Die jüngst von Renishaw vorgestellten Koordinatenmessgeräte «Agility» arbeiten mit hochgenauen, dynamisch messenden 5-Achs-Messköpfen «Revo-2». Damit hat die M&H CNC-Technik GmbH, Spezialistin für generativ gefertigte Bauteile in Ilz/Österreich, ihre QS weitreichend optimiert.
Dynamisch und hochgenau: Innovative Koordinatenmessgeräte «Agility» ermöglichen es, auch in Serien gefertigte komplexe Bauteile fertigungsnah lückenlos für eine durchgängige QS zu messen.
(Bild: Renishaw)
Ausgestattet mit 5-Achs-Messtechnologie und der Fähigkeit zu synchronisierten Bewegungsabläufen minimiert der Messkopf «Revo-2» dynamische Messfehler selbst bei hohen Scangeschwindigkeiten. Damit ermöglicht er höchst genau und effizient zu messen.
Anspruchsvolle Bauteile
Die Besonderheit des Messkopfs liegt in der Fähigkeit, komplexe und schnelle Bewegungen zu übernehmen, während sich das Koordinatenmessgerät selbst nur langsam und extrem genau linear bewegt. Diese einzigartige Kombination sorgt für eine Genauigkeit, die bislang als unerreichbar galt. In Verbindung mit einem innovativen Koordinatenmessgerät «Agility» von Renishaw profitiert davon die M&H CNC-Technik GmbH in Ilz, Österreich. Das Unternehmen zählt international zu den innovativsten Spezialisten für industrielle additive Fertigung und High-End-Fertigung. Es ist darauf spezialisiert, komplexe Bauteile auf höchste Genauigkeit zu bearbeiten. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Druck von Bauteilen auf Basis der hochfesten Nickel-Superlegierung Inconel 718. Bauteile aus diesem Werkstoff werden unter anderem in der Raumfahrt, in Rennwagen der Formel 1 sowie für sogenannte Hypercars genutzt. Auch Werkstoffe wie Titan oder Scalmalloy werden bei M&H für 3D-Druck eingesetzt.
Bildergalerie
Mit einem Koordinatenmessgerät «Agility» von Renishaw hat der 3D-Druck-Spezialist nun auch eines der leistungsfähigsten Messsysteme Europas in Betrieb genommen. Geschäftsführer Patrick Herzig erläutert sein Konzept in der Qualitätssicherung: «Bei der Vielzahl an komplexen, freigeformten Bauteilen ohne klassische Regelgeometrien stossen herkömmliche 3-Achsen-Messgeräte schnell an ihre Grenzen. Mit der neuen Technologie lassen sich auch anspruchsvollste Geometrien effizient und präzise erfassen – und das bei überraschend einfacher Programmierung.»
Dem pflichtet Herwig Jachym, Programmierer und Bediener des Koordinatenmessgeräts «Agility» bei: «Die Agility überzeugt durch aussergewöhnliche Flexibilität. Besonders der 5-Achs-Messkopf erweist sich als echtes Ass im täglichen Einsatz. Die Messaufwände reduzieren sich signifikant, und dank der hervorragenden Zugänglichkeit lassen sich unterschiedlichste Bauteilgeometrien mit nur wenigen Tasterspitzen erfassen. Gerade bei der Vielzahl und Variabilität unserer Teile ist das ein enormer Vorteil.» Patrick Herzig fügt hinzu: «Mit herkömmlichen Messsystemen wäre das in dieser Form schwer umzusetzen – allein der Aufwand für zusätzliches Zubehör wäre erheblich. Bei der Agility lassen sich rund 98 Prozent unserer Bauteile mit nur drei Tasterkonfigurationen messen. Für mich ist das ein sinnvoller Schritt nach vorne in der Entwicklung der Messtechnik.»
Schnell fünfachsig messen
Herwig Jachym sagt: «Die Agility überzeugt durch ihre hohe Messgeschwindigkeit – kleinere Bauteile sind in rund fünf Minuten vollständig vermessen, grössere in etwa einer Stunde. Im Vergleich zur herkömmlichen 3-Achsen-Technologie bedeutet das eine deutliche Zeitersparnis, teils um den Faktor drei. Um denselben Durchsatz zu erzielen, wären mit konventionellen Systemen mehrere Maschinen und Bediener erforderlich. Nach einem Jahr im Einsatz lässt sich festhalten, dass viele Messaufgaben mit klassischen Systemen nur bei erheblichem Zusatzaufwand, mit zahlreichen Sondertastern und entsprechend hohen Kosten realisierbar wären.»
Patrick Herzig erklärt weiter: «Die Agility zeichnet sich nicht nur durch Präzision und Geschwindigkeit aus, sondern auch durch einen geringen laufenden Investitionsaufwand. Von Beginn an haben wir überwiegend mit Standard-Tastern gearbeitet – lediglich einige Scheibentaster wurden ergänzend eingesetzt. Besonders relevant ist die Möglichkeit, Rauheitsmessungen direkt auf der Anlage durchzuführen. Das ermöglicht auch Messungen an schwer zugänglichen Stellen, die mit herkömmlichen Rauheitsmessgeräten kaum oder gar nicht erreichbar wären. Umfassende und hochwertig aufbereitete Messprotokolle stossen zudem auf grosses Interesse bei Kunden.»
Flexibel, effizient und zuverlässig
Die drei grossen Pluspunkte Geschwindigkeit, Zugänglichkeit und Flexibilität haben die Experten beim Fertigungsunternehmen in Österreich überzeugt. Herwig Jachym erläutert: «Bereits die Messung einer einzelnen Bohrung zeigt das Potenzial des 5-Achs-Messkopfs. Durch die Reduktion von Bewegungen der Linearachsen wird deutlich weniger Masse bewegt – das spart nicht nur Zeit, sondern auch Energie. Die Erfassung eines Zylinders mit 400 Messpunkten in nur 45 Sekunden verdeutlicht die Leistungsfähigkeit. Die hohe Punktdichte liefert eine umfangreiche Datenbasis, die präzise Rückschlüsse auf Form- und Lagetoleranzen ermöglicht. Das sorgt für eine deutlich spürbare Sicherheit in der Qualitätsbewertung.»
Bei grösseren Serien sinnvoll
Patrick Herzig erläutert weiter: «Gerade im hochpräzisen Bereich, in dem M&H tätig ist, spielt die Nachweisbarkeit von Genauigkeit eine zentrale Rolle im Kundendialog. Das Koordinatenmessgerät «Agility» leistet hier einen entscheidenden Beitrag – es unterstützt nicht nur bei der Qualitätssicherung, sondern auch bei der Akquisition neuer Projekte. Inzwischen können neben Prototypen auch Serienteile zuverlässig gefertigt und dokumentiert werden. Die Möglichkeit, Serienfertigung messtechnisch umfassend zu betreuen, war für den Zuschlag einiger Projekte ausschlaggebend. Zudem besuchen regelmässig Kunden das Unternehmen und zeigen besonderes Interesse an der Agility – sie steht sinnbildlich für den technologischen Anspruch der Fertigung und hat diese klar aufgewertet.»
Stand vom 30.10.2020
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In weitere Innovation investieren
Die M&H CNC-Technik GmbH plant auch in Zukunft eine gezielte Expansion. Dazu erklärt Geschäftsführer Patrick Herzig: «Wir verzeichnen aktuell ein sehr dynamisches Wachstum – deshalb investieren wir konsequent in neue Technologien.» Zudem erschliesst das Unternehmen weitere Geschäftsfelder. Speziell im Rennsport, im Segment Hypercar sowie in der Medizintechnik bieten sich nach Ansicht von Patrick Herzig spannende Perspektiven. Mit diesem klaren Wachstumskurs und einer konsequent technologischen Ausrichtung festigt das steirische Unternehmen seine Rolle als Vorreiter im industriellen 3D-Druck – und setzt dabei gezielt auf Präzision, Weiterentwicklung und nachhaltige Expansion.