KMU-Mittelstandstudie 2025 Weniger Optimismus bei Schweizer KMU

Quelle: Swiss Export 3 min Lesedauer

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Nur noch 52 Prozent der Schweizer KMU sehen ihre wirtschaftliche Zukunft in den kommenden drei Jahren positiv. Der Optimismus im Mittelstand ist damit so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Das geht aus der aktuellen KMU-Mittelstandstudie von Swiss Export, Kearney, dem Swiss Institute for Global Affairs und Endress+Hauser hervor.

Die KMU-Mittelstandstudie 2025 zeigt die geopolitischen Herausforderungen und Chancen für Schweizer KMU.(Bild:  Swiss Export)
Die KMU-Mittelstandstudie 2025 zeigt die geopolitischen Herausforderungen und Chancen für Schweizer KMU.
(Bild: Swiss Export)

Knapp die Hälfte der Schweizer KMU beurteilen ihre künftige wirtschaftliche Lage in den nächsten drei Jahren als gut bis sehr gut. Das ist ein Rückgang um 16 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Zugleich werden die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für die kommenden zwölf Monate in der KMU-Mittelstandstudie 2025 deutlich kritischer gesehen. Nur rund 30 Prozent der Befragten erwarten gute bis sehr gute Bedingungen (Vorjahr: 53 Prozent). Während die Bauwirtschaft zuversichtlicher bleibt, blicken Dienstleistungen und Handel zurückhaltender in die Zukunft.

Risikolage verschiebt sich – Geopolitik im Tagesgeschäft angekommen

«Geopolitik ist längst kein Randthema mehr bei KMUs, sondern ein wichtiger Faktor, der Prozesse und Geschäftsmodelle direkt beeinflusst», sagt Christof Ledermann, Partner bei Kearney Zürich. Rund 70 Prozent der befragten Unternehmen nennen aussenpolitische Entwicklungen heute als grösstes Konjunkturrisiko, gefolgt von zunehmendem Protektionismus und unklaren EU-Beziehungen. Besonders betroffen sind exportorientierte Firmen: Lieferketten werden komplexer, Planungen schwieriger und Margen geraten stärker unter Druck.

Gemäss der Studie reagieren viele Unternehmen mit neuen Partnerschaften, der Erschliessung zusätzlicher Absatzmärkte oder gezielten Investitionen in ihre Prozesse und Compliance-Strukturen. Gleichzeitig führen die verschärften Rahmenbedingungen zu längeren Lieferzeiten, komplexeren Nachweispflichten und zusätzlichen administrativen Hürden.

KMUs zeigen sich widerstandsfähig

Trotz dieser Herausforderungen zeigen die KMUs eine hohe Widerstandskraft: Drei Viertel von ihnen bewerten ihre Resilienz mit 7 oder höher auf einer Skala von 1 bis 10. Dennoch berichten 27 Prozent der befragten Unternehmen von Umsatzrückgängen infolge geopolitischer Spannungen, während 20 Prozent höhere Einkaufspreise verzeichnen. Gleichzeitig nutzt mehr als die Hälfte der KMU die Situation gezielt, um ihre Innovationskraft zu stärken. Dazu gehören Prozessoptimierungen, der Ausbau der Datenqualität und der verstärkte Einsatz digitaler Technologien sowie die Erschliessung neuer Absatzmärkte. Auch die künstliche Intelligenz wird zunehmend als Chance wahrgenommen. Zwar setzen viele KMU sie bislang vor allem für Effizienz- und Produktivitätssteigerungen ein, doch mittelfristig sehen sie darin ein grosses Potenzial für neue Geschäftsmodelle und Wettbewerbsstrategien.

Auftrag an Politik und Verbände

Laut der Studie sind die Erwartungen der Schweizer KMU an Politik und Verbände eindeutig: Sie wünschen sich vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, um Planungssicherheit zu erlangen und Investitionen tätigen zu können. Im Zentrum stehen dabei klare Regeln im Zollwesen, stabile und berechenbare Beziehungen zur Europäischen Union sowie eine aktive Unterstützung bei der Erschliessung neuer Märkte.

Darüber hinaus erwarten viele Unternehmen eine Reduktion bürokratischer Hürden und eine stärkere politische Flankierung bei Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Cybersicherheit. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können die Schweizer KMU ihre Innovationskraft voll ausschöpfen und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.

Claudia Moerker, Geschäftsleiterin des Verbands Swiss Export, fasst die Forderung der Wirtschaft an die Politik wie folgt zusammen: «Unsere KMU sind widerstandsfähig, doch es braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Klare Zollregeln und stabile Beziehungen zur EU sind jetzt entscheidend, damit Unternehmen in der Schweiz planen, investieren und Arbeitsplätze sichern können.»

Über die Studie

Die KMU-Mittelstandstudie 2025 basiert auf einer Onlinebefragung, die im Sommer 2025 von Swiss Export gemeinsam mit Kearney, dem Swiss Institute for Global Affairs und Endress+Hauser durchgeführt wurde. Insgesamt nahmen 313 Unternehmen aus verschiedenen Branchen teil, von denen 256 den Fragebogen vollständig ausfüllten. Der Schwerpunkt der teilnehmenden Betriebe lag mit 55 Prozent im Bereich Produktion und Verarbeitung, gefolgt von den Bereichen Dienstleistung, Beratung und Technologie.

Zur Studie

Dieser Beitrag erschien am 13. November 2025 auf unserem Schwesterportal at – aktuelle technik.

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