Studie Produktionsauslagerung stärkt die Innovationskraft

>> Wissenschafter von AIT Austrian Institute of Technology und MCI Management Center Innsbruck untersuchten die Effekte von Produktionsverlagerungen auf die Innovationsaktivitäten der Unternehmen. Fazit: Auslagerung stärkt die Innovationskraft und ist nicht zwingend eine Reaktion auf den Verlust von Wettbewerbsfähigkeit.

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Gemäss einer neuen Studie hat die Produktionsverlagerungen positive Auswirkungen auf die Innovationsaktivitäten der Unternehmen. Auf dem Bild: Eisengiesserei in China von Georg Fischer Automotive (Kunshan) Co. Ltd..
Gemäss einer neuen Studie hat die Produktionsverlagerungen positive Auswirkungen auf die Innovationsaktivitäten der Unternehmen. Auf dem Bild: Eisengiesserei in China von Georg Fischer Automotive (Kunshan) Co. Ltd..
(Bild: Georg Fischer)

Europäische Unternehmen haben in den letzten Jahrzehnten in beträchtlichem Umfang Produktionsaktivitäten ins Ausland verlagert, vorranging nach Mittel- und Osteuropa, China und anderen asiatischen Ländern. Vorrangiges Motiv dieser Verlagerungen waren Kosteneinsparungen. Diese Entwicklung wurde in der Vergangenheit von lebhaften Diskussionen in der Öffentlichkeit und in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung über die damit verbundenen Vor- und Nachteile für die Herkunftsländer begleitet. Dabei konzentrierte sich die Diskussion zumeist auf die Effekte von Auslagerungen auf Beschäftigung und Wertschöpfung im Herkunftsland. Weiters könnten Auslagerungen auch zu einer Verschlechterung der technologischen Leistungsfähigkeit führen, wenn teure Investitionen in Innovationen und neueste Produktionstechnologien im Herkunftsland durch Produktion in Niedriglohnländern ersetzt werden.

Neue Studie

Eine neue Studie des AIT Austrian Institute of Technology und des Management Centers Innsbruck (MCI) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) erweitert diesen Fokus und untersucht die Auswirkungen von Auslagerungen auf die Innovationsaktivitäten von Firmen im Herkunftsland, einem der wichtigen Bestimmungsfaktoren der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit von Ländern. Dabei wird Innovation breit definiert und umfasst neben Forschung und Entwicklung (F&E) auch Design und Investitionen in neue Produktionstechnologien. Die Autoren analysieren dazu repräsentative Daten aus dem European Manufacturing Survey (EMS) von über 3000 Industrieunternehmen in acht europäischen Ländern auf den Zusammenhang zwischen Auslagerungen im Zeitraum 1999-2006 und den Investitionen in Produkt- und Prozessinnovationen im Zeitraum 2007-2009.

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