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Verlagernde Unternehmen investieren mehr in F&E
Die Ergebnisse zeigen, dass Verlagerungen von Produktionsaktivitäten ins Ausland in keinem kausalen Zusammenhang mit schwächeren Innovationsaktivitäten im Inland stehen. Verlagernde Unternehmen investieren im Gegenteil mehr in F&E, Design und moderne Prozesstechnologien als nicht-auslagernde Firmen. Insgesamt demonstrieren die Ergebnisse, dass Verlagerungen von Produktionsaktivitäten ins Ausland nicht die technologische Leistungsfähigkeit der Unternehmen im Inland schwächen. Damit widerlegt die Studie die Annahme, dass Auslagerungen eine passive Reaktion auf den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit und ein Versuch sind, mangelnde Innovationskraft durch niedrige Löhne im Ausland auszugleichen.
Produktionsverlagerung ist kein Nullsummenspiel
Auf Basis der Ergebnisse der Studie scheinen Auslagerungen vielmehr Teil der Expansionsstrategie vieler innovativer Unternehmen zu sein. Firmen spezialisieren sich im Zuge ihrer internationalen Expansion im Herkunftsland zunehmend auf wissens- und kapitalintensive Aktivitäten.
Auch wenn Auslagerungen kurzfristig Arbeitsplätze im Inland vernichten, so besteht doch die begründete Annahme, dass auslagernde Unternehmen langfristig auch im Inland mehr und vor allem höher qualifizierte Arbeitsplätze schaffen als nicht-auslagernde Firmen. Der Grund für diese Annahme liegt vor allem im Umstand, dass Technologie und Innovation allgemein als die wichtigste Triebfeder für Wirtschaftswachstum und damit auch langfristiges Beschäftigungswachstum gesehen werden. Ausserdem sind Auslagerungen kein Nullsummenspiel: Auslagerungen gehen in vielen Fällen auch mit Kapazitätserweiterungen und somit mit einem Umsatzanstieg auf Konzernebene einher, von dem auch die Aktivitäten des Unternehmens im Inland profitieren. Diese Zuwächse können mögliche Verluste durch Auslagerungen wettmachen und darüber hinaus für zusätzliches Wachstum sorgen, dass ohne Auslagerungen nicht möglich gewesen wäre.
Hohes Ausbildungsniveau gefordert
Aus dieser Perspektive kommt der Politik eine aktive Rolle vor allem im Bereich Bildung und Innovation nahe: wenn sich Firmen im Zuge ihrer internationalen Expansion im Herkunftsland zunehmend auf wissens- und kapitalintensive Aktivitäten spezialisieren, müssen die Herkunftsländer – um die Vorteile aus der Internationalisierung voll nutzen zu können - besonderen Wert auf die Förderung von Ausbildung, F&E und Innovation legen. <<
Studie zum kostenlosen Download: http://www.fiw.ac.at/index.php?id=740
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