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Verringerung der Abhängigkeit von nur einer Branche
Als dann die beiden Geschäftsführer Wolfgang Geissler und Bernd Freisleben ab 1990 die Geschäfte übernahmen, forcierten sie als Erstes eine konsequente Verringerung der Abhängigkeit von nur einer Branche und begannen mit der Suche nach neuen Kunden. Dies wiederum brachte veränderte Anforderungen und erforderte eine neue Ausrichtung des Maschinenparks, so dass das gesamte alte Equipment gegen moderne CNC-Langdeh- und Ringdrehautomaten ausgetauscht wurde.
Strategischer Lieferant für Präzisionsserienteile
Heute sind bei Geissler Präzisionsdrehteile GmbH neben den beiden Geschäftsführern 15 Vollzeitkräfte und Auszubildende sowie zwei Teilzeitkräfte beschäftigt. Diesen steht ein vollkommen erneuerter Maschinenpark von 50 Einheiten zur Verfügung.
Der Umstieg und die breitere Ausrichtung waren und sind bis heute von Erfolg gekrönt, denn Geissler wurde bald von verschiedensten Grosskunden als «strategischer Lieferant» für Präzisionsserienteile ausgewählt. Es wurde der Umzug in einen Neubau vollzogen, womit man zudem die Voraussetzungen für weiteres Wachstum schaffte.
1 bis 140 Millionen Teile pro Auftrag ab 0,5 bis 20 mm
Mit dem Um- und Ausbau des Maschinenparks sind die Drehteile-Spezialisten heute in der Lage, Werkstücke ab Durchmesser 0,5 und bis 20 mm auf Drehautomaten und weitergehend bis 320 mm Länge auf CNC-Drehmaschinen herzustellen. Früher vor allem Präzisions-Kleinstteile, heute anspruchsvolle Drehteile bis zur genannten Grösse - und dies in Stückzahlen ab 1 und bis 140 Mio. pro Jahr sowie in einem international starken Wettbewerbsumfeld.
Da viele Kunden aus den Marktsegmenten Automotive, Medizin-, Haus-, Schliess-, Heizungs- und Klima- oder Mess- und Regeltechnik in globalen Netzwerken produzieren, könnten sie wohl auch standortnahe Lieferanten einbeziehen, so diese denn fähig wären, alle Anforderungen zu erfüllen.
Gute Zerspanlösungen für kritische Werkstoffe
Doch wie immer kommt es darauf an, was man daraus macht, und so hat sich Geissler bei der Präzisionsbearbeitung von solchen Werkstoffen wie MS, Stählen aller Art und besonders von Rostfreimaterialien 1.4112 oder 1.4021, Titan, Bronzen und Neusilber einen sehr guten Namen erarbeitet und schlägt damit so manchen Wettbewerber aus dem Feld.
Dazu sagte Wolfgang Geissler: «In kritischen Werkstoffen sind wir sehr gut und haben uns auch maschinenseitig auf entsprechende Zerspanungsprobleme eingestellt. Wir haben schon ab dem Jahr 2005 mehrere CNC-Langdrehmaschinen mit Hochdruckkühlsystemen ausgerüstet und können noch leistungsfähigere Drehwerkzeuge einsetzen. Viele Problembearbeitungen diskutieren und lösen wir mit unseren Werkzeug-Partnern und dazu zählt insbesondere auch die Firma Iscar. Wir haben einen sehr hohen Wettbewerbsdruck, müssen auch kritische Teile prozesssicher im vollautomatischen Mehrschichtbetrieb fertigen und brauchen dafür absolut langzeitpräzise und standfeste Hochleistungswerkzeuge. Nach sehr guten, langjährigen Erfahrungen mit den bekannten Stechdreh- und Abstechwerkzeugen von Iscar waren wir durchaus interessiert, als uns eine innovative Erweiterung des Penta-Cut-Stechdrehwerkzeugsystem vorgestellt wurde, das als eines der Ersten mit einer inneren Kühlmittelzuführung und mit Anschlussmöglichkeit an unsere Hochdruck-Kühlmittelsysteme offeriert wurde.»
Hochdruckfähige Drehwerkzeugsysteme
Thorsten Schäfer, Beratung und Verkauf, und Marco Hoffmeister, Anwendungstechnik & Beratung bei der Iscar Germany GmbH, D-76275 Ettlingen, und zuständig für die Betreuung des Kunden Geissler, ergänzten wie folgt: Th. Schäfer «Die Mitarbeiter und die Geschäftsleitung von Geissler setzen immer auf neueste und modernste Werkzeuge, um für die Kunden und für sich selbst weitere Produktivitätsfortschritte zu erzielen. Es wird viel debattiert und in der Praxis getestet. Als es nun darum ging, ein sehr spezielles Drehteil aus dem Nirostahl 1.4112 prozesssicher zu fertigen, stellte sich die Frage der Werkzeug-Ausrüstung zum Stechdrehen und Abstechen.»
Enorme Produktivitätsvorteile in der LuR-Industrie
In diesem Zusammenhang ergänzt M. Hoffmeister: «Da wir mit einem neuen Werkzeughalter für das Penta-Cut-Stechdrehsystem nun auch eine innere Kühlmittelzuführung haben, und eine Version des Penta-Hochdruckhalters für Langdrehmaschinen ausgelegt ist, konnten wir hier schnell einen Lösungsvorschlag unterbreiten. Die Technologie nutzen wir bereits seit Jahren in einer engen Partnerschaft mit der Luft- und Raumfahrtindustrie und konnten dort bereits enormeProduktivitätsvorteile erarbeiten. Die Vorteile des in der Praxis vielfach eingesetzten Penta-Cut-Stechdrehwerkzeugsystems sind bestechend: die Wendeschneidplatten haben fünf Schneiden, sie können von zwei Seiten geklemmt werden, es gibt für linke und rechte Werkzeuge einen Einsatz, der Einsatz kann nicht falsch eingebaut werden, alle Einsatzbreiten haben dieselbe Plattensitzgrösse, die Spangeometrien sind eingesintert, die Schneiden haben eine hohe Stabilität, und nach dem Bruch einer Schneide lässt sich der Einsatz bis zum Aufbrauchen aller fünf Schneiden problemlos weiterverwenden.»
Hocheffektive Kühlung direkt in der Schneidzone
Doch damit nicht genug, denn in der Version mit Hochdruckhalter ist das Stechdrehen bzw. das Abstechen prozesssicherer denn je zu gestalten, weil eine hocheffektive Kühlung direkt in der Schneidzone bewirkt, dass die Späne nachdrücklich ausgespült werden, der Schneideinsatz deutlich geringeren Verschleiss erfährt, die Oberflächenqualität optimiert wird und sich die Standzeiten fast schon sensationell verbessern.
Hochdruckhalter: mehr Produktivität und höhere Standzeiten
Marco Axtmann, bei der Iscar Germany GmbH Produktverantwortlicher Drehen, führte weiter aus: «Voraussetzungen für den wirkungsvollen Einsatz der Penta-Hochdruckhalter sind lediglich ein minimaler Kühlmitteldruck von 20 bar (ideal sind 100 bar) und eine Filteranlage für das Kühlmedium. Nach intensiver Anwendung bei der Bearbeitung von problematischen Werkstoffen wie 42CrMo4, 100Cr6, Niro und Titan können wir gegenüber unseren Wettbewerbern vor allem dann punkten, wenn es Probleme mit dem Spanbruch und den Standzeiten oder mit der Produktivität gibt.»
Im Fall Geissler ging es um ein hochwertiges Präzisionsdrehteil aus der Medizintechnik aus dem Material X90CrMoV18 (1.4112), das auf einer Drehmaschine Star SR-10J gefertigt wird. Die Bearbeitungsparameter wurden vorgegeben und sollten bzw. konnten nicht geändert werden - das vorgegebene Ziel bei dieser Bearbeitung war die Erhöhung der Standmenge. Das Kühlmedium ist Öl und dieses wird mit einem Druck von 100 bar eingebracht.
Wichtig: Genügend Spüldruck des Kühlmittels
Kritisch bei den Werkzeughaltern ist, das Kühlmittel nicht nur direkt an die Schneide zu bringen, sondern dort auch noch genügend Spüldruck zu haben. Solche Aspekte wie Schaftquerschnitt, Bohrungsdurchmesser und Strahlführung sowie Pumpenleistung sind wichtig für das ideale Druckverhältnis, den Austrittsdruck und das austretende Volumen des Kühlmittels. Dies beeinflusst massgebend die Kraft, mit der der Span umgeformt wird.
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