplettbearbeiten von der Stange. Chiron verfügt über ein sehr umfangreiches, modulares Standard-Maschinenprogramm. Auf dieser Basis entwickeln unsere Applikationsingenieure für kleine wie auch grosse Werkstücke kundenindividuell massgeschneiderte Komplettlösungen gesamtverantwortlich aus einer Hand. Die Mehrkosten für solche hochintegrierten Komplettbearbeitungszentren amortisieren sich in den meisten Fällen innerhalb von ein bis maximal zwei Jahren.»
Neben dem Aspekt Wirtschaftlichkeit gibt es nach Einschätzung von Ulrich -Jäggle für viele Firmen noch einen anderen triftigen Grund, solche Lösungen einzusetzen: «Wir haben bestens ausgebildete und hoch motivierte Facharbeiter und Ingenieure. Wenn wir diesen Mitarbeitern stets die beste am Markt verfügbare Technik zur Verfügung stellen, müssen wir uns um die Zukunftsfähigkeit des Fertigungsstandortes Deutschland keine Sorgen machen.»
EMO 2009: Halle 4, Stand A18, B17A
AutorKlaus Hennecke, D-57462 Olpe
InformationChiron-Werke GmbH & Co. KGKreuzstrasse 75D-78532 TuttlingenTel. +49 7461 940 0Fax +49 7461 940 8000www.chiron.deSynthes Tuttlingen GmbHUnter Hasslen 5D-78532 TuttlingenTel. +49 7462 20010Fax +49 7462 200115info@synthes-tuttlingen.dewww.synthestuttlingen.de
